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Miloš Karadaglic - Mediterráneo



firebyrd offline
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Betreff: Miloš Karadaglic - Mediterráneo  -  Gepostet: 02.08.2011 - 08:04 Uhr  -  
Miloš Karadaglic - Mediterráneo

Als Freund von Gitarrenklängen aller Art war es mir schon immer eine Freude, auch im Bereich der klassischen Musik nach bestimmten Titeln Ausschau zu halten, die mich besonders bewegen. Damit eng verbunden war meistens der Name John Willliams, ein meisterlicher Gitarrist aus Australien - ein Musiker, der auch stets über den Tellerrand schaute, sei es mit der Beschäftigung seltener Werke als auch das 'Hineinriechen' in den Popbereich mit der Gruppe Sky.
Nach und nach kamen noch so einige andere mir angenehme Interpreten hinzu. Da ist bspw. Andrés Segovia oder vor einigen Jahren hat mich ein Bursche namens Aniello Desiderio mit seiner ungebändigten Leidenschaft geradezu vom Hocker gehauen.

Miloš Karadaglic wird von dem 'Daily Telegraph' nun so angekündigt: „Die Welt der klassischen Gitarre hat einen neuen Star.“ Ich bin gespannt, ob diese geschürten Erwartungen aus meiner Sicht auch erfüllt werden. Bei so vielen Vorschusslorbeeren läuft man Gefahr, schon grundsätzlich voreingenommen an eine Rezension zu gehen. Ich muss mich also von dieser Befangenheit lösen und habe mir einmal herausgesucht, was ich von meinen 'Lieblingen' an Vergleichsmaterial zur Hand habe, um bestimmte Titel einmal einwirken zu lassen und zu vergleichen.
So gab es schon unterschiedliche und auch überraschende Ergebnisse und mein spezieller 'Blindfold Test' hat sehr verschiedene Eindrücke hinterlassen. Lag Miloš für mich einmal vorn, so war er in einem anderen Fall wieder der Verlierer. Grundsätzlich konnte er keinen meiner persönlichen Favoriten annähernd erreichen. War er aus meiner Sicht mit seiner feurig gespielten Version von "Asturias" noch einen Tick vor Williams, so konnte dieser bei seiner für mich klareren und gefühlvolleren Version von "Recuerdos De La Alhambra" punkten. Ganz klar war es für mich bei "Presto" von Koyunbaba. Hier konnte der junge Bursche gegen den feurigen Italiener Aniello Desiderio nicht bestehen.

Miloš Karadaglic ist ein junger Gitarrist, der 1983 in Montenegro geboren wurde, also mitten in einer Region, die seinerzeit vom Krieg heimgesucht war. Aus einer musikalischen Familie stammend, wurde er zum Gesang ermutigt. Als es dann jedoch zum Besuch einer Musikschule kam, beabsichtigte er zunächst das Klavier oder die Violine zu wählen. Beides fand in der Familie wohl keinen Zuspruch, sodass es letztendlich die Gitarre wurde.
Es folgte ein Studium in London und nun habe ich es mit der obigen Aussage des ’Daily Telegraph’ zu tun, die mit einem Sticker auf der CD wie verbindlich klebt. Wie bereits ausgeführt, es gibt Vorbilder, es gibt Vergleiche. Auffällig ist die aus meiner Sicht vielleicht etwas beschaulichere Spielweise, die mit Sicherheit viel Spielraum zum Entspannen und Träumen gibt.

Im April dieses Jahres erschien "Mediterráneo" bereits unter dem Titel "The Guitar". Im Jahr davor gab es bereits eine Live-Veröffentlichung, die beim 'iTunes Festival' in London eingespielt wurde.
Wenn ich auch nicht der Spezialist zur ausführlichen und kritischen Beurteilung seiner Gitarrenkünste bin, so vermag ich zumindest meine Eindrücke entsprechend in Worte zu fassen.
So gesehen berührt mich ein John Williams durch seine mitunter sehr exakte, aber auch emotional betonte Spielweise, Narciso Yepes und Andrés Segovia können mich mit ihrem Feuer mitreißen, ein Aniello Desiderio fasziniert mich mit seiner Wucht des Ausdrucks - Miloš Karadaglic ist dagegen für mich sehr angenehm anzuhören, ohne dass ich gleich in Begeisterung verfalle. Sein Spiel ist auch recht emotional geprägt, aber ich kann einen ganz speziellen persönlichen Ausdruck, bis auf einige Titel, bei denen mir eine besondere Melancholie in seinem Spiel auffällt, noch nicht so stark wie bei den Vergleichsmusikern empfinden. Ich verweise in diesem Zusammenhang speziell auf Track 10, sehr verträumt.
Schlussendlich kann Miloš aber gegen Julian Bream nicht bestehen, John Williams ist ihm mit seiner Art von Abgeklärtheit voraus und die Virtuosität von Desiderios fehlt mir hier, damit die Begeisterung mit wohligen Schauern auf der Gänsehaut ausbrechen kann. Ich denke, dass bei all' der gebotenen Technik und der Glut der mediterranen Umgebung einfach noch Reife und Entwicklung fehlen - hervorragende Darbietungen, aber noch keine vollkommene Meisterschaft. Aber das kann sich ja schon bald ändern. Gelernt hat er auf jeden Fall von den Meistern.

Der CD ist noch eine DVD beifügt, die eine dreißigminütige Dokumentation beeinhaltet. Hier berichtet der Musiker in einem Interview über sich und seine Musik. Dazu finden sich verschiedene Musikclips zu einigen Titeln der CD. In einer alten Halle mit Holzfußboden und nackten Wänden gibt Miloš Karadaglic seine Kunst zum Besten - eine gute Ergänzung, die das Projekt als solches abrundet.

Besetzung:

Miloš Karadaglic (guitar)
English Chamber Orchestra, directed by Paul Watkins - # 5 (orchestra)

Titel:

01:Isaac Albéniz : Asturias (Leyenda) (6:31)
02:Francisco Tárrega : Recuerdos De La Alhambra (3:47)
03:Isaac Albéniz : Sevilla (Sevillanas) (5:12)
04:Francisco Tárrega : Làgrima (2:04)
05:Anonymus : Romance (3:02)
06:Francisco Tárrega : Adelita (1:48)
07:Isaac Albéniz : Granata (Serenata) (5:53)
08:Carlo Domenica : Koyunbaba op.19 - Moderato (3:32)
09:Carlo Domenica : Koyunbaba op.19 - Mosso (1:19)
10:Carlo Domenica : Koyunbaba op.19 - Cantabile (3:31)
11:Carlo Domenica : Koyunbaba op.19 - Presto (3:40)
12:Mikis Theodorakis : Epitáphios - Nr. 3 Mera Magiou (3:08)
13:Mikis Theodorakis : Epitáphios - Nr. 4 Vasilepses, Asteri Mou (Mein Stern ist erloschen) (2:22)
14:Francisco Tárrega : Capricho árabe (5:40)
15:Miguel Llobet : El Testament De N'Amelia (2:25)
16:Enrique Granados : Andaluza (5:15)
17.Enrique Granados : Oriental Nr, 5 & Nr. 2 aus Danzas Espanolas (6:25)


http://www.milosguitar.com/


Wolfgang
Der an diesem Beitrag angefügte Anhang ist entweder nur im eingeloggten Zustand sichtbar oder die Berechtigung Deiner Benutzergruppe ist nicht ausreichend.
...und ich empfehle, auch hier einmal hinein zu schauen:

http://www.rocktimes.de/
http://www.musikansich.de/review.php
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