Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

 
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Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 30.03.2015 - 15:17 Uhr  ·  #1
Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

Otis Taylor ist Jahrgang 1948 und stammt aus Chicago. Sicher sind das gute Voraussetzungen für einen guten Bluesmusiker afroamerikanischer Abstammung.
Allerdings wuchs der junge Mann in Denver, Colorado, auf. Nach einer schöpferischen Pause zwischen 1977 und 1995 ist er seitdem ständig als Musiker tätig.

Zwischen "Blue Eyed Monster" aus 1997 und dem aktuellen Album liegen etwa zwölf Veröffentlichungen, die allesamt unterschiedlich sind in ihrer Ausprägung. Nur eines haben sie gemein, es ist kein typischer Chicago Blues.
So ist auch die neue Platte eigentlich keine reine Bluesplatte, und die früher oftmals reduzierte Stimmung und archaische Ausprägung ist nunmehr gewichen zugunsten größeren Aufwands und durchdachter Arrangements und knüpft damit an die 2013er Veröffentlichung "My World Is Gone" an. Inhaltlich hat sich der Musiker viel mit sozialen Brennpunkten und Missständen beschäftigt, gemessen an der harten Realität, der viele Afroamerikaner heutzutage noch ausgesetzt sind.

Musikalisch spannen die Songs dieser Platte einen Bogen von Rock, tranceartigen Elementen mit psychedelischem Einschlag und etwas Jam-Charakter über Blues und Folk zu Americana. Selbst hat er seine Musik einmal als Trance Blues bezeichnet.
"Hey Joe", genau - jener Song von (wahrscheinlich) Billy Roberts findet sich neben der Erwähnung im Plattentitel noch zweimal in unterschiedlichen Versionen auf der Platte.
In "Hey Joe" verschwindet der Mörder nach Mexiko, dieses scheint sich wohl durch die Verwendung der Trompete (in der ersten Version) ausdrücken zu wollen, jedenfalls bringe ich das damit in Verbindung. Fast nahtlos geht der Song über in das lange Instrumental "Sunday Morning", ja, hier wird gejammt, was das Zeug hält, und unterstützt wird Otis hierbei durch den Gitarristen Warren Haynes.

"Heart Is A Muscle Used To Play The Blues", so singt der Protagonist in bester Manier im Stil eines John Lee Hooker auf dem gleichnamigen eindringlichen Bluessong, das ist stark ergreifend und emotional packend. An Taj Mahal in dessen luftiger Ausprägung zieht "Red Meat" seine Runden und nach diversen Wechselspielen unter Verwendung von jeweilig prägenden Elementen wie Streichern oder Bläsern setzt die Abwechslung ihren Weg bis zum Ende der Platte fort, einen formidablen Eindruck hinterlassend, nämlich den, eigentlich nichts und eigentlich doch viel Neues gehört zu haben. Denn wie Taylor es vermag, traditionelle Elemente zu verflechten und ihnen ein neues eigenes Profil zu verschaffen, ist beeindruckend.

Die Songs:
1 Hey Joe (A)
2 Sunday Morning (A)
3 Heart Is A Muscle Used To Play The Blues
4 Red Meat
5 Peggy Lee
6 They Wore Blue
7 Hey Joe (B)
8 Sunday Morning (B)
9 Cold At Midnight
10 Sunday Morning (C)

Die Musiker:

Otis Taylor (vocal, guitar)
Anne Harris (violin)
Todd Edmunds (bass)
Larry Thompson (drums)
Ron Miles (cornet)
Taylor Scott (guitar)
Daniel Sproul (guitar)
David Moore (banjo, piano)
Steve Vidaic (organ)
Gus Skinas (Moog synthesizer)

Special Guests:

Warren Haynes (guitar)
Bill Nershi (acoustic guitar)
Langhorne Slim (vocals, acoustic guitar)



Bluesgang
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 04.04.2015 - 11:53 Uhr  ·  #2
vielen Dank für die Vorstellung, von Otis habe ich bis dato nichts.
Klingt verlockend :D
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 04.04.2015 - 12:15 Uhr  ·  #3
bis heute Abend sollte der gute Otis seine Zelte bei mir aufschlagen,
die Jimi Hendrix Sachen haben mich spontan überzeugt. :D
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 06.09.2016 - 19:02 Uhr  ·  #4
Dreht sich hier gerade zum zweiten Mal, und ich bin absolut begeistert... von der gesamten Scheibe.
Mein Lieblingssong ist Hey Joe... genial das Zusammenspiel von Gitarre, Geige und Kornett.


Danke Firebyrd für die treffende Rezension.
Danke Ziggy, dass du Hey Joe auf deinem Sampler hattest.
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 06.09.2016 - 21:44 Uhr  ·  #5
Ich hoffe, das ich dieses Album im Net finde!
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 14.09.2016 - 09:49 Uhr  ·  #6
wie treffend - Otis Taylor auf dem Ziggy-Sampler und hier die Rezi zum Album,
welche nur noch bestärkt, was ich mir nach Hey Joe schon dachte - haben will !!
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 14.09.2016 - 21:33 Uhr  ·  #7
Ebenfalls Danke Firebyrd für diese, wie bei dir gewohnte, interessante Rezi.
Da kann man wenigstens noch lesen wie es sich anhört und sich darunter was vorstellen kann.

Werde ich mich aufjedenfall darum kümmern.
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 15.09.2016 - 10:43 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von firebyrd

Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

unter Verwendung von jeweilig prägenden Elementen wie Streichern oder Bläsern setzt die Abwechslung ihren Weg bis zum Ende der Platte fort, einen formidablen Eindruck hinterlassend, nämlich den, eigentlich nichts und eigentlich doch viel Neues gehört zu haben. Denn wie Taylor es vermag, traditionelle Elemente zu verflechten und ihnen ein neues eigenes Profil zu verschaffen, ist beeindruckend

so ist es : eigentlich nichts Neues - hatte mir schon letztes Jahr die Platte angehört - hört sich auch ganz nett an aber von der Art Musik habe ich jede Menge und hab sie auch nicht gekauft...

mein Highlight ist hier Hey Joe B - Hey Joe ist eh seit 1967 einer meiner Lieblingssongs - die B Version ist richtig klasse...
Proggy
 
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 16.09.2016 - 20:48 Uhr  ·  #9
Gerade gesehen- das ist eine wundervolle Scheibe!
Herrlich, grandios, genial usw. -usf.!
LG Progbanjo
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 23.02.2017 - 20:57 Uhr  ·  #10
Ich finde die Scheibe recht interessant. Die beiden Hey Joe Coverversionen sind aber tatsächlich grosse klasse!
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 13.04.2018 - 20:33 Uhr  ·  #11
Sie lief heute mal wieder und erscheint mir immer besser. Allein dieses immer wieder mal aufkommende Banjo...immer dann wenn man nicht damit rechnet.
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Re: Otis Taylor - Hey Joe Opus Red Meat

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Gepostet: 21.05.2018 - 13:28 Uhr  ·  #12
wieder hoch hol mit einem schonen Konzert von 2015 und einer abgefahrenen "Hey Joe" Version
mit 2 Violinen
fängt verhalten an und steigert sich - sehr fein.
https://www.youtube.com/watch?v=pWUaw-5H3iY

auch nett hier von 2013 - etwas kürzer und direkter :
https://www.youtube.com/watch?v=qXUY_gaotXE


beide Konzerte haben ihren Charme
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