Beatnik - Hall Of Fame

 
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:01 Uhr  ·  #26
Mark-Almond - Weder Blues noch Jazz

Aber ein genialer "Alles-in-Allem"-Bastard fand ich die Gruppe Mark-Almond um den Gitarristen Jon Mark und den Saxophonisten Johnny Almond.

Genial war für mich vor allem die Entwicklung dieses Duos mit einem immerwährenden Stelldichein von allerlei Jazz-, Blues- und Rockprominenz. Das fing glaub ich mal mit Jon Mark anfang der 60er Jahre an, als er mit dem späteren Cat Stevens-Gitarristen Alun Davis die Platte "Relax your Mind" machte. Irgendwann tauchte der Name Jon Mark dann wieder auf, und zwar bei der tollen Band "Sweet Thursday" im Jahre 69. Danach muss Jon Mark wohl bei John Mayall's Bluesbreakers den Saxophonisten Johnny Almond kennengelernt haben. Jedenfalls haben die beiden dann nach nur einer Platte mit Mayall ("Turning Point") das Duo, resp. die Band "Mark-Almond" gegründet. Das war schon eine ziemlich interessante Konstellation: Jazz-Saxophon und klassische Akustikgitarre. Damals in der progressiven Zeit natürlich genau richtig. Johnny Almond war bei Zoot Money's Big Roll Band dabei und versuchte es auch solo mit seiner "Music Machine".

Das Debutalbum "Mark-Almond I" fand ich sensationell gut, mit "The Ghetto" und "The City" waren hier schon zwei Mark-Almond Klassiker vertreten, die sie während ihrer ganzen Karriere dauerhaft im Repertoire hatten und auch später nochmals neu einspielten.


"Mark-Almond II" dagegen fiel gegenüber der ersten LP ziemlich ab. Danach folgte allerdings in Form der Alben "Rising" und "'73" ihre für mich eindeutig kreativste Phase. Vor allem die "'73" finde ich heute noch etwas vom Feinsten, was aus der damaligen Zeit stammt. Die Live-Tracks "Get Yourself Together" und "What Am I Living For": Zwei Songs, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Erst toll groovender Jazz-Rock, danach folkig-rockige Ballade - einfach toll. Die jazzige Fellini-Hommage "Clowns" auf der B-Seite und der Schluss-Song "Home to You" wieder fast Simon & Garfunkel-like. Der Hammer!

Danach folgten Alben wie "Tuesday in New York" und "Other People's Rooms", wo sie dann ihre Top-Songs "The Ghetto" und "The City" neu einspielten. Auch diese beiden Platten sind wunderschön.

Und schliesslich "To The Heart" im Jahre 76, das mir persönlich immer noch am besten gefällt. Das ist so ein zeitlos gutes Album, das man es sich heute immer noch auflegen kann. "Trade Winds" ist so ein akustisches Cat Stevens-Ding, das in der Mitte Calypso-Feeling erhält und danach wieder zurückfällt in dieses unendlich traurige Akustikgitarrenthema von Jon Mark:

"When I wake up early in the morning - just another old workin' Day
and this old world keeps turnin' - in the same old way
let me take you where the trade winds blow and the sun does always shine!
And I'll stay with you until you change your mind"

"New York State of Mind/Return to the City" ist eine Neu-Einspielung des Songs "The City" vom Debutalbum mit dem einleitenden Standard, in welchem schon Frankie Boy in den Fünfzigern dem Big Apple gehuldigt hat. Wenn man bedenkt, dass auf diesem Album sich Jim Gordon und Billy Cobham an den Drums ablösen, kann man sich in etwa die Bandbreite des Albums vorstellen. Einer der besten Blues/Rockdrummer und eine Jazz-Grösse. Dazu Tommy Eyre an den Keyboards (an den hier noch einmal erinnert sei mit seinem tollen Projekt mit Roger Sutton, genannt "Riff Raff" - das nämlich auch in diese musikalische Richtung geht).

Ich bin nicht unbedingt ein grosser Jazz-Fan, aber für Mark-Almond schwärme ich seit ganz jungen Tagen. Das mag sicher auch daran liegen, dass der sehr gefühlvolle Gitarrist Jon Mark einen feinen, lyrischen Gegenpart zum Vollblut-Jazzsaxohponisten Johnny Almond bildete. Zusammen haben sie Musik gemacht, die vielleicht näher am Geschmack der Massen war, als ihnen selbst lieb war.

Empfehlenwerte Mark-Almond Scheiben:

Mark-Almond I
Rising
'73
To The Heart

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:08 Uhr  ·  #27
The Mysterious Myndfuckin’ World of Señor Tito Larriva

Für die einen ist es Schokolade - für die anderen die längste Praline der Welt. So lässt sich vielleicht grob in etwa das musikalische Oeuvre des Señor Larriva umschreiben. Fact ist nun mal, dass am Anfang von Herrn Larriva's Geschichte dieser Vampirschinken steht - Quentin Tarantino's "From Dusk 'Til Dawn". Klar, die Performance im "Titty Twister" ist einfach geil: Senor Larriva raffelt auf einem wabbelnden Torso seine "Angry Cockroaches" runter. Und das ist optisch natürlich eine Splatter-Augenweide. Auch der Song selbst ist genial, zweifellos. Und Miss Hayek’s Tabledance zu „After Dark“ ist vielleicht eine der spannendst-prickelndst-erotischsten Filmszenen überhaupt - jedenfalls läuft mir da regelmässig das Wasser im Munde zusammen.....

Indes, würde man Tito Larriva’s Welt auf diese beiden Songs reduzieren, täte man dem Mann schon ziemlich Unrecht. In den Jahren seit diesem Film hat er nämlich eine Menge ausprobiert, und dabei auch mit so manchem Vorurteil kämpfen müssen. Denn leider ist er ein Musiker, der immer wieder an diesen beiden Songs gemessen wird. Das ist sicherlich nicht ganz unverständlich, denn Filmszenen wie die aus dem „Titty Twister“ bleiben halt im Hinterkopf hängen. Das ist insofern schade, als dass dadurch ein paar ganz tolle Platten, die er gemacht hat, auf der Strecke bleiben (Schliesslich war Señor Tito in früheren Jahren auch bei den CRUZADOS dabei – einer der stärksten – hm - Vorreiter-Band der Americana-Bewegung).

Ueber das Erstlingswerk „Tarantism“ bleibt mir nur soviel zu sagen: „After Dark“ und „Angry Cockroaches“ sind meisterliche Songs, leider anders abgemischt als auf dem Original-Filmsoundtrack von „From Dusk ´Til Dawn“ (besserer Mixdown!!). Der Rest der Platte ist ebenfalls gut und bietet vor allem zig gitarristische Höhepunkte von Peter Atanasoff, welcher seine Karriere bei Paul Butterfield und Bonnie Bramlett begann.

