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Hermann Keller

30.3.1945 - 26.3.2018

radiot offline
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Betreff: Hermann Keller  -  Gepostet: 09.04.2018 - 19:23 Uhr  -  
Hermann Keller 30.3.1945 – 26.3.2018

Freilich, und warum auch, wird ihn kaum jemand kennen. Die Kieler Sprotte vielleicht, mag sein, dass ihm Keller oder sein Umfeld an Jazzmusikern der gr. DDR d. Welt wie z. B. und exemplarisch Manfred Schulze oder Andreas Altenfelder zumindest vom Namen her geläufig sind.

Hermann Keller habe ich erstmalig in Peitz bei einer der vielen Jazzwerkstätten gehört. Am 28. März 1976, um genau zu sein, trat die Manfred Schulze Formation & Hermann Keller auf. Als absoluter Gegensatz gab es an diesem Abend auch das Schweizer Quintett „OM“ zu hören.

In der Folge konnte Keller immer mal wieder gehört werden, u.a. auch mit dem „Berliner Improvisations-Quartett oder Trio“ mit Keller p, Manfred Schulze bs, cl und Winfried Winfried Staufenbiel vc.

Vor ein paar Jahren dann noch ein Auftritt im Kino Babylon in Berlin, da wurde extra aus seiner Wohnung ein präparierter Flügel herangeschafft, um auf ihm musizieren zu können.

Keller, klassisch ausgebildeter Pianist, Komponist und Musiktheoretiker interessierte sich auch für improvisierten Jazz. Über diese Schiene bekamen wir ihn überhaupt erst zu hören. Auch bei AMIGA war man „rührig“ und veröffentlichte sogar eine Schallplatte, diese hier



Berliner Improvisations-Quartett, AMIGA 1979 mit Winfried Staufenbiel vc, Manfred Schulze bs, cl, Andreas Altenfelder tp und Hermann Keller p.

Keine leichte Kost, aber wir haben uns dies angehört, da „Free Jazz“ und Improvisationsmusik eben mal was ganz anderes war, als die doch bekannten Rockrhythmen. Und nebenbei war/ist die Musik auch noch gut, man muss sich nur darauf einlassen können.

Hermann Keller kam in diesen Jahren, er lehrte ja schließlich auch Improvisation und Tonsatz an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin (ab 1981 dann freischaffender Komponist und Pianist), immer mit einer Aktentasche auf die Bühne. Darin seine Noten. Es sah immer aus, als käme er zum Dienstantritt.

Sein Interesse galt auch dem „präparierten Klavier“. Einfach so einen Flügel bedienen, war nicht genug. Als Musiker und Klangforscher treibt es diese Leute ja in andere Gefilde. Leider gibt es nicht viele Tonaufnahmen von ihm, aber sein präpariertes Klavier kann auf dieser DCD sehr gut angehöhrt werden



Hermann Keller Quartett (Keller prepared and normal piano, water drums, roto-toms, nose flute, Antje Messerschmidt v, viola, waterphone, water drums, Jürgen Kupke cl, prepared cl und Uli Weber tp, flh, swinging measurers) „Nicht Ohne Wasser“ und Hermann Keller „Solopiano 29 Stücke“, Jazzwerkstatt 2010

In der Tat ist in den Solostücken das Piano nicht zu erkennen, Keller geht es um die rhythmischen Möglichkeiten, der präparierte Flügel ist eine Art Klaviatur-Schlagzeug für ihn. Und so hört es sich auch an. Er bietet ihm die Möglichkeit, „polyrhythmische Strukturen zu gestalten, die (ihn) … zu den afrikanischen Ursprüngen des Jazz führen.“

Nun ist wieder ein Musiker, den ich „persönlich“ kannte, von der Bühne abgetreten. Zum Glück gibt es Tonkonserven.

radiot grüßt! :'-(
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören." - "Der Mensch", in "Die Weltbühne", 16. Juni 1931, S. 889f Kurt Tucholsky
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Proggy offline
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Beiträge: 7651
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Betreff: Re: Hermann Keller  -  Gepostet: 09.04.2018 - 19:52 Uhr  -  
Du verzückst immer wieder, da kann man wirklich dein Genörgel drüber vergessen!
Also, danke dafür! War sehr interessant und NEIN, kenne ich nicht!

LG aus Hinterindien
"Frank hat Musik geliebt, die nicht zusammengepasst hat, und hat sie dazu gezwungen, zusammenzupassen." G.D.
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Jersch offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Hermann Keller  -  Gepostet: 11.04.2018 - 16:27 Uhr  -  
Das BERLINER IMPROVISATIONSQARTETT ist mir bekannt, sowohl die vorgestellte LP, als auch die Musiker selber. Die habe glaube ich in der Kongreßhalle in Leipzig zu den JAZZTAGEN gesehen. Erinnerungen habe ich an beide Begegnungen nur ganz wenige!
"Wenn ich mir die Dinge anschaue, die mir das meiste Vergnügen und die größte Inspiration vermitteln, dann sind es immer die Dinge, die höchst verletzlich erscheinen, die jedermann zu hassen scheint oder um die sich niemand kümmert. Was mich kaum berührt und mich sogar ängstigt, ist alles, was selbstverständlich und selbstgefällig erscheint."

ROBERT WYATT
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