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Abraxas – 99



hmc offline
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Betreff: Abraxas – 99  -  Gepostet: 16.04.2008 - 12:51 Uhr  -  
Abraxas – 99

(1999 - Blaszczyk, Brzezinski, Lassa, Matyska, Ratajczak, Swiech)

Auf "99" beschreiten Abraxas den Konzeptpfad und liefern ein Album ab, das sich einem eher düsteren Thema widmet - dem Tod.

Musikalisch sind Abraxas auf "99" so stark wie jeher. Wobei die Band eine gewisse Experimentierfreude auszeichnet (man scheut sich nicht, hier und da modernere elektrische Spielereien und Rhythmen einzusetzen, die sehr gut klingen, wenn die Band sie verwendet). Vor allem aber ist es das Talent der Band, sehr viel Gefühl und Stimmung in ihre Kompositionen einfließen zu lassen, das Abraxas an vorderster Front stehen läßt.

Die Band hat sich im Vergleich zu "Centurie" leicht verändert, der Schlagzeuger wurde ausgetauscht und ein zusätzlicher Gitarrist ist wieder an Bord. Mikolay Matyska und Lukas Swiech sind aber keine Unbekannten, sondern waren auch schon auf dem Debutalbum (bzw. auf den beiden Bonustracks der remastered Edition) vertreten.

Das Album startet mit einer gesprochenen Passage von Sänger Adam Lassa, ehe das Schlagzeug einsetzt und die Rhythmik das Lied dominiert bis dann wiederum die Keyboards von Marcin Blaszczyk dazustoßen und das Stück eine erneute Wendung erfährt. Dem nicht genug kommt dann noch ein Wechsel, wenn zum Abschluß der Gesang einsetzt. Schon auf 2:55 Minuten demonstriert das erste Lied den Variantenreichtum der Band.

Nach einer sehr atmosphärisch-düsteren instrumentalen Überleitung, die in einer Flatline endet, dem ein paar gesprochene Worte von Adam Lassa folgen, kommt der erste absolute Höhepunkt des Albums. "Jezebel" ist eine großartige Ballade, mit wundervoller Melodie, die für intensives Gänsehautgefühl sorgt. Während manche Bands ihre Balladen mehr oder minder vorhersehbar nach Strickmuster zusammenbauen, begehen Abraxas einen anderen Weg. Man weiß nie, was hinter der nächsten musikalischen Ecke wartet, was das Lied um so intensiver macht.

Angefangen von der melancholischen Einleitung mit Keyboards und Gitarre, über zum ruhigen Gesang Lassas, der sich mehr und mehr in Leidenschaft steigert, bis dann abrupt die Stimmung wieder sehr ruhig wird und ein stiller Part kommt, der hauptsächlich vom Baß dominiert wird - bis sich das abschließende E-Gitarrensolo von Szymon Brzezinski herausschält, das "Jezebel" in musikalischer Schönheit beendet. So müssen gefühlvolle Balladen klingen. Niemals kitschig, aber trotzdem voller Emotionen.

Weiterer Höhepunkt ist "Anatema, Czyli Moje Obsesje", das mit einem genialen Keyboardintro startet und gewisse Remineszenzen zu IQ aufweist.

Auch "Noel" und "Iris" zeigen Abraxas von der abwechslungsreichen Seite, während "Oczyszczenie" mit schöner Kirchenorgel und "Moje Mantry" wieder die elegische, melancholische Facette ins Spiel bringen. Wobei "Moje Mantry" ein wunderschönes und intensives Album perfekt enden läßt. Melancholische E-Gitarren, dazu eine schöne Frauenstimme im Chor und eine Melodie, die tief hineinreicht. Was kann man mehr erwarten?

"Abraxas" haben sich mit "99" noch einmal weiterentwickelt. Es gibt diesmal zwar keine bombastischen Epen wie auf "Centurie", auch haben Flöte und Oboe ausgedient, doch auf der kompositorischen Seite ist man wieder einmal sehr stark. Vom Thema und der Gesamtstimmung des Albums her kann man "99" mit "Ever" von IQ vergleichen, auch gibt es wie schon bei den Alben zuvor hier und da ein paar kleine Ähnlichkeiten im Klang, aber Abraxas gehen eindeutig ihren eigenen Weg.

Die Mischung aus atmosphärischen Intermezzos, düsteren, sehr kurzen (sekundenkurzen) Sprechpassagen und intensiven Melodien und Arrangements, die einen sofort mitnehmen, wird jeden Progfan sofort begeistern. Natürlich ist das Album auf polnisch aufgenommen worden. Es existiert auch eine englische Version, aber wie so oft ist es einfach sehr viel besser und angenehmer, einem Sänger in seiner Muttersprache zuzuhören, weil es nicht so verkrampft und akzentbeladen wirkt. Auf jeden Fall sollte die Sprachbarriere niemanden davon abhalten, ein exzellentes Album zu kaufen, das erneut und eindrücklich beweist, daß Abraxas nicht nur eine der besten progressiven Bands aus Polen, sondern auch Europas sind. "99" klingt frisch, tiefschichtig, wunderschön und ist um Längen besser als das, was weltweit gefeierte Progbands wie "Spock's Beard" jemals bisher zustandegebracht haben. Grund genug also, "Abraxas" die verdiente Aufmerksamkeit zuzuweisen.

14 Punkte

Thomas Otto
Meine Punktvergabe bedeutet: 10 - 11 ordentlich; 12 - 13 gutes Album; 14 - 15 sehr gut bis überrragend.
Müssen in Gefängnissen auch Fluchtwege aushängen?
His Majesty Coels
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