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Brian Auger's Oblivion Express - Voices Of Other Times



firebyrd offline
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Betreff: Brian Auger's Oblivion Express - Voices Of Other Times  -  Gepostet: 03.08.2010 - 08:36 Uhr  -  
Brian Auger's Oblivion Express - Voices Of Other Times

Eine Weile musste man zum teuren Japan-Import greifen, nun hat „Mig“ sie wieder zum Normalpreis zugänglich gemacht und noch einen Bonus-Track spendiert: diese Platte aus 1999, das einst im Jahre 2000, nach 13 Jahren Pause veröffentlichte "Voices Of Other Times".

Das war also der reformierte Oblivion Express, die nächste Generation. Denn hierbei gestaltete sich die Besetzung nun zu einem Familienunternehmen, als dass die Tochter Savannah und der Sohn Karma beteiligt wurden. Der bekannte Orgelklang hat sich kein bisschen verändert, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.

Ich verkneife mir jegliche Vergleiche zu Julie Driscoll (Tippetts), weil diese ohnehin mit ihrem lasziven, manchmal gar gelangweilt klingendem Ausdruck wenig vergleichbar ist und Auger sicher nicht vorgesehen hatte, diese zu 'ersetzen'. Darum kann ich befreit loslegen und mich dem widmen, was ich hier höre.

Wir erleben eine Mischung aus Fusion mit einem leichten, gelegentlichen Popanstrich, stets mit einem sanftem Groove unterlegt, vielleicht geschmeidiger als früher. In den Liner Notes berichtet Brian Auger über die Entstehung einiger Songs und hat die eine oder andere Anekdote dazu bereit.

Ich empfehle, zu den einzelnen Tracks die Ausführungen zu lesen, so kann man guten Zugang zur jeweils speziellen Atmosphäre der Titel bekommen.
Gleich mit "It Burns Me Up" ('Ich bin wütend') erzählt Brian, dass ihn die kriegstreibende Politik des damaligen US-Präsidenten George W. Bush so wütend machte, dass dieses Inspiration für "It Burns Me Up" wurde. Dieses spiegelt sich dann auch im Text wider.
Entgegen der Aussage des Titels strömt die Musik jedoch relativ unaufgeregt dahin, die Stimme der Tochter könnte angesichts dessen, was angeprangert wird, ruhig etwas druckvoller sein, erscheint jedoch relativ hintergründig. Neben dem feinen Keyboardsolo (hätten wir etwas anderes erwartet?) ist es der Gitarrist, der ein solides, aber leider nur kurzes, Solo vorlegt.

"Isola Natale" ist im Tempo lateinamerikanisch angezogen, hier passt Savannahs Stimme zu der fast schon 'loungigen' Atmosphäre wesentlich besser. Wenn sie jetzt noch brasilianisch-portugiesisch sänge, hätten wir schon fast einen kleinen Abstecher nach Rio de Janeiro gemacht. Doch hier beschränkt sie sich leider nur auf Vokalfetzen. Schade, dass hätte jetzt so gut gepasst. Mir gefällt dieser elegante Groove, dieses leicht antreibende Schlagzeug, das voll von Leichtigkeit zu sein scheint, und Sohnemann versteht es blendend, kleine 'Zwischentöne' einzustreuen in seinem Spiel, ein sehr guter Musiker! Leicht erinnert mich der Titel an die kommerzielle Phase von Wes Montgomery.

Der Titelsong wird getragen von federnden Drums und einem dominierenden Basslauf, und wieder dieses leichtgängige Ambiente … ganz entspannt spielt die Band, sehr professionell und dabei noch immer von starkem Feeling geleitet. Hier schmiegt sich Savannahs Stimme dann wieder gut an die Instrumentierung.

Ein Titel von Marcus Miller, den Miles Davis auf seinem Album "Tutu" spielte, erfährt hier eine neue Bearbeitung. Der zu erwartende Funk ist da, der vordergründige Bass ist da, und Auger kann darüber trefflich grooven. Nicht nur hier setzt auch der Gitarrist seine Duftmarken, ja, er trägt entscheidend zum Gesamtsound bei.

