Roxy Music - Same

 
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Roxy Music - Same

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Gepostet: 08.08.2013 - 14:55 Uhr  ·  #1
Als im sommer 1972 John Peel die debutsingle von Roxy Music vorstellte, wußte ich lange nicht,
was mich getroffen hatte. Was dieses 'Virginia Plain' ablieferte, war völlig neu im stil:
50s rock'n' roll und doo-wop vermischt mit futuristischer elektronik; pop vermischt mit avantgarde;
eine schmachtende stimme irgendwo zwischen Elvis und Frank Sinatra; melodisch und doch auch
wieder fett abrockend, dekadent und künstlich, und doch wieder so lebensecht und vital;
daß paßte in keine der schubladen.

das war so von der Kunsthochschule (an der Brian Ferry studierte) geprägt, daß man natürlich
keinen durchgehend nachvollziehbaren text erwarten kann; eher sind es ideenfragmente; im
grunde genommen werden die 'high-life'-erwartungen einer neu startenden band beschrieben, die
einen plattenvertrag will und die sich schon erfolgreich durch Casinos wandeln sieht, vielleicht in
Acapulco, vielleicht in Rio.
die besungene 'Virginia Gewöhnlich' kommt eigentlich nur in der schlußzeile vor, vielleicht ist sie
zu 'plain', zu gewöhnlich, um weitere aufmerksamkeit zu verdienen.

ich war absolut verrückt nach diesem stück, aber auf der debut-lp war es nicht drauf (erst im cd-
zeitalter packte man es dazu; damals mußte mir die single genügen). Und dennoch waren die
englischen wochenblätter schon seit monaten voll mit lobeshymnen.
warum wohl?

nun, 1972 hatte die reguläre rockszene schon ein bißchen ihr pulver verschossen; es begannen die
großen stadion-konzerte; materialschlachten auf viel zu großen bühnen, mit viel zu langen shows
auf denen viel zu lange stücke abgenudelt wurden; in endloser selbstverliebtheit und unter
ausnutzung der neusten technik. die spontanität und ursprünglichkeit der frühen jahre war da schon
etwas verloren.

Das debut von Roxy Music kam also gerade recht und eigentlich machten sie schon mit dem ersten
stück ihre absichten deutlich:
alles wird neu gemacht/modelliert; 'ReMake/Re-Model;
man nehme durchaus alte ingredienzen, wie saftige rock'n'roll-akkorde der 50er, sowohl für gitarre
(Phil Manzanera) als auch für saxophon (Andy Mackay) und mische die blubbernde, zischende und
quietschende elektronik eines totalen nichtmusikers (Brian Eno) drunter; dazu eine
gesangsstimme, die eher auf schmachtende liebeslieder passen würde; nicht zu vergessen die ewig-
solide rhythmusgruppe um Paul Thompson (drums) und Graham Simpson (bass) und...
hey presto... der erste hit dieser lp ist im kasten.

'Ladytron' folgt; verhalten, und wie man aus dem titel schon entnehmen kann, bettet sich dieses
lady auf elektronischen laken.
das ganze im midtempo, damit auch Brian Ferry's pianotupfer zur geltung kommen.
'If There Is Something' ist einfach nur ein gutes lp-stück; 6:30 minuten zeit, für die instrumente,
einem beinahe country-rock-artigen takt nachzuhängen; zeit für diverse soli, sogar mit etwas slide-
und viel solo-gitarre; auch das Oboen-soli von Mackey sticht heraus. oboen sind mir ein graus.
aber nicht diese hier.

auch '2HB' bleibt verhalten und strotzt dennoch vor intensität; wieder spielen sich saxophon, gitarre
und piano (ich glaub, es ist ein e-piano...?) gegenseitig die bälle zu, während der rhythmus
einfach nur vorantreibt. und dann immer wieder diese stimme, die mir eine gänsehaut den rücken
runterjagt;
'Here's Looking At You Kid', singt er und klingt dabei eindringlicher als Humphrey Bogart,
der mit diesem klassischen spruch berühmt wurde (in 'Casablanca', glaub ich).

