schließen

Loginbox

Trage bitte in die nachfolgenden Felder Deinen Benutzernamen und Kennwort ein, um Dich einzuloggen.


  • Username:
  • Passwort:
  •  
  • Bei jedem Besuch automatisch einloggen.


  •  

Information


Hinweis nach EU Cookierichtlinie
Diese Seite verwendet Cookies, um den Login und ungelesen Markierungen zu verwalten. Mit dem surfen auf dieser Seite erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mit der Option ganz unten auf der Seite "Cookies von diesem Forum entfernen" kannst Du alle Cookies, die von diesem Forum gesetzt wurden, von Deinem Computer entfernen lassen.  

schließen

Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg



Stattmeister offline
Toningenieur
Avatar
Themenstarter
Geschlecht: männlich
Herkunft: GERMANY  Meinerzhagen
Alter: 53
Beiträge: 6700
Dabei seit: 08 / 2009
Private Nachricht
Betreff: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 08:32 Uhr  -  
Band: Arbouretum
Location: Musik & Frieden
Datum: 10.06.2017
Delegation vom Zirkus: Radiot, Ziggy und Stattmeister


Ich mache es kurz und schmerzlos: Ich erlebte am Samstag ein absolut sehens- und hörenswertes Konzert (denke Radiot und Ziggy stimmen mir da zu) – nur es war ….leider viel zu kurz. Locationbedingt (um 23 Uhr stand schon die nächste Veranstaltung auf dem Plan) musste die Band gegen 22.15 h das Konzert nach nur einer Zugabe beenden und hatte zu dem Zeitpunkt gerade mal knapp 70 Minuten gespielt. Den Blicken von Bassist Corey Allender nach zu urteilen war die Band sehr gerührt von der euphorischen Stimmung und den nicht endenden Rufen nach einer weiteren Zugabe und sie hätten wohl auch gerne weitergemacht.

Die Location (der Insider erkennt: nicht unweit der Oberbaum-Brücke):



Hätte man auf den Support-Act verzichtet, so wäre genug Zeit gewesen. Aber so kam das Publikums in den Genuss des Berliner Künstlers „Brother Grimm“ der mit seinen Soundscapes und verzerrten Gitarrenriffs mehr als nur Höflichkeitsapplaus bekam. Im Internet wird er so beschrieben: „Der Solokünstler Brother Grimm (Vorname: Dennis) ist ein kantig-sperriger Berliner Existentialist mit wirrem Haar und Vollbart, der mit expressiver Nicht-Stimme, Gitarren-Noise und Loops die Düsterheit eines frühen Nick Cave mit dem Kopfkino von Godspeed You! Black Emperor paart und so einen minimalistischen Post-Punk-Blues für das 21. Jahrhundert entwirft.“ Diese kurze Einschätzung trifft zu. Ich fand ihn sehr interessant. Hier mal ein kurzer Schnipsel:

Brother Grimm - Brothers & Sisters

Brother Grimm in action:




Dann nach nur kurzer Pause legten aber endlich die Männer um Bandgründer Dave Heumann los - und wie. „Renouncer“ vom 2013er Album Coming out oft he fog kam grollend und heftig daher, gar nicht zu vergleichen mit der Studioversion. Überhaupt ist die Band live um einiges härter als auf CD. Anfängliche Soundprobleme, so war der Gesang zunächst fast gar nicht zu verstehen, bekamen die Mixer im Verlaufe des Abends zum Glück in den Griff. Einen Top-Sound kann man ohnehin in so einem Club, wo knapp 200 Leute reinpassen und der schlauchförmig angelegt ist mit niedriger Decke, nicht erwarten.

Renouncer

Schlagwerker Brain Carey im blauen Nebel (Fotos waren aufgrund des diffusen Lichts kaum vernünftig hinzukriegen, vor allem nicht mit einer Smartphone-Cam)



Arbouretum bedienen sich seit ihrem 2004er Debüt „Longe live the well-doer“ versiert beim Progressive-Sound der frühen 70er, beim Hardrock ebenso wie beim Blues und englischem Folk, haben aber auch einen offensichtlichen Bezug zum Anti-Folk eines Will Oldham. Das Quartett aus Baltimore vermag es, musikalisch starre Genres aneinander zu koppeln und miteinander unter großem Getöse zu versöhnen. Dark-Folk-Rock (schöne neue Wortspielerei!), wie ihn eine imaginäre, von Crazy Horse angetriebene und von Richard Thompson betextete Jam-Session nicht leuchtender hervorbringen könnte.

Im Zentrum der Blues/Folk/Rock-Mischung stehen Dave Heumanns Gesang und seine melodiösen Gitarrenlinien, die oftmals an die Grenze zur Improvisation stoßen. Unterstützt wird er durch die treibenden Rhythmen von Corey Allender und Brian Carey an Bass und Drums und die (am Samstag kaum zu vernehmenden) Keyboards von Matthew Pierce. Der Bass wird dabei fast schon als Rhythmus-Instrument eingesetzt, da er leicht verzerrt gestimmt ist. Unvergleichlich bleibt aber das Gitarrenspiel von Heumann, der ganz links auf der Bühne steht und bei seinen Soli total in sich versunken scheint. Dem Vernehmen nach findet er Entspannung bei langen Waldspaziergängen. Bestimmt fallen ihm da auch die mitreißenden Songs und Soli (sein Vorbild soll Jimi Hendrix sein) ein. Die Kommunikation mit dem Publikum beschränkt sich auf kurze Dankesworte und auch mit der Band kommuniziert er nur sporadisch mit kurzen Blicken, aber das Quartett scheint ohnehin blind aufeinander eingespielt zu sein.