Tito & Tarantula gab es ja bereits lange Zeit vor den legendären Auftritten im "Titty Twister" oder in Robert Rodriguez’ Film "Desperado". Bereits seit 1992 feierten Larriva und Gitarrist Atanasoff mit verschiedenen Freunden auf wöchentlichen Live-Jam-Sessions in den Cafés und Clubs von L.A. grosse, spontane Partys. 1997 dann kam es zum lang erwarteten Plattendebut und der herbe, staubige Tex-Mex-Rock auf "Tarantism" machte Fans und Kritiker völlig benommen. So schrieb Intro: "In jeder Lebenslage hörbar und trotzdem gegen jegliche Abnutzungserscheinung gefeit. Kompliment!"

„Hungry Sally and Other Killer Lullabys”, Album 2, war ebenfalls ein phantastisches Album und hatte fast gar nichts mit dem “Desert”-Touch des Erstlingswerks gemein. Die Platte war einige Ecken vielfältiger ausgefallen als das Erstlingswerk und hat dadurch natürlich viele Fans irritiert, die weitere Erotikbüschel wie „After Dark“ erwartet hatten. Wenn man allerdings tiefer in die Platte hineinhört, so stellt man fest, dass das alles so etwas wie Methode hatte und sich in wundersamer Weise immer wieder ergänzte: Neben dem fiesen Schleicher „Hungy Sally“ und dem mit viel Sixties-Feel ausgerüsteten „Slow Dream“ überzeugte vor allem der hypnotische Rock von „Love in my Blood“ und der Ohrwurm-Charakter in „Bleeding Roses“. „When You Cry“ schliesslich legt noch Platz frei für sanfte Flötentöne. Ein aussergewöhnliches Album, das leider etwas übergangen wurde. Für mich klar die beste Platte von Amigo Tito.

Mit Album 3, „Little Bitch“ hatte ich persönlich dann allerdings meine liebe Mühe. Irgendwie wirkte die Scheibe blutleer, es rockte zwar alles ganz ordentlich, aber die gestreuten Balladen wirkten ziemlich „kalkuliert“, waren kompositorisch nicht gerade Highlights und dienten wohl nur dem Zweck, das rigorose Rock-Gedresche gelegentlich etwas zu bremsen. Für Tito Larriva sicher ein ziemlich enttäuschendes, wenig berauschendes Album. Kein Tex-Mex Feeling mehr, etwas morbider, gruftiähnlicher Rock und insgesamt eher desorientiert.

„Andalucia“ habe ich dann in der Doppel-CD Edition gekauft (da gibt’s noch einige Unplugged-Tupfer dazu). Für mich ist das bislang letzte Album der Band um Señor Larriva vielleicht nicht gerade das rockigste, schon gar nicht das mexikanischste, und auch nicht das kompositorisch ausgereifteste (das ist für mich immer noch die „hungrige Sally“), aber es sit mit Sicherheit das eleganteste Album der Band. Man merkt, dass die Band insgesamt gereift ist, dass sie sich traut, auch mal neben den Schienen zu fahren. Mexikanisches Feeling wird mit spanischem Gusto angereichert und das ergibt eine ganz wunderbare Symbiose. Es gibt für mich kaum ein Album, das dem Anspruch „Sonnenuntergang mit Rotwein und Freundin im Schaukelstuhl auf der Terrasse“ gerechter wird als „Andalucia“. Die Platte erzeugt Sehnsucht nach Ferien im Süden, ganz klar. Sie ist Hintergrundberieselung und konzentriertes Hinhören in einem.

Also alles in allem: The Mysterious Myndfuckin’ World of Señor Larriva umfasst zumindest vier sehr empfehlenswerte Scheiben, die zwar nicht ganz zusammenhalten, aber immer wieder für musikalische Ueberraschungen sorgen, und somit ein doch relativ breites Spektrum verraten. Wohin Herrn Larriva's musikalische Reise in Zukunft noch gehen wird, kann daher auch kaum Jemand voraussagen, Herr Larriva selbst vielleicht ja auch nicht.

Empfehlenswerte Scheiben:

Tarantism (1997)
Hungy Sally & Other Killer Lullabys (1999)
Little Bitch (2000)
Andalucia (2002)

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:18 Uhr  ·  #28
HANDS ON THE WHEEL - Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah ?

Hands On The Wheel - keine Ahnung, ob diese deutsche Band bei den Forumsmitgliedern gut wegkommt. Ich jedenfalls finde sie sensationell. Und das schon seit vielen Jahren. Es war nicht gerade einfach, an die CD's der Band zu gelangen, und eine Platte (oder mehrere ?) habe ich auch nie irgendwo finden können.

Angefangen hatte alles am 5. November 1996, als ich (während Aufnahmen im Tonstudio) in Ulm mit Freunden der mir völlig unbekannten Band lauschen konnte. Dabei fiel mir vor allem der Sänger Thomas Ripphahn auf, der über eine wohlig warme, sehr sympathische Stimme verfügte. Die Band hatte davor grad die CD "Promised Land" veröffentlicht, welche ich mir dann einige Zait später auch kaufte.

"Promised Land" hat ein Textbooklet aus Packpapier - sieht sehr schön aus. Vor allem aber finden sich auf der CD zeitlose Ohrwürmer, die man sich auch nach vielen Jahren noch immer mit Genuss anhören kann: "Life is a River" ist einer meiner Favoriten von Hands on the Wheel, genauso wie "Road Kill Café" oder "Never Get Enough of You".

Später fing ich dann an, Infos über die Band zu sammeln und dabei entdeckte ich, dass die Gruppe schon vorher Platten gemacht hatte. so fand ich kurz darauf die CD "The Seed" von 1994, eine wunderschöne Scheibe mit Songs, die man nie vergisst: "For Your Love" (erinnert ein bisschen an U2), "Sold down the River" (klasse!), das melancholische "Too Easy Too Late" und der Traumsong "Face The Music", der mir alleine schon der warmen Stimme Tom Ripphahn's wegen so gefällt. Dazu gesellt sich ein Albert Hammond Cover ("The Free Electric Band" - gefiel mir ohnehin immer!) und mit "Run!" ein rock'n'rolliger Edel-Americana, der so gar nicht deutsch wirkt. Das Stück "Too Easy Too Late" habe ich dann auch selbst einmal im Studio eingespielt, offiziell aber nicht veröffentlicht.

Und zu guter letzt habe ich dann in einem Second Hand Shop noch eine dritte CD der Band ergattert: "Restless Heart", von der ich leider nicht sagen kann, aus welchem Jahr sie stammt. Die CD scheint "handmade" zu sein, denn anstelle eines Booklets ist nur je eine Laserkopie als Cover und Inlett vorhanden, dazu ein kleiner Konzertflyer. Ausser dem Titeltrack kriege ich bei "Still Waters Run Deep", "In Your Eyes", "For Your Love" (dem Zweiteiler) und "Never Going Home" Gänsehaut und ich frage mich ernsthaft, warum ich in meinem gesamten Bekanntenkreis nie den Namen dieser Band gehört hatte. Oder waren die in Deutschland populär ?