Und genau dieses Casablanca-feeling wird aufgebaut; diese gleichsam schwüle, dekadente und auch
wieder gefährliche atmosphäre, bei der man sich die protagonisten nur in weißen tropenanzügen
und abendkleidern vorstellen mag.

'The Bob' paßt in diese reihe, es ist schwermütig und macht viel druck; man kommt schon beim
zuhören des röhrenden saxophons ins schwitzen.

Und deswegen ist man froh über das 3-minütige 'Chance Meeting'; Brian Ferry am piano, das ist doch
mal etwas ruhiger. Man hat dabei leider nicht mit Eno gerechnet, der gerade hier ein paar
kreischende elektroniksounds 'schafft' ('spielen' kann man ja nicht sagen) um uns daran zu erinnern:
dies ist eine rock'n'roll-scheibe und kein kindergeburtstag.

da kommt 'Would You Believe?' gerade recht; das ist eine 50er-rock'n'roll-nummer mit einem 50er-
saxophonsolo und einem hämmernden piano a la Little Richard. Aber dann wird plötzlich das tempo
wieder zurückgenommen, damit keiner behaupten kann, irgend eine Roxy Music-nummer sei nur
08/15-abgerocke.

'Sea Breezes'; 7-minütig, es läßt sich zeit, richtig ans laufen zu kommen; stimme, oboe, etwas
piano..., zeit für die damen, noch einen cocktail zu trinken...; während Eno ein paar kreischende
geräusche vorbereitet und Paul Thompson neue und kräftige schläge ausprobiert..., jetzt gehts also
gleich zur sache...
denkste, stattdessen wird der druck langsam wieder abgebaut; Brian Ferry erinnert uns noch ein
halbes dutzend mal, das er 'In Love' ist, aber der rest der band hält schon Martinis in händen.

'Bittersweet' zum abschluß gehört noch einmal Brian; vom aufbau ists fast eine doo-wop nummer;
die hätten die Platters vielleicht 1955 einspielen können; man gibt also ein bißchen harmonigesang
hinzu und dann ist es plötzlich vorbei.

(die CD liefert noch das bereits erwähnte Virginia Plain).

Ein leicht verdaulicher abschluß einer zunächstmal überhaupt nicht leicht konsumierbaren platte.
Damals jedenfalls hab ich mich da mit jedem abspielen ein bißchen mehr reinhören müssen,
denn allzuviel war neu für das ohr, zu oft verliefen die stücke anders als erwartet.

Aber bald fügte sich das alles zu einer hervorragend abgestimmten einheit zusammen. Für mich
paßt da alles; ich kann kein füllmaterial entdecken.

Mit den nachfolgenden werken sollten Roxy Music gar noch besser werden; später galten sie als
einer der größten einflüsse auf die entstehende punk- und new wave-szene.

Diese klänge begleiteten mich jahrelang und kamen immer gerade recht, wenn mal eine pause bei
den Dead, Doors oder Allmans nötig war.
ich kann einfach nicht rund um die uhr musik hören, die zum großen teil auf blues-akkorden
aufgebaut ist. es muß dann auch mal ein alternatives liedgut her.
Danke an Brian, Andy und Anhang dafür, daß sie uns diese alternative zu hören gaben.

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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 08.08.2013 - 15:47 Uhr  ·  #2
@Badger: toll daß du dieses Kleinod wieder ans Licht bringst.
Ich liebe ja diese Frühen Roxy Music-Scheiben.
Die Theatralik und Exaltiertheit eines Braian Ferry wird durch die
abgedrehte Experimentierlust eines Brian Eno mit einem Kontrapunkt
versehen und auch Manzanera + Mackay sind noch stilbildend am Werk.

