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Bernard Allison - Pumpwerk Wilhelmshaven, 11.März 2006

Blues in WHV

firebyrd offline
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Betreff: Bernard Allison - Pumpwerk Wilhelmshaven, 11.März 2006  -  Gepostet: 06.11.2006 - 08:04 Uhr  -  
NACHTRAG 1:

Bernard Allison - Pumpwerk Wilhelmshaven, 11.März 2006

Endlich wieder einmal eine hochwertige Veranstaltung im altehrwürdigen Kommunikationszentrum mit der ruhmreichen musikalischen Geschichte.
Nach 3(oder2?) Jahren ohne Mr. Allison durfte er hier wieder auftreten.
Nachdem sein Vater Luther hier letztmalig im Januar 1997 auftrat, bevor er in die große "Heavenly All-Star-Band" abberufen wurde, übernahm Sohn Bernard die darauffolgenden Tourneeverpflichtungen und spielte im Januar 1998 erstmalig hier, und regelmäßig jährlich wieder sowie einmal in einem Sonderkonzert zusammen mit Walter Trout im Sommer 2000.

Interessant war es stets, zu beobachten, wie Allison bestrebt war, einen eigenen Stil zu finden, wie man ansonsten ja auch auf zahlreichen CD-Veröffentlichungen nachvollziehen kann.
Gestern hatte ich den Eindruck, als würde er einen Stilmix aus drei verschiedenen Künstlern bieten, nämlich aus B.B.King, Johnny Winter und Jimi Hendrix.

Und genau das war das für mich auffällige, denn gestern abend "zelebrierte" er seinen JIMI überwiegend. Nach dem Konzert fragte ich ihn dann auch, ob er eine Fortsetzung der "Band of Gypsys" vorhabe, worauf er entgegnete, Hendrixeinflüsse an diesem Abend stärker in's Programm genommen zu haben.
Nebenbei bemerkt - ein gelungener Abend, der mich musikalisch sehr zufriedenstellen konnte.

Neben Allison spielten Mike Vlahakis, keyboards, Jassen Wilber, bass und Andrew Thomas, drums. Dieser farbige Drummer war es dann auch, der ab und an den BUDDY MILES "heraushängen" ließ und somit zu dieser Ausgabe der Band of Gypsys beitrug. Klasse gemacht, als "Foxy Lady" interpretiert wurde, und "Voodoo Child" mit allerlei Zierrat geschmückt aus der Zitatenkiste(La Grange - ZZ Top, Sunshine of your love - Cream, Smoke on the water - Deep Purple) einen langen Zeitraum einnahm. Aber auch andere, eigene Stücke spielte Allison mit hörbar starkem Hendrix-Einfluß im Gitarrenspiel. Überhaupt schienen ihm "Wah-Wah-Klänge" sehr zuzusagen.

Nicht immer mit der von ihm bekannten Spielfreude versehen, manchmal wirkte er etwas müde, gelang es ihm jedoch, starke Gefühle in das Publikum zu transportieren, daß dieses aber nicht immer nachzuvollziehen schien. Die ansonsten immer perfekt funktionierende "Mitmachnummer" "Bad Love" , aus der Feder seines Vaters, stieß auf so gut wie keinen Widerhall aus dem Publikum und bereits beim ersten Versuch brach Bernard es ab.

Persönlich vermißte ich einen richtig schönen, triefenden "Slow Blues", wie er ihn ansonsten immer , verbunden mit einer kleinen "Hommage" an Stevie Ray Vaughan, gebracht hatte. Dafür aber neben den verstärkten Hendrix-Anteilen verstärkte Funk-Anteile, sehr gut unterstützt durch den Drummer, der mir viel besser als seine alten Schlagzeuger gefiel, und der seine Qualität auch durch ein sehr gutes Solo untermauerte, indem er zeigte, daß er abwechslungsreich improvisieren kann und "Groove" hat, etwas, was ich dem Bassisten nicht unbedingt uneingeschränkt bescheinigen möchte, jedenfalls, was dessen Solo betraf, obwohl Mr. Wilber ansonsten eine einwandfreie und solide Leistung bot.

Nun gut, als Jazzfreund bin ich da vielleicht auch etwas "voreingenommen" und vorbelastet, wenn ich dann die "Meßlatte" etwas zu hoch ansetze, aber wenn man Leute wie z.B.Victor Bailey live erlebt hat, ist das halt so. "Ewiger Schwachpunkt" bleibt für mich der Keyboarder, der sicher ein guter seines Fachs ist, mich aber schon in der Band Luther Allison's gestört hat, weil er aus meiner Sicht nicht das mir wichtige Bluesfeeling mitbringt, anders als z.B. Christian Dozzler aus Österreich, den ich einige Male zusammen mit Larry Garner in der Band sah. In einem anderen Umfeld, wo auch Improvisation gefragt ist, wäre Vlahakis unter Umständen ein Glücksgriff. Gut, unter dem Strich haben diese vorgetragenen Abstriche den Gesamteindruck nicht herabgewertet, weil hier letztlich hervorragende Musik geboten wurde, die über das, was man allgemein nur unter Blues versteht, hinausging.

Einige der Höhepunkte waren natürlich wieder die Anteile von "showmanship", wie sie Blueser ab den 50erJahren bereits zelebrierten, nämlich die Wanderung durch das Publikum, heute gottlob dank der Technik kabellos, wobei auch hier wieder Zitate wie "Amazing Grace" (wobei Vlahakis hier eine schöne sakrale Stimmung dazu zauberte) oder "When the saints go marching in" Einzug hielten. Ansonsten war "das lange Slidestück" meistens auf einem Thema von Johnny Winter aufgebaut jetzt über einem Thema über Bo Diddley aufgebaut und langsam zerpflückt, und dann blitzte der große Einfluß, den Johnny Winter nach eigenem Bekunden auf Allison hatte, wieder grandios durch.
Weiterhin auch wieder das beliebte Spielchen der "talking guitar", bereits früher von Earl Hooker publikumswirksam eingesetzt und ein kurzes Spiel mit den Zähnen.

Wer also das Glück hat, in der Nähe oder in einem der nächsten Auftrittsorte zu wohnen, sollte sich dieses Konzert, das übrigens in einem Stück von 20.30h bis 22.45h durchgespielt wurde, plus eine 15-minütige Zugabe, nicht entgehen lassen.

Wolfgang, der seinen Blues mal wieder richtig live ausleben konnte......
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