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Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln



Stattmeister offline
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Betreff: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 05.12.2017 - 17:20 Uhr  -  


Band: Anathema - Special Guest: Alcest
Location: Live Music Hall, Köln
Datum: 16.11.2017
Delegation vom Zirkus: Negerhalle und Stattmeister


„Die Gigs in Deutschland waren die besten Konzerte die wir während der laufenden Tour gespielt haben.“ Dieses Statement von Vincent Cavanagh, Frontmann von Anathema, kurz vor dem Zugabenblock, war aus meiner Sicht nicht nur „fishing for compliments“ sondern absolut ehrlich gemeint. Zum ersten Mal habe man, so Cavanagh weiter, eine Tour unter professionellen Bedingungen durchführen können. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich gerade beim letzten Konzert in Deutschland auch noch einmal richtig ins Zeug gelegt haben um sich bei den deutschen Fans zu bedanken.

Zunächst gab aber pünktlich um 19.30 h die mir bis dato unbekannte französische Band „Alcest“ ihre Visitenkarte in der Kölner Live Music Hall ab. Und ich denke, dass ihr energiegeladener Auftritt ihnen manchen neuen Fan beschert haben dürfte. Ich fand auf jeden Fall Gefallen an einigen Stücken, insbesondere dann, wenn längere, leicht sphärische Instrumentalparts anstanden. Die ausschließlich in ihrer Muttersprache singende Band um Gründungsmitglied „Neige“ und seinem Schlagwerker „Winterhalter“ sehen sich selbst als Blackgaze- oder Shogazing-Act , können aber ihren Ursprung aus dem Metal-Bereich nicht ganz leugnen, was sich bei gelegentlichen Growl-Einlagen zeigte. Den Wechsel zwischen dieser fiesen Stimme und dem harmonischen Klargesang bekam „Neige“ aber gut hin.

Zahlreiche verträumte Stellen wechseln sich bei Alcest ab mit Heaviness, dazu gibt es immer wieder faszinierende Gitarrenklänge – der Klangteppich, den die beiden Franzosen (die sich live mit zwei weiteren Musiker verstärken) boten, war sehr dicht. Die atmosphärischen Momente der Stücke kamen gut rüber – hier erinnern sie bisweilen stark an Opeth.


Alcest wussten durchaus zu überzeugen

Ebenso atmosphärisch dicht, wie Alcest aufgehört haben, beginnen nach der Umbauphase dann auch die Headliner des Abends. Anathema starten mit "San Francisco" von ihrem neuen Album „The Optimist“ zunächst mit instrumentalen Klängen, bei denen der optische Schwerpunkt ganz eindeutig auf den stimmungsvollen Animationen der Videoleinwand liegt. Der Zuschauer blickt, wie vom Cover des Album „A fine day to exit“ bekannt, durch eine Windschutzscheibe auf einen Strand und man vernimmt das Plätschern der Wellen, während sich die Cavanagh-Brüder und ihre Mitstreiter langsam eingrooven.

Kaum ist der instrumentale Anfang vorüber, wird die Band auch schon euphorisch begrüßt. Man merkt: Anathema haben zahlreiche treue Anhänger. Die Live Music Hall, die rund 1200 Besuchern Platz bietet, ist an diesem 16.11. nahezu ausverkauft. Als Sänger und Rhythmusgitarrist Vincent Cavanagh zum ersten Mal ans Mikrofon tritt, erhält er ebenso lautstarken Applaus wie sein Bruder Daniel, der Hauptsongwriter der Liverpooler. Vincent greift zu akustischen wie elektrischen Gitarren und lässt sich auch an Keyboards und Percussion blicken. Der mit Kopfhörern auftretende Daniel hingegen legt immer wieder sein sechssaitiges Lieblingsinstrument beiseite, um sich den schwarzen und weißen Tasten zu widmen. Untermalt wird diese Vielseitigkeit durch ebenso atmosphärische bewegte Bilder von der Leinwand, die ein Spektrum von nächtlichen Autofahrten über den Himmel und den Kosmos bis hin zu Lava und brennenden Planeten abdecken.


Die kreativen Köpfe von Anathema - die Brüder Daniel (links) und Vincent Cavanagh

Beim dritten Stück „Endless Ways“ zeigt sich auch erstmalig Sängerin Lee Douglas auf der Bühne die diesem melancholischen Song (mein Favorit von „The Optimist“ neben „Springfield“) mit ihrem Gesang eine sehr eigene Note gibt. Für mich sind ihre Beträge auch schon lange unverzichtbarer Bestandteil des Anathema-Sounds – schön, dass sie auf der aktuellen Platte auch einen erhöhten Anteil bei den Gesangsparts erhalten hat. Allerdings merkt man ihr ihre Schüchternheit auf der Bühne nach wie vor an und sie wirkt bei ihren tänzerischen Bewegungen immer etwas unbeholfen.


Lee Douglas in ihrem Element

Der Schwerpunkt der Songauswahl liegt natürlich auf dem aktuellen Album und weil dieses quasi die Fortsetzung von „ A Fine Day To Exit“ (von 2001) darstellt, landen auch fünf Songs davon auf der Setlist. Darunter "Pressure", optisch ergänzt mit dem Videoclip von dem Mann im Auto, der an den Strand fährt, weil er sich dem Druck und seinen Problemen nicht mehr gewachsen sieht, um dort seinem Leben ein Ende zu setzen.