Tolle zeitlose Musik. Und in Ihrem anfänglichen Auftreten/Kostümen
sind sie für mich eine echte Augenweide:

hier zwei frühe Clips von 72
http://www.youtube.com/watch?v=HpSJVlDSlFY
http://www.youtube.com/watch?v=kWhzG9cQGgc

dieser Clip ist vom Musikladen 1973 , noch mit Eno und in sehr guter Qualtät.
http://www.youtube.com/watch?v=R85noM_hkHA
Die Version von Re-Make, Re-Model und In Every Dream....gefallen mir sehr gut :f:
Royxmusic waren damals verdammt tolle Live-Performer - im Hintergrund sieht
man sogar Bandmaschienen mitlaufen - warum gibt es eigentlich keine offizielle
Live-Scheibe aus der Zeit ??????????????
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 08.08.2013 - 20:24 Uhr  ·  #3
Ein Meisterwerk, sowohl die Scheibe als auch die Rezension. Für mich wurde in einem Handstreich ein neues Stück "Musikgeschichte" eingespielt!

Keine andere davor erschienene Lp vieler Bands konnte man mit dieser Scheibe in etwa gleich setzen! Innovativ, erfrischend, neuartig und unheimlich niveauvoll gingen hier ROXY MUSIC zu Werke!

Großartiges Songwriting, tolle musikalische Fähigkeiten kommen hier zum tragen. Die nachfolgende "For Your Pleasure" schliesst sich diesem Juwel nahtlos an!

Und BRYAN FERRY singt nicht nur, er "vibriert", jedenfalls für mich!

Dankeschön an ROXY MUSIC und unseren Dachs :happy: !
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 08.08.2013 - 20:37 Uhr  ·  #4
Ich muss gestehen, dass ich aufgrund der blöden Cover und des damaligen Musikladenauftrittes nix mit denen anfangen konnte. Ich konnte die einfach nicht Ernst nehmen und fand die von der Attitüde des Auftrittes in der Sendung einfach nur grauenhaft. Erst mit dem Spätwerk Avalon kam so etwas wie Interesse auf.

Aber immerhin fand ich später Eno als Solokünstler sehr spannend.

Trurl
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 08.08.2013 - 23:36 Uhr  ·  #5
Na prima, hast du fein hingekriegt.

Eigentlich wollte ich schlafen gehen, jetzt höre ich Roxy Music.

Total aus den Augen verloren, seit wir Brian Ferry vor Jahren live erlebt haben und als total gelangweilt empfunden haben.
Roxy Music fand ich immer klasse, bzw. die Musik fand ich klasse.
Dieser ganze GlamRockModeSchnickSchnack und die Art des Auftritts, haben mich allerdings überhaupt nicht angesprochen. Vielleicht habe ich sie auch deswegen erst so spät richtig entdeckt, irgendwann in den 80ern, als bereits so viele nachfolgende - und von Roxy Music beeinflusste - Bands auf dem Markt waren.

Feine Rezi.

Eigentlich wollte ich schlafen gehen, jetzt höre ich immer noch Roxy Music.
hmc
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 10:34 Uhr  ·  #6
Klasse Rezi über eine Scheibe, die ich noch nicht kenne.

Außer der "Manifesto" besitze ich noch keine weitere CD.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 10:41 Uhr  ·  #7
Hab ich - mag ich!

Das erstaunlichste daran ist, daß der Badger den Glamockwer in sich wiederentdachst hat!
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 12:29 Uhr  ·  #8
Ich schliesse mich den Ausführungen von Trurl an, bis auf die letzten beiden Sätze.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 13:36 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von Triskell

Ich schliesse mich den Ausführungen von Trurl an, bis auf die letzten beiden Sätze.


iss zum Fett unterlegten warst Du mir sympatisch :devil:

trurl
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 14:18 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Trurl

Zitat geschrieben von Triskell

Ich schliesse mich den Ausführungen von Trurl an, bis auf die letzten beiden Sätze.


iss zum Fett unterlegten warst Du mir sympatisch :devil:

trurl


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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 14:36 Uhr  ·  #11
Wieder eine tolle Rezi.