Jedenfalls finde ich es schön, dass ich diese Band damals entdeckt hatte, und deren Musik mir auch heute noch so gut 'reinkommt wie vor gut 10 Jahren.

Hands On The Wheel - das ist zeitlos gute Popmusik ohne jegliche Abnützungserscheinungen.

Meine CD's:

Restless Heart (Roving Records 24464, 19??)
The Seed (EMI Electrola 7243 8 29537 2 2, 1994)
Promised Land (Roving Records 307.2212.2, 1996)

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:25 Uhr  ·  #29
FUMBLE - The Best Unknown Rock'n'Roll Band in the World!

Anfang der Siebziger Jahre fand ein Rock'n'Roll-Revival statt, an welches heute zwar fast niemand mehr denkt, das aber die Siebziger Jahre noch ziemlich stark prägen würde. Dave Edmunds machte den Anfang, es folgten Bands wie Flash Cadillac & The Continental Kids, Sha Na Na, The Wild Angels, Daddy Cool (aus Australien!) und viele weitere, und eigentlich hypte das Ganze mehr in England als sonstwo in der Welt - Glam Rock verdankt seinen Ursprung zu einem nicht unwesentlichen Teil dem Schaffen von Marc Bolan, David Bowie, Jobriath Boone, Gary Glitter etc., welche ja eigentlich ebenfalls im Rock'n'Roll zuhause waren. Und später folgte dann mit dem Pub Rock der Vorläufer zum Punk - trockener, tougher Rhythm'n'Blues à la Dr. Feelgood, Wilko Johnson, The Motors (gaaaaanz geile Combo!!!), Eddie & The Hot Rods oder The Saints (wieder Aussies).

Rückblende:

1965 gründeten zwei College-Freunde - Des Henly und Mario Ferrari - die Band "The Iveys", zusammen mit Remo Ferrari und John Watson. Die Band existierte bis 1967, dann formierten die beiden ihre nächste Combo mit Namen "Baloons", neu mit Barry Pike und Sean Mayes, welche von "The Soulbenders" kamen. Als "Baloons" hatte die Band ziemlichen Erfolg, tourte kreuz und quer durch Europa und spielte dabei auch im Star Club Hamburg oder im Cavern in Liverpool.

1971 entschlossen sie sich zur Umbenennung in "Fumble". Ein Jahr später nahmen sie ihre erste LP auf ("Fumble") und tourten als Vorgruppe von Bill Haley durch Europa. Mit dem Plattenlabel Sovereign waren sie eigentlich am völlig falschen Platz untergekommen und so geschah es, dass die Band nicht allzuviel Airplay für das Album erhielt. Da blieb der Band nichts anderes übrig, als selbst für Werbung zu sorgen.

1973 konnten sie für David Bowie - der in jener Zeit ja bekanntlich dem wahren Rock'n'Roll frönte - auf einer Europatournee das Vorprogramm bestreiten, sie spielten am imageträchtigen Reading-Festival 73 und 74 und waren 1974 sogar Headliner am Roskilde-Festival in Dänemark. Zeitgleich erschien auch ihr zweites Album "Poety in Lotion", das nun bei RCA erschien (hatte da vielleicht Bowie's MainMan Management die Finger drin ???)

Leider konnte die Band jedoch nicht lange überdauern - Phillysound aus USA und Punk in England liessen traditionellen Rock'n'Roll ins Hintertreffen geraten. Es erschienen zwei weitere, völlig unbeachtete Alben, ein "Official Bootleg" mit Namen "Rumble with Fumble" (1979) und "It's Only a Rock'n'Roll Game" (1982). Obwohl mit EMI Electrola eigentlich ein mehrjähriger Deal vereinbart worden war, liess das Label die Band wieder fallen, nachdem die Platte nicht die gewünschten Verkaufszahlen einspielte.

Mit Album 1 und 2 haben Fumble jedoch zwei heute ziemlich in Vergessenheit geratene Perlen eingespielt. An den ausgewählten Songs - Fumble war praktisch ausschliesslich eine Coverband! - kann's nicht gelegen haben, dass der Erfolg nur mässig war. Meines Erachtens gibt es bis heute von keiner echten Rock'n'Roll Band solch traumhaft schöne und knackige Versionen bekannter R&R-Standards! Kommt noch dazu, dass vor allem Album 1 "Fumble" ein klangtechnisch absolut brilliantes Album war, das man sich auch heute noch mit Genuss reinziehen kann. Produziert hatte das damals kein Geringerer als Shel Talmy (The Who, Kinks, The Creation, The Easybeats, Small Faces, Amen Corner und und und)!

Fumble - Same (Sovereign SVNA 7254) - 1972

Side A
It Might as well Rain until September (Carol King's schöner Popsong)
One Night (der Elvis-Heuler schlechthin)
Rave On (einer von Buddy Holly's Hickser-Klassiker)
Ebony Eyes (edelsülzen-Ballade von Neil Sedaka)
Oh Carol (und nochmals Neil Sedaka, diesmal DER Popsong von 1959)
The Girl can't help it (Wer kennt das nicht ? - J.L. Lewis, Elvis etc. etc.)

Side B
Hello Mary Lou (die schönste aller Versionen des Gene Pitney-Klassikers - John Fogerty ist Quark dagegen!)
Take good Care of my Baby (wieder Goffin/King at it's best!)
Nut Rocker (Ebenfalls ein Killer-R'n'R, ultraschnelles Klavier-Gehämmer der Sorte 1A)
Teddy Bear (Der Kuschel-woap-woap-schwu-bop, fein Elvis-like)
Let it Rock (als Sahnehäubchen gibt's noch unwiderstehliche Chuck Berry-Riffs obendrauf)
Breaking up is hard to Do (noch eine Neil Sedaka-Nummer).

Neil Sedaka konnte übrigens auch noch einmal reüssieren in diesem Rock'n'Roll-Revival. Er chartete doch tatsächlich im Jahre 1973 noch einmal mit "That's when the Music takes me"!!

Fumble - Poetry in Lotion (RCA SF 8403) - 1974

Side A
Here We go Again (Eigenkomposition - hier begannen die Defizite)
Not Fade Away (einer der besten Buddy Holly-Kompositionen!)
Marilyn (der Monroe gewidmeter toller Schmuse-Song aus eigener Feder)
Free The Kids (wieder eine Eigenkomposition, wieder ziemlich dröger R'n'R)
Break my Mind (J.D. Loudermilk - perfekt interpretiert, sauschön!!)

Side B
Don't Take Love (Eigenkomposition, ziemlich überkitscht)
Honey what a Feelin' (Eigenkomposition - na bitte: geht doch! 1A!!!)
The Letter (Carson's Topballade im neuen Gewand - darin sind Fumble unschlagbar!)
Gone is all my Love for You (Schöner Phil Cordell-Song, von ihm kennt man nur "I Will Return" als Springwater, gell ?)
Runaround Sue (noch ein Klassiker - kompetent gespielt)
Keep On Knockin' (zum Abschluss R'n'R-Feuer von Little Richard - Great!!!)