Mit Original-LP-Knistern von "Streetnoise", der Platte, auf der "Indian Rope Man" von Richie Havens ursprünglich von Auger eingespielt wurde, beginnt der Track, der hier moderner wirkt, nur die Orgel klingt wie damals. Klasse, wie auch hier Karma wieder den Rhythmus beherrscht! Interessant auch jetzt, die damals so nicht vorhandenen Gitarrensprenkel. Gesanglich kann mich die Tochter jedoch leider nicht sehr überzeugen, ein solcher Groove scheint nicht unbedingt ihr Metier zu sein.

Auf der Ballade "Soul Glow" klappt das dann wieder besser und mit diesem leicht 'entrücktem' Gesang bekommt der Song eine feine Luftigkeit. Was sich auf "Isola Natale" andeutete, auf "Viktor's Delight" brennt das Jazzfeuer mit lateinamerikanischen Elementen dann lichterloh. Auger ist zum Piano gewechselt und legt ein hervorragendes, inspiriertes Solo vor und die Band swingt energisch dazu! Auch sein Orgelsolo gibt sofort Erinnerungen an den großen Jimmy Smith frei.
Reminiszenzen an den auslaufenden Jazz Rock der 70er löst "Circles" aus, diese Art Groove liegt Savannah dann auch wieder gut, eine geschlossen gute Leistung aller, allerdings mit einer Gratwanderung zum Smooth Jazz.

"Never Come Down" erscheint mir als das kommerziellst ausgerichtete Stück.
Der letzte 'offizielle' Titel des Albums, "Jam Side Down", entstand tatsächlich spontan im Studio, als die Musiker nach und nach hinzukamen. Insofern weist er auch die lockerste Stimmung auf.
Der Bonustrack "Indian Rope Man" ist eine Liveeinspielung aus Bern, Schweiz, vom 17.11.2000. Der Song wirkt live (im wahrsten Sinne des Wortes) lebendiger, nur sind der Klang allgemein und der Gesang im Besonderen sehr 'dünn' von der Qualität.


Insgesamt sehe ich diese Reinkarnation des Oblivion Express als sehr gelungen an, und wir werden mit hochwertiger und entspannter, aber auch zum Tanz animierender Musik aufs Beste unterhalten

Musiker:
Brian Auger (keyboards)
Karma D. Auger (drums, percussion)
Savannah Auger (vocals)
Chris Clermont (guitars)
Dan Lutz (bass)
Long John Oliva (congas)

Titel:

01:It Burns Me Up (Auger) 5:13
02:Isola Natale (Auger) 6:05
03:Voices Of Other Times (Auger, Dean) 7:30
04:Splatch (Miller) 6:02
05:Indian Rope Man (Havens, Price) 5:02
06:Soul Glow (K.& B. Auger) 6:28
07:Victor's Delight (Auger) 6:03
08:Circles (S. Auger, Clermont) 7:27
09:Never Gonna Come Down (Chaman) 6:13
10:Jam Side Down (Auger, Auger, Clermont, Lutz) 7:21
Bonus Track
11:Indian Rope Man (Havens, Price) 12:03


http://www.brianauger.com/


Wolfgang
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freaksound offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Brian Auger's Oblivion Express - Voices Of Other Times  -  Gepostet: 03.08.2010 - 09:52 Uhr  -  
so wie ich das lese nicht unbedingt ein "Muss" , aber wenn mir die Scheibe zu einem günstigen Preis über den Weg läuft, werde ich wohl zuschlagen.
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand;jeder glaubt er hat genug davon.

René Descartes


(alle meine beiträge geben nur meine persönliche meinung wieder !
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ainigma73 offline
CD-Freak
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Betreff: Re: Brian Auger's Oblivion Express - Voices Of Other Times  -  Gepostet: 03.08.2010 - 12:58 Uhr  -  
Sehr zu empfehlen auch die neueste Scheibe vom Oblivion Express
"Lookin in the eye of the World", die gefällt mir persönlich noch besser!
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