Dave Heumann ist unbestrittener Leader der Truppe



Immer wieder streuen sie dann aber auch ruhigere Stücke aus ihrem umfangreichen Repertoire ein, so wie „Fall from an Eyrie“ vom neuen Album Song of he rose oder „Song oft he pearl“ vom gleichnamigen Album, dabei wird die Bühne in rotes Licht getaucht und die Nebelmaschine angeworfen was eine reizvolle Atmosphäre zaubert. Allerdings bekommen die heftig rockenden Stücke mehr Applaus, das Publikum am Samstag wollte wahrscheinlich „hart rangenommen werden“. Mir persönlich sagen die leicht mäandernden und zwischendurch immer mal wieder eruptiven Titel aber besser.

Gitarre, Bass und Keyboard im Shining light



Kleiner Wermutstropfen: das geniale Pale Rider Blues vom 2007er Rites of Undercovering stand leider nicht auf der Setlist. Und wie schon gesagt: es war leider viel zu kurz….

Der Chef

To live without my music would be impossible to do - "Music", John Miles.
Dieser Post wurde 2 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 13.06.2017 - 08:35 Uhr von Stattmeister.
nach unten nach oben
Mr. Upduff offline
Produzent
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: REUNION  Basemountainhome
Alter: 57
Beiträge: 11643
Dabei seit: 02 / 2007
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 09:16 Uhr  -  
...toll und danke...als wenn ich Hinterländler mit der Musik in Frieden mit dabei gewesen wäre...
Man muß sich verändern, um zu bleiben wie man ist!
nach unten nach oben
nixe online
Toningenieur
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: GERMANY  am Rande von NDS
Alter: 55
Beiträge: 7030
Dabei seit: 10 / 2015
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 10:15 Uhr  -  
THX für dieses tolles Resümee, macht Lust auf mehr & wenn ich bedenke, das ich aufgrund des covers die Bands verwechselt habe & dann doch feststelle, das ich doch seit langer Zeit eine CD besitze, sie rauskrame & siehe da, fast wie eine NeuEntdeckung!
Tschüß
nixe



!!!I like Prog!!!

!!!Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!!!
Dieser Post wurde 1 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 13.06.2017 - 11:12 Uhr von nixe.
nach unten nach oben
radiot offline
DJ
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: GERMANY  Berlin
Alter: 62
Beiträge: 3251
Dabei seit: 05 / 2008
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 13:28 Uhr  -  
@Stattmeister: Tiefenanalyse. Respekt!

radiot grüßt! 8)
"Twist and Shout" riefen die Beatles, und die Nachbarn riefen zurück: "Mach' die Musik leiser".
(Thomas Steinfeld "Riff - Tonspuren des Lebens", Dumont-Verlag 2000)
nach unten nach oben
Proggy offline
Toningenieur
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: GERMANY 
Alter: 54
Beiträge: 6830
Dabei seit: 06 / 2014
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 16:31 Uhr  -  
Klasse Dirk, toller Bericht. Hat mir sehr gut gefallen, aber vllt. legst du ja auf Brittas Meinung mehr wert?! Wegen des besseren Geschmacks.....! :sick:

LG aus dem Harz
nach unten nach oben
Ziggy offline
DJ
Avatar
Geschlecht: männlich
Herkunft: keine Angabe  SüdOstNiedersachsen
Alter: 58
Beiträge: 2884
Dabei seit: 07 / 2015
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 13.06.2017 - 17:04 Uhr  -  
Ganz feiner Bericht! ://
"Das Quartett aus Baltimore vermag es, musikalisch starre Genres aneinander zu koppeln und miteinander unter großem Getöse zu versöhnen. Dark-Folk-Rock (schöne neue Wortspielerei!), wie ihn eine imaginäre, von Crazy Horse angetriebene und von Richard Thompson betextete Jam-Session nicht leuchtender hervorbringen könnte."

Das trifft es ziemlich gut, finde ich!

LG, Ziggy
Lauchsuppe ohne "L" ist auch Suppe!
nach unten nach oben
holger_fischer offline
DJ
Avatar
Geschlecht: männlich
Herkunft: keine Angabe  Meinerzhagen
Alter: 55
Beiträge: 3664
Dabei seit: 04 / 2007
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 20.06.2017 - 21:12 Uhr  -  
Danke für den Bericht. Du hattest mir die Band ja bereits persönlich ans Herz gelegt. Werde wohl kaufmäßig tätig werden.
nach unten nach oben
sunny offline
Toningenieur
Avatar
Geschlecht: männlich
Herkunft: keine Angabe 
Alter: 55
Beiträge: 9298
Dabei seit: 05 / 2011
Private Nachricht
Betreff: Re: Arbouretum, 10.06.2017, Musik & Frieden - Berlin-Kreuzberg  -  Gepostet: 01.07.2017 - 09:18 Uhr  -  
danke für en tollen Bericht aus Berlin, schön das auch einige Forumsmitglieder dabei waren.
Die Hörbeispiele lass ich mal anspielen :D :D
rockige Grüße Sunny
nach unten nach oben
 


Registrierte in diesem Topic
Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Cookies von diesem Forum entfernen  •  FAQ / Hilfe  •  Teamseite  •  Impressum   |  Aktuelle Ortszeit: 18.11.2017 - 18:47