Man hört munkeln, dass die beiden Erstlingswerke demnächst als 2 on 1 auf CD erscheinen sollen. Verbindliches habe ich aber noch nicht gehört, ausser, dass die beiden Gründerväter von Fumble, Des Henly und Mario Ferrari sich mit rechtlichen Problemen betreffend Copyrights herumschlagen. Bis es mal soweit ist, bleibt leider nur, sich dann und wann das Vinyl wieder reinzuziehen. Obschon: die findet man heute auch nicht mehr an jeder Ecke.

Des Henly's Rock'n'Roll Circus gibt sich auch heute noch hin und wieder die Ehre, live abzurocken. Leider aber vorwiegend in England.

Infos hier: www.fumbleontheweb.com

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:42 Uhr  ·  #30
Und wieder einer aus meinen ewigen Top 100:

87. NEIL - The Heavy Concept Album


Richtig, Neil - der Hippie-Schwerenöter - gehört für mich auch in die Kategorie "beste SCheiben aller Zeiten". Sein 84er Album "The Heavy Concept Album" ist vielleicht nicht das bekannteste, aber sicherlich eines der genialsten Hippie-Alben aller Zeiten. Neil's einziges Album (für Warner Brothers) kam erst im Zuge des Mini-Erfolges von Cliff Richard's Song "Living Doll" überhaupt zur Veröffentlichung. Jener Videoclip - mit den Young Ones - war britischer Humor pur: Langhaariger Hippie, Gummihammerbewaffneter Punk, einfach toll! Auf der Platte werden sowohl all die drogenverhangenen 60's-Psychedeliker zitiert (allen voran Donovan, aus dessen "Hurdy Gurdy Man" Neil eine veritable Hardrocknummer gemacht hat!!), aber auch Legenden wie Ozzy werden gnadenlos veräppelt "Lentil Nightmare": Neil's Stimme quietscht sich ins Lächerliche, aber die Härte des Songs geht voll in den Bauch und klingt mindestens genauso ernsthaft wie Ozzy (oder eben nicht....).

Es folgt ein äusserst tiefsinniger Dialog zwischen Neil und seinem Gummibaum "Wayne" ("It's really good to talk to plants, 'cause it makes them grow better") - was für eine Binsenweisheit! Rascheln mit den Blättern und sonst nix. Auch eine Art von musikalischer Verweigerung. Ob der Gummibaum die Aufnahmen überlebt hat, weiss ich leider nicht.

Schön auch die Abrechnung mit Neil's Oberfeind in jungen Schuljahren "Ken" ("Ken - I know you since you were ten - Ken - and you were a complete bastard then - Ken!")

Neil's Mama mischt sich auch noch ein, klinkt sich telephonisch (umwerfend komisch!) mitten in die Plattenaufnahme ein ("Hello Neil! This is your Mother speaking! Get on down!!")

"Heavy Potato Encounter": Neil gerät in den Strudel der WC-Spülung und landet in der Kanalisation. Dort begegnet er einer fauligen Kartoffel, und auf sein Erfragen nach dem Grund für diesen Gestank hier meint die Kartoffel: "Don't be stupid Neil! Everybody knows potatoes can't fart!"

Brilliant dann auch das Ende der ersten LP-Seite, wo Neil in feinster Psychedelia zusammen mit einer Peanut Butter beschmierten Stulle ins Mittelloch der LP fällt.

"The End of the World Cabaret" ist ebenfalls genial, da wird von "God save the Queen" berichtet (und Herr Rotten damit veräppelt).

Alles in allem eine faszinierende LP. Vor allem, wenn man erstmal mit Humor an das Ding herangeht. Je länger man sich die Scheibe aber anhört, umso interessanter wird sie. Da gibt es jede Menge versteckter Soundspielereien, "My White Bicycle" ist ein Stomper par excellence, und ob Folkie, Hardrocker, Crooner: Neil gibt immer eine gute Figur ab.

Produziert hat übrigens kein Geringerer als Dave Stewart, der auf der Scheibe auch Gitarre spielt.

Schade, dass der Mann später (ausser seinem Buch "Neil's Book of the Death" - einer Persiflage auf's tibetanische Totenbuch!) nichts mehr veröffentlicht hat. Für BBC hat er aber viele Sendungen bestreitet im Comedybereich mit seinen Young Ones.

Und schade auch, dass die Platte nur ein einziges Mal aufgelegt wurde, 1984. Die LP findet man immer wieder mal relativ günstig bei Ebay, nur die CD Version ist extrem gesucht. Da werden manchmal Preise jenseits der 100 Euro Grenze bezahlt.

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 08:47 Uhr  ·  #31
TOM NEWMAN - The Men behind the Bottle

Wenn man sich mal die Artistenliste dieser einmaligen, wunderbar schrägen "Canterbury"-Scheibe von 1975 ansieht, kann das einem schon den Atem rauben. Als da mitspielen: Fred Frith, Mike Oldfield, David Duhig, Jon Field, Neil Innes, Mick Taylor, Chris Butler, Hughie Flint und und und......

Erstaunlich auch dieser musikalische Allround-Bastard, denn Tom Newman bewegt sich normalerweise ja eher auf der Folk-Schiene mit etwas Canterbury-Einschlag. Er war ja in etliche Projekte etwa von David Bedford miteinbezogen, und hat als Musiker ohne jedwelche Scheuklappen doch in einigen Musikstilen mitgemischt.

Fine Old Tom (das Debutalbum), ist für mich sein klar bestes Werk, weil man es stilistisch überhaupt nicht zuordnen kann. Interessante Songs schreibt er aber auf jeden Fall, und immer wieder schimmert auch eine gute Portion Humor, resp. Selbstironie durch. Allein, was Tom Newman hier an Ausgefallenem präsentiert, ist zum Teil noch heute einzigartig: Der „Pennywhistle Boogie“ beispielsweise. Den Song hat er mit Jon Field im Duo aufgenommen, und das ist ein waschechter Boogie mit einer Blockflöte als Leadinstrument. Tom Newman steuert auch das Gitarrensolo bei, und das ist völlig blues-untypisch gespielt, also nicht mit den bekannten Schemen genudelt. Wer mal einen Sampler mit ausgefallenem Blues aufnehmen möchte: Dieser Boogie müsste da unbedingt mit drauf. „Alison Says“ ist wohl ursprünglich ein Kinderlied, jedenfalls hört es sich nach ganz üblem Kanon der Marke muffiges Klassenzimmer mit alternder gestrenger Pädagogik-Pomeranze im fassadenbröckelnden Schullandheim an. Lustig hier: Eine Dame, Suzie Shute, singt den „Choirboy“...hahaha.....“Suzie“ (dem „Choirboy“ gewidmet ?) ist eine wunderschöne Folkballade mit einer Besetzung, die auch nur schönste Musik verspricht: Fred Frith an der „Dring Dring Guitar“, Mike Oldfield an der „Little Twiddly Bit Guitar featuring Pretty Gaelic Tune over End“ und Chris Butler an den Drums. Am kernigsten klingen die Songs mit de Beteiligung von Hughie Flint an den Drums. Die rocken bisweilen ziemlich heftig und sehr sehr dreckig, wie z.B. „Nursery Ryme“ mit einer unglaublich dröhnenden Feedback Gitarren-Orgie, gespielt von David Duhig. Feine Folkverliebtheiten wie Will You be Mine in the Morning“ oder „She Said She Said“ (ein Song der Fab Four!) oder “Day of the Percherons” – das eigentlich schon fast ein urig britischer Standartenmarsch ist (leadgespielt von ein paar Blockflöten…hihihi….) faszinieren und lassen einen auch immer wieder schmunzeln. Bei diesem Marsch hört man Mick Taylor als strammen Backingsänger.....krude bis zum abwinken, sag ich Euch! Rock’n’Roll-Gehabe („Poor Bill“ gehört ebenso zu diesem „Nicht“-Konzept wie der verschrägjazzte Reggae „Superman“ mit Lol Coxhill am Saxophon und Neil Innes an der Orgel.