Das Covermotiv mit dem Strand wird dann mehrfach als Hintergrund zu den Songs dieser Scheibe gezeigt. Genauso eindrucksvoll untermalen dann einige Videos mit Sonneneruptionen die Songs und sehr futuristische Bilder begleiten den Bandklassiker "Closer" bei dem Vincent zum druckvollen Finale an die Percussions wechselt. Das macht er dann auch bei der Zugabe "Distant Satellites" was dem Song, der gekonnt TripHop-Elementen adaptiert, einen sehr hypnotischen Anstrich verleiht.


"Closer" wird druckvoll von Vincent an den Percussions begleitet

Gefeiert wird auch das magische „A simple mistake“ vom vielerorts hoch gelobten Album „We`re Here Because We`re Here“ – ein Song der nach ruhigem Beginn plötzlich zu explodieren scheint und sicher für viele Jahre auf der Setlist bleiben wird. „This song changed my life“ ließ uns ein begeisterter Fan wissen der einen kurzen Dialog mit Daniel führte. Überhaupt zeigten sich die beiden Brüder recht aufgekratzt und kommunikativ und gingen häufig auf Zurufe aus dem Publikum ein.


Interessante Videoeinspielungen untermalen die einzelnen Songs

Für meine derzeit liebsten Songs „Springfield“ und „Untouchable (Part 1 und 2)“ musste ich zwar bis zum Zugabenblock warten, aber das war angesichts des absolut mitreißenden Auftritts zu verschmerzen. Nach gut 2 Stunden entließen Anathema mit eben diesem „Untouchable“ dann ein euphorisiertes Publikum in die kalte und dunkle Kölner Novembernacht.


Lee Douglas sowie Jamie Cavanagh (Bass) und John Douglas (Drums) performen "Springfield"

Setlist:
San Francisco
Can't Let Go
Endless Ways
The Optimist
The Lost Song, Part 3
Barriers
Pressure
Panic
Looking Outside Inside
Thin Air
A Simple Mistake
The Beginning And The End
Universal
Closer

Zugaben:
Firelight
Distant Satellites
Springfield
Untouchable, Part 1
Untouchable, Part 2
To live without my music would be impossible to do - "Music", John Miles.
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dan offline
God's Monkey
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Betreff: Re: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 05.12.2017 - 17:28 Uhr  -  
Schöner Bericht! Die Sängerin ist schon klasse! Die letzte Scheibe von denen hat mir allerdings nicht so gut gefallen. :-(
„Die Rockmusik hat 1974 ihren Höhepunkt erreicht. Das ist wissenschaftlich belegt!“(aus ner BBS-Kritik)
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badMoon offline
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Betreff: Re: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 05.12.2017 - 17:59 Uhr  -  
Hi Mister Stattmeister,

...haste ja endlich gelernt, Deine Knipse zu bedienen ^_^

OK, Ernst beiseite, Spaß komm raus.

Vielen Dank für den schönen Konzertbericht. Wie es scheint, hast Du einen schönen Platz im vorderen Mitkampfbereich ergattert.

Anathema habe ich bisher lediglich einmal live erlebt. Dies gemeinsam mit Opeth, sie gaben in der Bochumer Christuskirche ein Konzert (...bei dem auch Scoot (hallo da oben, alter Haudegen) zugegen war). Die Setlist, Deine euphorische Beschreibung, die offensichtlich tolle Atmosphäre und die Eindrücke Deiner Bilder machen Appetit auf ein neues Konzert. Dieses von Dir besuchte scheiterte lediglich aus zwei Gründen: der Termin ist nicht sehr arbeitnehmerfreudig, und die Live Music Hall gehört nicht zu meinen favorisierten Arenen.

Ansonsten - einen nächsten Anathema-Besuch könnte ich mir durchaus gemeinsam mit der Sauerlandbande vorstellen.

Nochmal Danke für den schönen Bericht :happy:
Käse immer unten.
Dieser Post wurde 1 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 05.12.2017 - 18:00 Uhr von badMoon.
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radiot offline
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Betreff: Re: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 05.12.2017 - 19:28 Uhr  -  
Absolut nicht meine Baustelle, aber trotzdem Danke für deinen Bericht, Dirk!

radiot grüßt! 8)
"Twist and Shout" riefen die Beatles, und die Nachbarn riefen zurück: "Mach' die Musik leiser".
(Thomas Steinfeld "Riff - Tonspuren des Lebens", Dumont-Verlag 2000)
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Shamble offline
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Betreff: Re: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 05.12.2017 - 20:21 Uhr  -  
Geht mir genauso wie Radiot, aber bei dem Bericht wünschte ich es wäre meine Baustell. Danke für den Bericht, Stattmeister.
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Stattmeister offline
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Betreff: Re: Anathema (Special Guest: Alcest), 16.11.2017, Live Music Hall, Köln  -  Gepostet: 06.12.2017 - 09:58 Uhr  -  
Zitat geschrieben von badMoon

Vielen Dank für den schönen Konzertbericht. Wie es scheint, hast Du einen schönen Platz im vorderen Mitkampfbereich ergattert.

Anathema habe ich bisher lediglich einmal live erlebt. .


Ansonsten - einen nächsten Anathema-Besuch könnte ich mir durchaus gemeinsam mit der Sauerlandbande vorstellen.

Nochmal Danke für den schönen Bericht :happy:


Das stimmt, nachdem ich mich zunächst mit Negerhalle im hinteren rechten Thekenbereich aufgehalten hatte, habe ich mich zur Hälfte des Konzertes langsam vorgearbeitet und stand gegen Ende in einer der vorderen Reihen.

Ich sah sie auch bisher einmal, 2012 auf dem Herzberg.

Gerne, sollten wir im Auge behalten. Ich denke sie werden auch 2018 wieder touren.
To live without my music would be impossible to do - "Music", John Miles.
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