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Googlejounalismus



Mr. Upduff offline
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Betreff: Googlejounalismus  -  Gepostet: 17.01.2012 - 09:39 Uhr  -  
Aus dem Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. Januar:

"KaufrauschDunkle Mächte, tote Tiere

Wie lecker Wurst ist, weiß jeder, der als Kind an Muttis Hand eine Scheibe von der Fleischergabel der Metzgerin geangelt hat. Wie sagt man? Danke! Das rosa-braune Rädchen, mancherorts als Fleischwurst, woanders als Lyoner und hoffentlich überall als Kinderwurst bekannt, war zwar kein Lolli, keine Schokolade - aber so künstlich-zart und unendlich weit weg vom toten Tier, dass es nicht nur die Langeweile des Einkaufs, sondern auch den Schrecken der an Metallhaken hängenden Kalbsköpfe im Schlachtraum hinten vergessen machte. Dann ging die Kindheit, es kam die Ideologie - und mit der Unschuld der Wurst ist es seitdem freilich schwierig.

Die Diskussionen zwischen Vegetariern und Fleischfressern, die Geschmacksverstärker, die Skandale um gehäkselten Fleischabfälle in Pelle - die Kinderwurst, sie hätte das alles überstanden. Doch nun steckt die Wurst in der Klemme. Wie soll der Wurstfreund verzeihen können, dass sie sich in den Dienst der dunkelsten Macht stellt? Eine deutsche Bank wirbt seit kurzem mit einer Scheibe Kinderwurst à la 'Darf"s ein bisschen mehr sein'?

Und jetzt?

In dem Werbefilm geht es um den Basketballer Dirk Nowitzki, der aus der großen Welt (Dallas) ins kleine Zuhause (Deutschland) zurückkehrt und in der heimatlichen Metzgerei von zwei Verkäuferinnen, die aussehen wie auf Hochglanz polierte Schweinchen, eine Scheibe Wurst geschenkt bekommt. Dazu gibt es einiges anzumerken, erstens: dass die Damen in Metzgereien nicht so aussehen. Und dass zweitens der Kunde großes Glück haben muss, damit in der Metzgerei, wie im Video, Melody Gardot 'Baby, I"m a Fool' säuselt. Und drittens, dass Nowitzkis im Sommer errungener NBA-Meisterring zwar wertvoll sein mag, aber eben längst nicht so zart wie ein Stück Wurst. Ist es da verwunderlich, dass der Mann Heimweh hat?

Seit Tagen tobt nun auf der Facebook-Seite der Bank eine Diskussion um Moralität des Wurstverzehrs. Das Geldhaus versucht, durch ein vorgeschaltetes mahnendes Banner zu mäßigen. Geht leider schief. Hunderte Wurstfreunde und -feinde machen sich Luft, selbst die Beatles werden als Referenz herangezogen. Paul McCartney, schreibt eine Nutzerin, habe mal gesagt: 'Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier.' Das Argument entkräftet sich von selbst, denn eben die Beatles huldigen der Nahrung in der Pelle in ihrem Song 'Sausages and French Fries' minutenlang. Die Wurst, sie ist noch nicht endgültig verloren."

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/h5A...Tiere.html

Hierzu mein Leserbrief an die SZ von gestern:

"Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 14./15.01.2012 im Wirtschaftsteil auf der Seite 30 unter der Rubrik Geld "Kaufrausch"

„…die Beatles huldigen der Nahrung in der Pelle in ihrem Song „Sausages and French Fries“ minutenlang….“

Als eingefleischter Beatlesfan bekam ich Heißhunger auf den im Artikel erwähnten „minutenlangen“ Song „Sausages and French Fries“.

Was hat der Wirtschaftsredakteur Heckenberger auf seiner Beatles-Speisekarte, was ich nicht kenne? Oder hat der Herr Heckenberger in seiner Wirtschaft als Nachtisch seines verbalen Menues etwa nur eine ungare Googlewurst verbraten?

Es ist zwar von der Kamera A auf der Filmrolle 71 Klappe 137 auf den Aufnahmen zum Film „Let It Be“ von 1969 dokumentiert worden, daß die Beatles ein 3:33-minütiges Medley mit dem Arbeitstitel „Sausages And French Fries / Early In The Morning / Hi Ho Silver“ gespielt oder besser spontan gejamt haben, jedoch „huldigen“ diese der dort zudem nur einmal ohne Sättigungsbeilage gesungenen Wurst nur eine ganze Sekunde lang.

Googlejounalismus hat leider zunehmend zur Folge, daß dem Leser mit solchen Wolpertinger auf die Pelle gerückt wird.

Viele Grüße von Ihrem Leser

...

PS: Hier ergänzend ein Link für Herrn Heckenberger zum Anhören (der Wurst wird genau bei Minute 1:10 gehuldigt):"


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Man muß sich verändern, um zu bleiben wie man ist!
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nobbygard offline
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Betreff: Re: Googlejounalismus  -  Gepostet: 17.01.2012 - 10:29 Uhr  -  
Scharf!

Da hast Du es ihnen aber gegeben!

Nobby
Hier bin ich Mensch, hier will ich sein.

Hier jetzt auch - vor allem Vinyl: Nobby's Vinylladen
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JesamineCasual offline
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Betreff: Re: Googlejounalismus  -  Gepostet: 17.01.2012 - 11:01 Uhr  -  
Gut so, Mr. Upduff!

________

"aber so künstlich-zart und unendlich weit weg vom toten Tier"

Der Aussage zufolge könnte sich sogar Paul McCartney mal ein dickes Stück Fleischwurst auf einem Brötchen gönnen.
"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen"
(Don Bosco)
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Scoot offline
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Betreff: Re: Googlejounalismus  -  Gepostet: 17.01.2012 - 11:56 Uhr  -  
Fein geschrieben, Mr. K.

Und jetzt mal im Ernst.
Wir sind alle mit der besagten Scheibe "Kinderwurst" groß geworden, ebenso unsere Kinder, die sich freuten und strahlten...

Und was sind richtig gute "Eintöpfe" ohne Wurst.

Oder jetzt zur Zeit des Grünkohls, da gehören Kohlwurst und Räuerendchen rein, oder nicht....?!?
Und damit der Grünkohl auch ein wenig glänzt, kommt da auch immer etwas Schmalz hinzu.
Isso..!
"Kühe grasen nicht, sie sprechen mit der Erde"
- Piet Klocke -
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Mr. Upduff offline
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Betreff: Re: Googlejounalismus  -  Gepostet: 17.01.2012 - 20:10 Uhr  -  
Mantaplatte, Pinkel & Co. sind bei mir auch ewig uptodate...nur die Beatles waren weder Uli Höneß noch Hans Wurst...
Man muß sich verändern, um zu bleiben wie man ist!
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