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Broekhuis, Keller & Schönwälder ...Live@Dorfkirche Repel



Trurl offline
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Betreff: Broekhuis, Keller & Schönwälder ...Live@Dorfkirche Repel  -  Gepostet: 27.10.2008 - 19:16 Uhr  -  
So, noch eine Rezi, die ich fertiggestellt habe, sowohl für diese Seiten als auch für die BBS



Broekhuis, Keller & Schönwälder feat. Raughi Ebert & Thomas Kagermann
- Live @ Dorfkirche Repelen 2 (DoCD) (2008) Manikin Records

Bas Broekhuis - electronic drums, keyboards
Detlef Keller - electronics
Mario Schönwälder - electronics

Gastmusiker

Raughi Ebert - guitars
Thomas Kagermann -violin
Höseler Madrigalchor / Steffen Schüngel - vocals

CD1: (all recorded live at Dorfkirche Repelen 20.01.08)

1.Lanes of Lord - 15:31
2.Moers part I - 10:09
3.Rock this! - 8:45
4.Source of live - 7:30
5.Moers Part II - 9:29
6.Shiauliai - 12:08
7.esrever oloS - 10:19

CD 2

1.Return of the beginning (Dorfkirche Repelen 22.01.2006) - 16:27
2.Deeper silence (Dorfkirche Repelen 21.01.2007) - 13:48
3.Klaus, where are you? (Dorfkirche Repelen 21.01.2007) - 14:36
4.Another magic moment (Dorfkirche Repelen 21.01.2007) - 14:54
5.Cut & Paste (rehearsal 20.01.2006) - 9:06
6.Raughis Song (Dorfkirche Repelen 21.01.2007) - 3:27

Seit einigen Jahren veranstaltet das Trio Broekhuis, Keller & Schönwälder zusammen mit dem Gitarristen Raughi Ebert und dem Violinisten Thomas Kagermann in Detlef Kellers Wohnort Konzerte in der dortigen Dorfkirche, Schon 2006 legte Manikin Records die Aufnahmen des 2005-Konzertes auf CD vor, mit dieser Doppel-CD gibt es auch Aufnahmen der folgenden Jahre zu hören, wobei sich die erste CD dem Jahr 2008 widmet, während die zweite CD hauptsächlich (bis auf zwei Titel von 2006) das Jahr 2007 bedient. Ich weiß allerdings nicht, inwieweit die Reihenfolge der Aufnahmen auch der tatsächlichen im Konzert entspricht.

Mein Tipp ist es, mit der zweiten CD anzufangen, weil dadurch die musikalische Entwicklung der Gruppe deutlicher wird. Auf dieser CD ist der Bezug zur sog. „Berliner Schule“ sehr deutlich erkennbar. Hypnotische Sequenzen und Drumloops, streicherartige Flächen und man fühlt sich bis auf einige Einsprengsel in den Sounds (z.B. Thomas Kagermanns Violine oder Eberts Gitarre) zurück versetzt in die frühen Jahre deutscher Elektronikmusik. Passend und als Würdigung von Klaus Schulze zu verstehen der dritte Titel „Where are you Klaus?“. Macht man die Augen zu, wähnt man sich in dessen „Moondawn“-Zeit.

Der erste Titel „Return to the beginning“ ist quasi so etwas wie Programm und zeigt die leichtfüßige Ausrichtung der Gruppe. Er lebt von dezenten, aber recht flott daher kommenden Sequenzen, zu denen Ebert auf der akustischen Gitarre und Kagermann auf der Violine (und Flöte?) sehr schön improvisieren, und fast so etwas wie spanisches Flair in den Titel einbringen.

Mit „Deeper silence“ beginnt die Reise in alte Zeiten. Tiefe Synthieklänge und mönchsartige, elektronische Chöre, die mich an Lazslo Hortobagyi erinnern, lassen an frühe Schulze/Tangerine Dream-Aufnahmen denken, was durch den schon erwähnten folgenden Titel „Where are you Klaus?“ noch verstärkt wird.

In „Another magic moment“ zeigen sie wieder die eher heitere, beschwingte Seite und mischen die alten Traditionen mit modernen Ideen und Klangvorstellungen. Man höre nur mal die schnellen Sequnzertöne ab der vierten Minute, die sich an TD „Stratosfear“ anlehnen verbunden mit dem abwechslungsreichen Schlagzeugspiel und den Violinen- bzw. Gitarreneinlagen. Ähnlich verfahren sie in „Cut & Paste“ das von Rhythmus her und durch seine Stimmensamples schon Ethno-Züge aufweist. Letztes Stück dieser CD ist ein kurzes, aber schön gespieltes Solostück von Raughi Ebert auf der akustischen Gitarre, nur begleitet von dezenten cello- & streicherartigen Flächen und sparsamen Pianotönen. Ein sehr gelungener Abschluss.

Das Konzert von 2008 ist im Vergleich im Sound/Arrangement moderner, die Gastmusiker noch besser in die Musik integriert, was bedeutet, dass sie häufig die Leadstimmen übernehmen. Der Opener beginnt klassisch „berlinerisch“ mit sanft schwellenden Streichern und Chören, aber schon die Bongoklänge deuten an, dass hier noch „mehr“ kommt. Mit einem „für meine Ohren wunderschönen spinettähnlichen Klang“ setzt das Rhythmusfundament ein, dazu kommt ein dezenter Sequenzer und nun können Kagermann und Co darüber frei aufspielen. Besonders gefällt mir die Mischung aus Elektronik und irisch-tönender Violine. Schon zu Beginn der CD einer der Höhepunkte des Konzertes.

„Moers Part I und II“ erinnern an die Tangerine-Dream-Besetzung mit Johannes Schmoelling. Auch hier glänzt Kagemann an der Violine, besonders im Part II. Raughi Ebert zeigt im Titel „Rock this“, dass er auch eine sehr treibende E-Gitarre spielen kann.

Sehr lyrisch wird es mit „Source of Live“, bei dem ein Chor zum Einsatz kommt und Ebert sich mit Kagemann in der Melodieführung abwechselt. Der Titel erinnert an einen sehr beschwingten VANGELIS.

Mit „Shiauliai“ wird es elektronisch-perkussiv und düster. „Thief“ von Tangerine Dream läßt grüßen. Als abschließenden Kontrast klingt „esrever oloS“ wie Latino-Elektronik mit prägnanten Bläserriffs und lateinamerikanisch anmutenden Klängen und Rhythmen.

Fazit – sehr abwechslungsreich und gelungen. In dieser großen Besetzung zeigen sie, dass Elektronik der „Berliner Schule“ noch neue Möglichkeiten und Varianten bietet.

BBS-Wertung: 11/15

Trurl
Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir.
Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde


Danzelot von Silbendrechsler


Eine andere Seite, bei der ich mitarbeite
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hmc offline
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Betreff: Re: Broekhuis, Keller & Schönwälder ...Live@Dorfkirche Repel  -  Gepostet: 27.10.2008 - 19:51 Uhr  -  
Klaus, where are you? - cooler Titel

Klasse beschrieben, aber ich bin immer noch verunsichert was E Musik anbelangt.
Meine Punktvergabe bedeutet: 10 - 11 ordentlich; 12 - 13 gutes Album; 14 - 15 sehr gut bis überrragend.
Müssen in Gefängnissen auch Fluchtwege aushängen?
His Majesty Coels
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