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New York Dolls im Matrix, Bochum



Guestuser
 
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Betreff: New York Dolls im Matrix, Bochum  -  Gepostet: 11.10.2006 - 23:34 Uhr  -  
Das Matrix in Bochum-Langendreer ist ein unterirdischer, aus Backsteinen gemauerter Tunnel.
Wenn Du dort eine Handgranate reinwerfen würdest, käme niemand lebendig raus; so gewaltig wäre die Sprengwirkung.
Die Supportgruppe dieses Abends, hat auch eine Handgranate geworfen;
eine Lärmgranate diesmal, auch hier ist die Wirkung so gewaltig, daß das Überleben der Trommelfelle sehr in Frage gestellt wird. Gestärkt durch ein paar sauber gezapfte Veltins (NEIN, die hab ich mir nicht in die Ohren geschüttet...) hält man soeben noch durch, bis dann die Dolls die Bühne betreten.
Nach 33 Jahren Wartezeit, sie müßten also fast einen ausgeben, auf die Schnappszahl. Tun sie irgendwie auch, sie geben eine Runde Rock'n'Roll aus, immer vom Feinsten; auch immer noch laut, aber doch deutlich verträglicher als jener ungenannt bleibende Support.

David, Sylvain, Steve Conte (Gitarre), Sami Yaffa (Bass) und Brian Delaney (Drums) steigen mit ansatzlos 120 Energiewerten ein, steigern sich rasch auf 200 und lassen bis zum Schluß nicht mehr nach. Das sind die Dolls, wie man sie von Platten und DVDs kennt, wobei es fast keine Rolle spielt, daß die ehemalige Rhythmusgruppe längst übern Jordan ist.

Okay, Johnny Thunders fehlt uns natürlich ein bißchen, aber Steve Conte ist ein vollwertiger Ersatz; er hat alle die alten Schleuderakkorde drauf und bringt zusätzlich noch neue, eigene Ideen ins Spiel.
Und das bedeutet, daß die Versionen der alten Hits fast alle punktgenau rüberkommen. Kaum ein Stück des Debutalbums fehlt; Personality Crisis, Trash, Pills, Vietnamese Baby, Lonely Planet Boy, Subway Train, sie alle sind nicht weit weg von den Originalen.
Auch David ist nicht weit weg von dem, was er mal war. Immer noch erstaunlich lange Matte, immer auch noch ein bißchen camp, so mit
Make-Up und Nagellack, das alte Verkleidespiel, man hätte es sich längst schenken können, denn es sind natürlich die weiblichen Modelle, die David taxiert, schon für Nach-Der-Show, während er seinen hageren Körper über die Bühne peitscht.
Die Models wissen es zu danken, sie kennen jedes Stück, obwohl es vielleicht 10, 15 Jahre vor ihrer Geburt geschrieben wurde. Aber die Mütter (und Väter) sind auch da, sind auch ganz aus dem Häuschen, denn sie haben wohl alle die Original-Dolls damals nicht gesehen (die waren 1974 nur mal kurz zu TV-Aufnahmen im Land).

Auch von der 2. LP gibts eine Reihe von Klassikern, Babylon, Bad Detective, Puss'n'Boots und ein, allerdings fast unkenntlich gemachtes Human Being. Der Tunnel kocht, Sylvan Sylvain hat gerade das gesamte Publikum zum Sex eingeladen (na. wie das wohl gehen soll?) und damit die erste von mehreren Bühneninvasionen ausgelöst. Als zweiter Überlebender trägt er heute natürlich einen großen Teil der Repräsentationslast, er hat auch eine Reihe der Stücke der neuen LP mitgeschrieben.
Und dieses Werk hat sich schon längst den vor über 30 Jahren eingespielten LPs als ebenbürtig erwiesen. Deshalb auch spielt die Jetzt-Band eine Reihe von Stücken davon; es sind fast die besten des Abends. Plenty Of Music, Dance Like A Monkey, Fishnets & Cigarettes, Maimed Happiness, alles schon Lieblingsstücke des mitgehenden Publikums, dann schließlich auch Dancing On The Lip Of A Vulcano; das ist ja nun schon fast das Titelstück der Dolls; immer haben sie am Abgrund getanzt,
vier von ihnen sind schon reingefallen, in den Vulkan.

80 Minuten geben sie uns, und damit geben sie alles, was zu geben ist. Und daß ist heute ganz bestimmt kein wüstes Losgebretter, ganz im Gegenteil, die Dolls können schon lange verhaltene und nachdenkliche
Stücke spielen, können sogar jammen (!) und mal einen reinen Blues spielen, die beste aller Girlgroups outen sich sogar als Janis Joplin-Fans (spielen auch gleich das hochpornographische Down On Me) und irgendwie nehmen sie die ganze Chose immer noch nicht so richtig ernst.

Und das ist vielleicht genau das Geheimnis dieser verdammt heißen Rock'n'Roll-Show.
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freaksound offline
Toningenieur
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Betreff: Re: New York Dolls im Matrix, Bochum  -  Gepostet: 12.10.2006 - 09:29 Uhr  -  
Sade daß im am 12.10 verhindert bin, wenn die Dolls in München spielen !!!
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand;jeder glaubt er hat genug davon.

René Descartes


(alle meine beiträge geben nur meine persönliche meinung wieder !
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