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Die letzten Beiträge in diesem Thema

hmc offline
Produzent
 
Zitat
Also, Fazit war und ist für mich – den deutschen Bands scheint die Eleganz und Geschmeidigkeit, das „Fließende“ für diese Art von Musik zu fehlen, zur Animation des Tanzes zu steif, vom Vortrag zu wenig emotional, und die „Verbindung zu einer Farce“ fehlt, die Zutaten fügen sich für mich nicht zusammen zu einer „genießbaren Füllung...


Das passt genau.
 
Trurl offline
Konstrukteur & Frikadellenbändiger
 
@firebyrd: die Kelten stammen grob gesagt aus dem süddeutschen/Raum und haben sich von dort in alle Richtungen verteilt. SIe müssen hier durchgezogen sein :-)

TRurl
 
firebyrd offline
Produzent
 
Im Zuge der Beschäftigung mit „alter Musik“ verschiedener Kulturen bin ich hinsichtlich des deutschsprachigen Raumes auch auf diese Band gestoßen.

Leider konnte ich mich damit nicht anfreunden.

Als Liebhaber von Musik des keltischen Kulturkreises, von Asien bis Irland, mag ich deren „Geschmeidigkeit“ und emotionale Ausdruckskraft.

Wie so oft hierzulande, ging es mir auch bei Adaro so, dass diese Aspekte nicht zutrafen.

Mag sein, dass es grundsätzlich so ist, dass die Musik des Mittelalters entsprechend steif und holprig einherging, aber : Sind die Kelten nicht auch hier durchgezogen???

Das gesungene Wort wirkt hier recht „hart“, nicht fließend und auch die Musik „holpert“ oft vor sich hin.

Positiv aufgefallen ist mir die Sängerin, Frau Kulinsky, wie ich las, die für mich dem ganzen die dann doch angenehmen Farbtupfer verleiht.

Also, Fazit war und ist für mich – den deutschen Bands scheint die Eleganz und Geschmeidigkeit, das „Fließende“ für diese Art von Musik zu fehlen, zur Animation des Tanzes zu steif, vom Vortrag zu wenig emotional, und die „Verbindung zu einer Farce“ fehlt, die Zutaten fügen sich für mich nicht zusammen zu einer „genießbaren Füllung...

Musikalisch kann ich nichts Negatives über die Band sagen, das ist sicherlich gut vorgetragen, aaaaber.....
 
TO versteckt
Kassettenhörer
 
Adaro - Words Never Spoken

(2004 - Bielfeldt, Kulinsky, Mumm, Pelgen, Treyz)

Es ist schon erstaunlich, welche Alben manchmal hier bei mir landen. Bei Adaro handelt es sich um lupenreine Mittelaltermusiker, die sich mehr oder minder klassischem Minnesang bzw. mittelalterlicher Musik im allgemeinen verschrieben haben. Was das ganze für Progrockfans interessant macht ist, bei allen mittelalterlichen Klängen, angefangen bei der althochdeutschen Sprache bis hin zu Instrumenten wie der Drehleier oder dem Dudelsack, immer auch ein gewisser Rockmusikeinschlag, denn Adaro verzichten auch nicht auf elektrische Gitarren und Schlagzeug - sie bemühen sich also nicht, die mittelalterlichen Klänge naturgetreu zu reproduzieren, sondern lockern das Schema mit zeitgenössischen Instrumenten und Rhythmen auf.

Nun gibt oder gab es einige Bands aus dem Progressive Rock, die gerne mal Einflüsse aus der mittelalterlichen Musik in ihren Klang integriert hatten, Gentle Giant z.B., die selbst wiederum von neueren Bands immer wieder auch zitiert wurden. Adaro befinden sich damit sozusagen auf dem anderen Ende der Wippe. Hier gibt es sehr viel Mittelalterliches und immer wieder auch einen (wohl nicht unbedingt beabsichtigten) Ausflug in progressivere Gefilde, in denen die Musik als solches einfach beheimatet ist.

"Words Never Spoken" selbst ist die Neuauflage einer EP der Band aus dem Jahr 1999, die zwischenzeitlich vergriffen war und jetzt neu aufgelegt wurde, aufgewertet durch zusätzliche Liveaufnahmen aus dem Jahr 2004, was dann die CD fast randvoll füllt und für das Geld reichlich Gegenwert bietet. Das Booklet zeigt sich auch sehr informativ. Neben allen Texten findet man dort auch Informationen zum Ursprung des jeweiligen Liedes. Adaro sind zwar sicherlich nicht dem Progressive Rock zuzuordnen, doch können sich Fans des Genres auf jeden Fall von der Musik angesprochen fühlen. Abseits aller Genregrenzen ist die Musik von Adaro mitunter sehr romantisch, vor allem wenn die zweite Sängerin und Drehleierspielerin Konstanze Kulinsky zum Mikro greift (was sie zu selten tut, wie ich finde), wie bei ""Wigen wagen" zu hören, rockiger geht es dagegen bei "Mich wundert harte" zu, aber auch instrumentale Stücke fehlen nicht, wie das mitreißende Drehleierstück "Feuertanz" oder das sehr elegische, vom Dudelsack gespielte "Marcha d'Antón el Nenu". Generell verleihen die heutzutage doch recht selten benutzten mittelalterlichen Instrumente sowie die archaische Sprache der Musik ihren ganz besonderen Charme und Zauber. "Words Never Spoken" könnte sich damit als echter Geheimtip erweisen. Adaro sind ein bunter Tupfer am äußersten Rand des Progrocks, nicht wirklich dort angesiedelt, aber mit vielem ausgestattet, was Progfans lieben.

11/15 Punkte
 


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