Natürlich ist das eine Platte jenseits jedwelcher Stil-Schubladen, und Tom Newman hat sich mit der Veröffentlichung dieser Platte (immerhin auf Virgin Records!) wohl auch kaum einen Gefallen getan, denn die Scheibe verkaufte sich äusserst schlecht. Doch die Zeit, als Richard Branson sein Virgin-Label ins Leben rief, und der Umstand, dass Tom Newman stets an Mike Oldfield’s Seite stand: Beides passte und so manch krudes Vinyl entstieg diesem Schmelztiegel aus phantastischen Edelmusikern und durchgeknallten Hippies.

Es ist halt für mich einmal mehr eine Scheibe, die man haben muss, weil sie so wohltuend anders klingt und trotz allem Hippiegedöns immer schelmisch bleibt und einen immer wieder die Mundwinkel zucken lässt.

In Japan nun remastert neu aufgelegt, mit sage und schreibe 10 Bonustracks in hervorragender Klangqualität und genauso versponnen wie das Programm der originalen Platte. Müssig zu erwähnen, dass die Scheibe im damaligen Mini LP-Gimmick Cover daherkommt (ausgestanztes Loch im Cover, mit Durchblick ins Innencover. Das Innencover – Gipfel der Authentizität – wurde sogar zurechtgeschnitten, genauso wie das Teil damals als LP-Schutz aussah (Ecken beschnitten). Wunderbar!

Tom Newman – Fine Old Tom (Arcangelo Records, Japan – ARC-7148)

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 09:06 Uhr  ·  #32
Diese Neil muß ich unbedingt mal komplett hören. Die beiden Stücke auf deinem Forumsampler fand ich ja absolut herrlich schräg ! Hands on the wheel hab ich mal ins mittlere oder rechte Album reingehört, genau weiß ichs nicht mehr. Fand ich aber ganz ansprechend. Fumble kenn ich nur, weil da ein Cover in einem Coverbuch von mir abgebildet ist (glaub das Hipgnosis Buch).
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 09:08 Uhr  ·  #33
Ach ja, Tito von der Hungry Sally das "Woke up blind" mit den 11 Minuten mocht ich immer gern.
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 10:16 Uhr  ·  #34
Beatnik, und, schmerzen die Finger ?
Das war ja echte Fleißarbeit, aber das sind wir ja gewohnt von Dir. :daumen:

Die "To The Heart" der Mark-Almond Formation macht mich neugierig.

Zumal ich das 1. Album, das ja erst 2009 erscheinen sollte, erhalten habe und genial finde.
Ist allerdings eine einzige Rauschparade, vom remastern ist da nichts zu hören.
Habe ich über Fenn Music erhalten.
Die remastered sollte ja eigentlich erst 2009 erscheinen.

Gibt es die "To The Heart" offiziell noch/wieder zu kaufen ?
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 10:31 Uhr  ·  #35
@ beatnik :

:daumen: :daumen: :daumen: :daumen:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 10:49 Uhr  ·  #36
Zitat
Beatnik, und, schmerzen die Finger ?


hey BIG Daddy, Du bist wirklich ein verrückter Kerl, natürlich im positiven Sinn :daumen: :Respekt :daumen:

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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 12:02 Uhr  ·  #37
Ganz große Klasse Deine Vorstellungen und an Tom Newman bin ich ganz besonders interessiert.Dankeschön!
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 13:27 Uhr  ·  #38
@hmc:

Die "To The Heart" hab ich ja kürzlich bei Ebay verklickert, die kriegst Du im Moment wohl kaum irgendwo zu einem vernünftigen Preis angeboten. Aber ich hatte sie ja doppelt, und das ist natürlich sowas wie ein Garant für eine dezentrale Sicherungskopie, die sich mit ziemlicher Sicherheit auch unters Gepäck mischen wird, wenn ich nach Hamlar fahre am Donnerstag.... 😉

:roll:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 13:29 Uhr  ·  #39
@Jersch:

Leider auch schon nicht mehr ganz billig:

Und leider ist sie klanglich um Längen besser als die vor einigen Jahren in England bei Voiceprint Records erschienene Ausgabe (die auch nicht über die Bonustracks verfügt!).

:roll:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2007 - 13:31 Uhr  ·  #40
Beatnik, 💋
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 28.11.2007 - 10:58 Uhr  ·  #41
Beatnik's Forgotten Jewels - Platten, die es nie auf CD schafften... 😢

FIVE DOLLAR SHOES - Same

Sie hatten ein wenig den Sex-Appeal der New York Dolls, viel musikalisches Allman Brothers-Gebräu und schmissen noch eine gehörige Portion Pink Floyd dazu. Dass diese Kombination scheitern würde, war vorauszusehen. Five Dollar Shoes: Das ist eine jener Platten, die Du Mitte der Siebziger Jahre schon als 5 Mark-Ramschplatte an den Wühltischen allüberall finden konntest. Heute ist die Platte äusserst selten, und man findet sie fast nirgends mehr.

Obwohl die Platte damals floppte, war sie wirklich super. Gerade eben habe ich mir das Ding mal wieder hervorgekramt und intensiv hineingehört. Also wenn man sich heute solche Platten anhört, dann kann man sich echt fragen, ob der Musikmarkt damals - 1972 - wirklich so übersättigt war, dass man solche Perlen links liegen liess.

Rockig und technisch exzellent abgemischt offenbaren sich dem Hörer hier zehn absolut zeitlose, und all die Jahre hindurch ziemlich aktuell gebliebene Gassenhauer, die samt und sonders über so etwas wie Hit-Charakter verfügen. Aufgenommen 1972 in den legendären Electric Ladyland Studios in New York von keinem Geringeren als Eddie Kramer. Die Band bestand aus dem Top-Gitarristen Scott Woody, Basser Jim Gregory, dem Harper und Vokalisten Mike Millius, Keyboarder Tom Graves und dem toughen, versierten Drummer Gregg Diamond.

