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Antwort schreiben auf Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg



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Die letzten Beiträge in diesem Thema

sunny offline
Toningenieur
 
danke für en tollen Bericht aus Berlin, schön das auch einige Forumsmitglieder dabei waren.
Die Hörbeispiele lass ich mal anspielen :D :D
 
 
Danke für den Bericht. Du hattest mir die Band ja bereits persönlich ans Herz gelegt. Werde wohl kaufmäßig tätig werden.
 
Ziggy online
DJ
 
Ganz feiner Bericht! ://
"Das Quartett aus Baltimore vermag es, musikalisch starre Genres aneinander zu koppeln und miteinander unter großem Getöse zu versöhnen. Dark-Folk-Rock (schöne neue Wortspielerei!), wie ihn eine imaginäre, von Crazy Horse angetriebene und von Richard Thompson betextete Jam-Session nicht leuchtender hervorbringen könnte."

Das trifft es ziemlich gut, finde ich!

LG, Ziggy
 
Proggy offline
Toningenieur
 
Klasse Dirk, toller Bericht. Hat mir sehr gut gefallen, aber vllt. legst du ja auf Brittas Meinung mehr wert?! Wegen des besseren Geschmacks.....! :sick:

LG aus dem Harz
 
radiot offline
DJ
 
@Stattmeister: Tiefenanalyse. Respekt!

radiot grüßt! 8)
 
nixe offline
Toningenieur
 
THX für dieses tolles Resümee, macht Lust auf mehr & wenn ich bedenke, das ich aufgrund des covers die Bands verwechselt habe & dann doch feststelle, das ich doch seit langer Zeit eine CD besitze, sie rauskrame & siehe da, fast wie eine NeuEntdeckung!
 
Mr. Upduff offline
Produzent
 
...toll und danke...als wenn ich Hinterländler mit der Musik in Frieden mit dabei gewesen wäre...
 
Stattmeister offline
Toningenieur
 
Band: Arbouretum
Location: Musik & Frieden
Datum: 10.06.2017
Delegation vom Zirkus: Radiot, Ziggy und Stattmeister


Ich mache es kurz und schmerzlos: Ich erlebte am Samstag ein absolut sehens- und hörenswertes Konzert (denke Radiot und Ziggy stimmen mir da zu) – nur es war ….leider viel zu kurz. Locationbedingt (um 23 Uhr stand schon die nächste Veranstaltung auf dem Plan) musste die Band gegen 22.15 h das Konzert nach nur einer Zugabe beenden und hatte zu dem Zeitpunkt gerade mal knapp 70 Minuten gespielt. Den Blicken von Bassist Corey Allender nach zu urteilen war die Band sehr gerührt von der euphorischen Stimmung und den nicht endenden Rufen nach einer weiteren Zugabe und sie hätten wohl auch gerne weitergemacht.

Die Location (der Insider erkennt: nicht unweit der Oberbaum-Brücke):



Hätte man auf den Support-Act verzichtet, so wäre genug Zeit gewesen. Aber so kam das Publikums in den Genuss des Berliner Künstlers „Brother Grimm“ der mit seinen Soundscapes und verzerrten Gitarrenriffs mehr als nur Höflichkeitsapplaus bekam. Im Internet wird er so beschrieben: „Der Solokünstler Brother Grimm (Vorname: Dennis) ist ein kantig-sperriger Berliner Existentialist mit wirrem Haar und Vollbart, der mit expressiver Nicht-Stimme, Gitarren-Noise und Loops die Düsterheit eines frühen Nick Cave mit dem Kopfkino von Godspeed You! Black Emperor paart und so einen minimalistischen Post-Punk-Blues für das 21. Jahrhundert entwirft.“ Diese kurze Einschätzung trifft zu. Ich fand ihn sehr interessant. Hier mal ein kurzer Schnipsel:

Brother Grimm - Brothers & Sisters

Brother Grimm in action:




Dann nach nur kurzer Pause legten aber endlich die Männer um Bandgründer Dave Heumann los - und wie. „Renouncer“ vom 2013er Album Coming out oft he fog kam grollend und heftig daher, gar nicht zu vergleichen mit der Studioversion. Überhaupt ist die Band live um einiges härter als auf CD. Anfängliche Soundprobleme, so war der Gesang zunächst fast gar nicht zu verstehen, bekamen die Mixer im Verlaufe des Abends zum Glück in den Griff. Einen Top-Sound kann man ohnehin in so einem Club, wo knapp 200 Leute reinpassen und der schlauchförmig angelegt ist mit niedriger Decke, nicht erwarten.

Renouncer

Schlagwerker Brain Carey im blauen Nebel (Fotos waren aufgrund des diffusen Lichts kaum vernünftig hinzukriegen, vor allem nicht mit einer Smartphone-Cam)



Arbouretum bedienen sich seit ihrem 2004er Debüt „Longe live the well-doer“ versiert beim Progressive-Sound der frühen 70er, beim Hardrock ebenso wie beim Blues und englischem Folk, haben aber auch einen offensichtlichen Bezug zum Anti-Folk eines Will Oldham. Das Quartett aus Baltimore vermag es, musikalisch starre Genres aneinander zu koppeln und miteinander unter großem Getöse zu versöhnen. Dark-Folk-Rock (schöne neue Wortspielerei!), wie ihn eine imaginäre, von Crazy Horse angetriebene und von Richard Thompson betextete Jam-Session nicht leuchtender hervorbringen könnte.

Im Zentrum der Blues/Folk/Rock-Mischung stehen Dave Heumanns Gesang und seine melodiösen Gitarrenlinien, die oftmals an die Grenze zur Improvisation stoßen. Unterstützt wird er durch die treibenden Rhythmen von Corey Allender und Brian Carey an Bass und Drums und die (am Samstag kaum zu vernehmenden) Keyboards von Matthew Pierce. Der Bass wird dabei fast schon als Rhythmus-Instrument eingesetzt, da er leicht verzerrt gestimmt ist. Unvergleichlich bleibt aber das Gitarrenspiel von Heumann, der ganz links auf der Bühne steht und bei seinen Soli total in sich versunken scheint. Dem Vernehmen nach findet er Entspannung bei langen Waldspaziergängen. Bestimmt fallen ihm da auch die mitreißenden Songs und Soli (sein Vorbild soll Jimi Hendrix sein) ein. Die Kommunikation mit dem Publikum beschränkt sich auf kurze Dankesworte und auch mit der Band kommuniziert er nur sporadisch mit kurzen Blicken, aber das Quartett scheint ohnehin blind aufeinander eingespielt zu sein.

Dave Heumann ist unbestrittener Leader der Truppe



Immer wieder streuen sie dann aber auch ruhigere Stücke aus ihrem umfangreichen Repertoire ein, so wie „Fall from an Eyrie“ vom neuen Album Song of he rose oder „Song oft he pearl“ vom gleichnamigen Album, dabei wird die Bühne in rotes Licht getaucht und die Nebelmaschine angeworfen was eine reizvolle Atmosphäre zaubert. Allerdings bekommen die heftig rockenden Stücke mehr Applaus, das Publikum am Samstag wollte wahrscheinlich „hart rangenommen werden“. Mir persönlich sagen die leicht mäandernden und zwischendurch immer mal wieder eruptiven Titel aber besser.

Gitarre, Bass und Keyboard im Shining light



Kleiner Wermutstropfen: das geniale Pale Rider Blues vom 2007er Rites of Undercovering stand leider nicht auf der Setlist. Und wie schon gesagt: es war leider viel zu kurz….

Der Chef

 


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