Eine Fussnote in der Rockgeschichte sind Five Dollar Shoes heute lediglich noch wert, weil auf der Platte Gene Simmons und Paul Stanley von den späteren Kiss die Backing Vocals übernahmen.

Leider gibt es die Platte bis heute nicht auf CD zu kaufen, doch wer sich einmal die Mühe macht, nach der Original-LP umzusehen wird belohnt mit 10 erstklassigen Rock Songs, die zwar dem Geist der Zeit entsprachen, heute aber rückwirkend noch immer sehr frisch und zeitgemäss wirken. Es zeigt sich eben oft erst viele Jahre später, wie gut manche Songs doch einmal waren, wenn man sie sich noch über 20 Jahre später genüsslich reinziehen kann.

Eine sträflich unterbewertete Platte - damals wie heute.

Die Songs:

Love Song
Can't Do That Anymore
Bare Mattress
Rain Train
Chemical Lover

Bad Dream
G.T.A.
Mitzi
Louise
Let's Leave Town

Neighborhood NRS-47002 (USA, 1972)
Neighborhood/Sovereign 3001-NH (England, 1972)
Neighborhood 6293 843 (Deutschland, 1972)

:rocker:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 28.11.2007 - 11:03 Uhr  ·  #42
Southern Style der Marke "Beatnik's ewiger Geheimtipp"

THE FREDDY JONES BAND - North Avenue Wake Up Call

Obwohl die ganzen 90er Jahre hindurch aktiv, kannte ich die Freddy Jones Band nicht mal dem Namen nach. Ich musste mich erst ernsthaft mit dem "Jam-Band-Sound" befassen, und bekam dadurch immer wieder so den einen oder anderen Band-Tipp von Freunden. Einer dieser Tipps war auch die Freddy Jones Band. Lustigerweise bin ich wegen der Band THE SAMPLES auf die Band gestossen. Sie wurde mir empfohlen als eine Combo, die ebenfalls in Richtung THE SAMPLES geht. Aber wie so oft, hören andere Ohren meist andere Dinge heraus, und so stelle ich heute fest, dass die Freddy Jones Band nicht allzuviel Aehnlichkeit mit den Samples hat. Viel eher geht das hier Gebotene in Richtung Allman Brothers. Dazu vielleicht noch ein leichter Touch von Springsteen/Mellencamp/Hiatt-Rock, aber nur bedingt. Denn auch bei der Freddy Jones Band stehen fliessende, längere Gitarrenparts an erster Stelle. Die Band ist zwar ansatzweise kommerziell, schielt aber glücklicherweise nicht zwingend mit Chartsnotierungen und verfügt auch gottseidank nicht über diesen penetranten Springsteen/Mellencamp-Patriotismus.

Die Band stammt zwar aus Chicago, hat aber mit Blues nix am Hut. Drei Gitarristen, ein Basser und ein Drummer bilden das Fundament dieser leidenschatlichen Southern Jam Band, die ziemlich oft und frappant an die "Avocado"-Hatters erinnet. Gleich der Opener "Waitress" macht die Richtung klar: Slide Guitar, Electric Guitar und Acoustic Guitar tragen Dich weit hinab nach Georgia.

Ab Song 2 - "Old Angels" g-ö-t-t-l-i-c-h!!!! - gesellen sich auch immer wieder abwechslungsweise Keyboards dazu, als da sind: Wurlitzer, Hammond B3, Pump Organ (!), Clavinet (!!), Energy Module (!!!) und sogar die Drums lassen sich genial verfremden. Das nennt sich dann "Leslie Rotor Speed Controlled Drums".

Auch bei den Saiteninstrumenten werden sämtliche Kreativitäts-Register gezogen: Das reicht von normaler Elektrikgitarre, über Slide bis zu Dobro, Mandoline, Banjo, Lap Steel und dann auch hier ziemlich Exotisches, wie "Big Boy Slide Guitar" (!) oder "Rust Guitar" (!!) oder sogar "Ultra Fuzz Super Orbit Guitar" (!!!). Und dazu dann noch die "Gewürze" Akkordeon, Mundharmonika und Okarina.

Aber eigentlich ist das alles nur Beigemüse. Zur Hauptsache geht es nämlich deftig mit der Slide-Gitarre zu Gange.

Es gibt eine Menge toller Platten der Band. Für mich ihre eindeutig Beste, weil sie hier schon Mitte der 90er Jahre (genauer gesagt 1995) den sattsam bekannten Bands (Panic/Coyote u.a.) mindestens ebenbürtig waren, wenn nicht längst viel viel spannender: "North Avenue Wake Up Call".

Ich denke, dieses Album sollte man sich unbedingt zulegen. "Old Angels", "Hold On To Midnight", Deep in the Flow" und "Wherever You Roam" sind die Perlen dieses genialen Southern/Jam-Albums.

THE FREDDY JONES BAND - North Avenue Wake Up Call (Capricorn 42040-2, 1995)

:rocker:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 28.11.2007 - 11:22 Uhr  ·  #43
Aus meinen Southern Rock Top 10:

6. THE RENEGADE SAINTS - Fear Of The Sky

Die Renegade Saints kamen aus Oregon. Leider gibt's von der Band nur eine einzige CD, und die stammt aus dem Jahre 1994 und ist natürlich längst nicht mehr regulär erhältlich. Die lohnt sich aber in jedem Falle zu suchen, denn für mich ist das auch heute noch so etwas wie eine Referenz-Platte in Sachen Southern Jam Rock.

Ein Label aus Minneapolis, genannt River Road Records, wurde gerade gegründet, und die CD "Fear of the Sky" der Renegade Saints war die erste darauf veröffentliche Scheibe. Zum Zeitpunkt ihres Erscheinens wurden sowohl Platte wie auch Band zwar überall in den höchsten Tönen gelobt, doch nahm leider kaum Jemand von ihnen Notiz. Sie blieben auch nach der Veröffentlichung ihres einzigen Albums das, was sie auch vorher schon waren: Lokalmatadore. Vielleicht war auch das erst kurz zuvor neu etablierte Label nicht fähig, genügend Promotion zu machen - who knows....

Tatsache ist, dass hier eine ganz formidable Platte produziert wurde, die einen Platz auf dem Rock Olymp verdient gehabt hätte. Die Scheibe ist äusserst abwechslungsreich, und spielerisch auf höchstem Niveau. Es fiel mir schon beim ersten Anhören damals schwer zu glauben, dass dies ein Erstlingswerk sein sollte.

Der leidenschaftlich rockende und vorwärtspreschende Opener "Psychotic Sex Fire" bläst schön heftig und man freut sich, mitten in einem musikalischen Gebräu aus Molly Hatchet, Lynyrd Skynyrd und Blackfoot zu befinden. Beim zweiten Song, betitelt "Delivered" wird den Allman Brothers gefrönt und hier ziehen die Renegade Saints auch schon von der Songlänge her (6 1/2 Minuten) erstmals Jam-Saiten auf. Der Song fliesst unendlich groovig und laidback, ohne dabei je Müdigkeit oder Trägheit zu versprühen. "Window" und "Thin Layer" sind Meisterwerke des Southern Rocks. Alles vorhanden: Mandoline wechselt mit Slide-Einlagen, kehliger Leadgesang wird unterstützt von hervorragend gefühlvollen Backing Vocals, und beim Hauer "Million Dollar Smile" kommt sogar noch richtiges Sleazer-Feeling auf. "Tara" ist eine akustische Kleinodie, wie sie z.B. Widespread Panic manchmal zwischen ihre rockigen Stücke geschoben haben. Hier fügt sich diese Ballade aber nahtlos in die gerockte Umgebung ein - ist quasi wie eine gewollt reduzierte Power und an der richtigen Stelle platziert, um dem Zuhörer eine kurze Verschnaufpause zu lassen.

Eine Band, die dann beim letzten Song, nach 11 meisterlichen Tracks, noch einen Titel wie "Deep End" mit 8 Minuten Marshall Tucker-Feeling und einer sich gleich im Ohr festkrallenden Melodie aus dem Hut zaubert, kann aus meiner Sicht durchaus als phänomenal bezeichnet werden.

Schade, dass es bei dieser einen Platte geblieben ist. Ich wundere mich selbst immer wieder darüber, wieviele vergessene Perlen es doch noch immer in meiner Sammlung gibt. Von den Renegade Saints ist einzig Sänger und Gitarrist John Shipe nachwievor aktiv.

Wie lange die Band existiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Renegade Saints sind eine dieser vielen 'One Album Only' Bands, die eine Furzlänge in der Rockgeschichte was ganz Unerhörtes rausgeblasen haben.

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Grande Dame of Desaster
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 30.11.2007 - 18:04 Uhr  ·  #44
THE RENEGADE SAINTS - Fear Of The Sky

habe ich mir gerade bestellt. Ich konnte bei MySpace reinhören und das gefällt mir ausgesprochen gut.

Ich traue mich gar nicht, mich in die deine ganze Hall of Fame zu vertiefen.




Twister
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 30.11.2007 - 20:26 Uhr  ·  #45
Hallo

hier mal etwas über eines meiner Gänsehauterlebnisse in Sachen Musik

Anfang diesen Jahres bekam ich eine CD in die Hand, die mich schwer beeindruckt hat...ich hatte von dem Typen Namens Lester Quitzau noch nie etwas gehört...die CD heist "So Here We Are" und wurde 2002 veröffentlicht...ein Freund steckte mir das Teil in den Briefkasten,mit dem Hinweis..."nix besonderes, aber kannst ja mal reinhören"..genau so bin ich dann auch ran gegangen, das Teil rein in den Player, mal so nebenbei Kaffe kochen und Zeitung lesen...dachte ich...aber das hatte sich schon nach Sekunden erledigt...den schon bei der Einstiegsnummer "Rollin' And Tumblin", die man ja schon in unzähligen Versionen kannte, war es die besondere Art wie hier gecovert wurde, die mich erst erschreckte und dann in Bewunderung umschlug...gerade bei einem Stück, welches schon seit Jahren immer wieder neu aufgelegt wird, so einen Groove zu zaubern, der dann auch noch zum wirklichen Hinhören zwingt, ist wirklich eine Beifall wert..was dann an musikalischem folgt ist wirklich der Hammer...es geht durch die Stilrichtungen, als gebe es kein Morgen...ein "Honey Bee" zum Abfliegen und das ohne den guten , alten Joint...welches in einem "So Here We Are" mündet, das mir schwindelig wurde, weil ich so etwas n gleich gar nicht erwartet hatte...ich fing an die Stücke immer wieder von Neuem zu beginnen und da hatte ich "Release Me" und "Devil's Dues" noch nicht mal gehört...für mich ist diese CD das was ich als "Perle der Musik" bezeichnen würde...ich habe es so nicht erwartet...es ist überwältigend wie die Jungs mit dem Medium Musik und mit ihren Instrumenten umgehen...welch geile Ideen umgesetzt werden...Percussions bei "Devil's Dues" irre...was soll ich sagen...zieht Euch das rein...lasst es mich wissen wenns Euch auch so geblättet hat...

hier noch einige Infos zu Lester Quitzau:

http://www.laut.de/wortlaut/ar…/index.htm

Gruß

Silvio
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Mark Germino & The Sluggers

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Gepostet: 07.12.2007 - 11:10 Uhr  ·  #46
Southside Johnny & The Asbury Jukes, Bruce "The Boss" Springsteen, John Cougar Mellencamp: Sie alle waren und sind sie Erzähler der immer wieder grossartigen Geschichten des kleinen Mannes. Alle haben sie gute und schöne Platten gemacht. Trotzdem war keiner dieser "Voices for the Underdogs" jemals so nahe am kleinen Mann wie ein unscheinbarer Mann aus Kalifornien, der hierzulande grade mal mit zwei Alben, oder genauer gesagt: einem Album und einer (zuvor veröffentlichten) Single seines ersten Albums einigermassen Reputation erhielt. Die zweite Scheibe, die er gemacht hat, war für mich immer so etwas wie ein Kraftspender, wenn es mir beschissen ging, denn die Songs auf diesem Album sind nicht nur herzlich gespielter Rock, sondern auch textlich ein Quell nie versiegender Hoffnung, positivem Geist und Ansporn, die Flinte niemals ins Korn zu werfen. Diese Scheibe möchte ich hier nun nach 16 Jahren seit ihrem Erscheinen in meine Hall Of Fame aufnehmen, auch, weil sie mir in all den Jahren immer soviel Kraft spendete, und weil sie mir auch musikalisch so viel geben konnte und kann - können wird.

MARK GERMINO & THE SLUGGERS - Radartown (RCA PD90550, 1991)

Es ist wahrlich nicht die Zeit für positiv ausgerichtete Gutmenschenmusik im Jahre 1991: In den Staaten bemühen sich kaputte Jugendliche mit Krachorgien in Selbstfindung. Kurt Cobain erfindet Seattle und zelebriert einer depressiven Jugend die Messe seines bevorstehenden Selbstmords in Form von 3 Minuten Kaputtheiten, primär durch Hochschrauben der Verstärker. In England etabliert sich derweil eine wiedergeborene Schickimicki-Jugend und tanzt verzückt zum ausdruckslosen Rave der Happy Mondays. Da geht ein Mark Germino, ein Songschreiber vor dem Herrn, unweigerlich den Bach runter, denn: Wer braucht noch so einen Gutmenschen ? Wir haben Springsteen, Mellencamp, Southside Johnny. Ha, sag ich da: Wartet, bis es Euch beschissen geht, dann werdet Ihr knien, Mark Germino hören zu dürfen! Denn der Boss ist Kohle, Mellencamp ein einziger langer Suff und von Southside Johnny hat man auch schon lange nix mehr gehört. Mark Germino aber kam, punktete auf 100 und verschwand sang- und klanglos im gesichtslosen und beliebig austauschbaren US-Rock Allerlei. Schade, aber was will man machen ?

Radartown

Ein Rocker vor dem Herrn, eine Melodie, die man niocht vergisst, ein Rhythmus, der einem packt und nicht mehr loslässt. So klingen 200 Sachen auf einem kalifornischen Highway. Der Song berschreibt eine etwas militaristische Ansicht über eine automatisierte Gesellschaft. Es ist ein Song über eine Regierung, die ihrem eigenen Volk nicht weit genug traut, um es frei leben zu lassen; also zwingt sie die Leute stattdessen mit subtileren Mitteln in eine allzu grosse Abhängigkeit von der Regierung. Der Track steht eigentlich symbolisch für diese Mittel.

Let Freedom Ring

Ein Gedicht, das aus sieben Strophen besteht. Es stellt die Synthese einer Fünf Minuten Zeitspanne in irgendeiner Grosstadt dar. Dort trägt auf vielerlei Weise jede einzelne Handlung zu der anderen etwas bei: Der Nachtwächter lässt es sogar zu, dass der Rechtsanwalt sich bei seinen nächtlichen Machenschaften sicher und ungestört fühlen kann. Der Refrain klingt, als würde er im Widerspruch zu den Strophen stehen, als würde in den Strophen all diese Korruption befürwortet; aber das ist offensichtlich nicht der Fall.

Leroy & Bo's Totalitarian Showdown

Das Lied handelt von radikaler Verurteilung und Toleranz, die beide nebeneinander existieren. In dem Text existieren zwei Charakteren - Leroy und Bo, die soweit entwickelt werden, bis beide durch ihre eigenen Ueberzeugungen explodieren.

Economics (Of The Rat & The Snake)

In "Economics" geht es um kleine privatwirtschaftliche Betriebe, die sich an grosse Firmen verkaufen. Der Song beschreibt, wie ein gewisses Erfolgslevel erreicht und anschliessend an jemanden verkauft wird, dem die ganze Sache im Grunde egal ist und der nur am Besitzen interessiert ist. Somit wird sogar die ursprüngliche Idee des Ganzen begraben und aus dem Weg geschafft, und zugleich mit der Idee wird man auch die Leute los, die ihr ganzes Leben dieser Idee gewidmet haben und nun durch die Geldgier beider beteiligter Seiten verdrängt werden.

Unionville

"Unionville" setzt sich mit den Thema bürgerliche Korruption auseinander. Es ist die Stadt, die sich auf dem besten Weg ist, sich zu "Radartown" zu entwickeln. Das Lied handelt von einem Bürgermeister, der zum Beispiel in eine schwarze Südstaaten-Gemeinde reist und dort eine Wohlfahrts-Grillparty veranstaltet, um Geld aufzutreiben und Wählerstimmen anzuwerben. Auf dem Rückweg in sein Büro lacht er sich dann über die Menschen kaputt, die an seine angebliche Hilfe glauben.

She's A Mystery

Dies ist die Geschichte einer Frau, die sich dem Vorsatz verschrieben hat, sich selbt und andere aus dem Gleichgewicht zu werfen. Sie ist je nach Lust und Laune rücksichtslos oder ausgeflippt, wenn ihr für den Tag nichts Besseres einfällt. Irgendwo in der Geschichte gibt es dann möglicherweise auch noch eine Beziehung. Sie ist die Art von Person, die eine gute Chance hat, immer nach oben zu fallen.

Pandora's Boxcar Blues

Pandora ist ganz allgemein ungefähr die gleiche Frau, von der "She's A Mystery" handelt. Der Unterschied ist der, dass sie eine Beziehung beendet hat und ihr Ex-Partner nun beschreibt, warum er von ihr so fasziniert war. Er ist desillusioniert und versucht, damit fertig zu werden.

Exalted Rose

Hier dreht sich alles um den Mut einer Frau, endlich für ihre eigenen Schwächen geradezustehen, obwohl sie dadurch gleichzeitig die noch grösseren Schwächen ihres Mannes blosstellt.

Serenade Of Red Cross

Dieser Song zeigt, wie schnell wir uns selbst zum Sklaven anderer Leute Träume machen lassen, sei es durch die Medien oder einen ganz normalen reaktionären Impuls. "Hey Now! Hang A Flagless Pole!" (Stell doch einen Mast ohne Fahne auf!) steht symbolisch dafür, wie wir diese Versuchung überwinden können.

Burning The Firehouse Down


Rock'n'Roll in ihrer pursten, ursprünglichsten Form: Junge trifft Mädchen, Mädchen trifft Jungen, Junge benimmt sich wie ein Idiot. Mädchen benimmt sich wie ein Idiot, und "Water's Dried Up In Our Wishing Well", alle unsere Träume gehen den Bach runter.

Rex Bob Lowenstein

Rex Bob Lowenstein - das bist Du, das bin ich, das sind wir alle hier ein bisschen: Der Discjockey, der mundfaul nur durch das Auflegen seiner Musik lebt, der 47 Jahre alt ist und sich fühlt wie 16, sein Ding durchzieht und auch mal Madonna und danach George Jones auflegt, nur um zu sehen, wie die Leute drauf reagieren, just for the moment, just for now.


In unseren Breitengraden war Mark Germino mal bekannt durch seine erste Single, die Ende der Achtziger Jahre doch ab und zu im Radio zu hören war: "Back Street Mozart".

Für mich gehört "Radartown" zu jenen unwiderstehlichen Scheiben, bei denen für mich einfach alles stimmt: Grossartige Musik, geniale Texte und eine unglaubliche Lockerheit des Interpreten, der sich einen Dreck darum schert, cool sein zu wollen - weil er es eben überhaupt nicht nötig hat. So gesehen ziehe ich Mark Germino auf jeden Fall den Mellencamps, und Springsteens dieser Welt allemal vor.

:prost:
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 07.12.2007 - 12:42 Uhr  ·  #47
Mäse, Du schriebselst Dir noch doood - aber is´Klasse, was es da alles zu Lesen gibt !

Hast´e Urlaub ?
Oder nix mehr zu Schaffen in der Bank der Bänke ?

Nevermind - go on,
:prost:
Rhino-Reiner

P.S.: Wieder alle(s) so breit hier :drunken: :blaugrins: :drunken:
hmc
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 07.12.2007 - 15:15 Uhr  ·  #48
Beatnik, MARK GERMINO habe ich finden können, auch der Kurs war ok.
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 07.12.2007 - 15:47 Uhr  ·  #49
Zitat geschrieben von hmc
Beatnik, MARK GERMINO habe ich finden können, auch der Kurs war ok.


Jau, ich denke, sie wird Dir gefallen.

😉
hmc
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Re: Beatnik - Hall Of Fame

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Gepostet: 26.11.2013 - 13:56 Uhr  ·  #50
Lol, was hatten wir damals Zeit um lange Texte zu verfassen. :-P
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