Roxy Music finde ich absolut genial. Hier stehen alle Alben und Bryan Ferry`s Soloprofekte auch.
Mein Favorit ist "Stranded" , schon wegen "Mother of pearl".
Ende der 70er habe ich sie mehrmals live gesehen, das war immer ein Erlebnis.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 14:57 Uhr  ·  #12
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 14:58 Uhr  ·  #13
Zitat geschrieben von Mr. Upduff

Das erstaunlichste daran ist, daß der Badger den Glamockwer in sich wiederentdachst hat!


da kann ich nicht so ganz zustimmen, denn 'glam' war für uns teenybopper-pop, von dem man
sich doch recht scharf abgrenzen wollte. sicherlich waren Roxy Music und auch Bowie bei den
teenies nicht völlig unbeliebt, aber in den meisten fällen war das ja eine sehr oberflächliche
angelegenheit.
wir hörten schon sehr genau, daß Roxy Music's MUSIK eine ganz deutliche umgestaltung und
vorwärtsentwicklung darstellte (für Bowie gilt dito).
neben dem hören war es außerdem total erfrischend, etwas anderes zu sehen, als diese ewigen
'tie-dye'-t-shirts und all diese schlampigen jungs und mädels, die da drin steckten.

in der disco in der wir ca. 4-5 jahre viel Roxy Music und Bowie hörten, wurden auch keine
einer teenybopper-hits aufgelegt; wir waren fast alle zwischen 16-23 und suchten nach klängen,
zu denen man auf der einen seite gut abtanzen konnte, die aber auf der anderen seite auch
einfach nur zum hören und drüber reden gut waren.

Bowie ist uns bis mit allen scheiben bis 'Young Americans' erhalten geblieben; Roxy Music hielt
sich bis 'Siren'. Spätere scheiben wollte ich nicht mal geschenkt haben, auch keine Brian Ferry-
solo-sachen.

das Brian's konzerte ziemlich langweilig sind, glaube ich Caramel sofort.

aber als Roxy sich vor ein paar jahren wieder zusammen taten , hab ich sie ein paarmal
gesehen.
sie sahen immer noch alle gut aus, sie hatten immer noch feuer, herr und frau badger
waren immer noch begeistert.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 09.08.2013 - 19:37 Uhr  ·  #14
Werter Namenskollege, die Fußballbundesliga beginnt erst gleich, aber Du spielst jetzt schon in großer Form auf. :q: Wieder eine äußerst informative und begeisternde Albenvorstellung! Besten dank dafür! :r:

Roxy Music gehören eigentlich nicht so zu meinem bevorzugten musikalischen Genre. Aber: sie waren anders und dadurch auch wieder interessant. Mit Brian Eno hatten sie einen "Paradiesvogel" an den Tasten und "Virginia Plain" ist völlig zu Recht zu einem Evergreen mutiert. Mit den Alben hatte ich damals wie heute wenig Kontakt. Bryan Ferry war sicherlich der Typ "Frontman", der die Damenwelt begeisterte (oder auch heute noch begeistert?), für mich kam er nur arrogant herüber und seine Solosachen mag ich überhaupt nicht.
Es gibt aber auch noch weitere Songs, wie "Do The Strand", "Love Is A Drug" und "Street Life", die ich ganz gerne höre.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 10.08.2013 - 16:36 Uhr  ·  #15
Zitat geschrieben von Tom Cody

Werter Namenskollege, die Fußballbundesliga beginnt erst gleich, aber Du spielst jetzt schon in großer Form auf. :q: Wieder eine äußerst informative und begeisternde Albenvorstellung! Besten dank dafür! :r:

Roxy Music gehören eigentlich nicht so zu meinem bevorzugten musikalischen Genre. Aber: sie waren anders und dadurch auch wieder interessant. Mit Brian Eno hatten sie einen "Paradiesvogel" an den Tasten und "Virginia Plain" ist völlig zu Recht zu einem Evergreen mutiert. Mit den Alben hatte ich damals wie heute wenig Kontakt. Bryan Ferry war sicherlich der Typ "Frontman", der die Damenwelt begeisterte (oder auch heute noch begeistert?), für mich kam er nur arrogant herüber und seine Solosachen mag ich überhaupt nicht.
Es gibt aber auch noch weitere Songs, wie "Do The Strand", "Love Is A Drug" und "Street Life", die ich ganz gerne höre.


das Roxy Music nicht besonders TC-kompatibel sind, kann man sich leicht ausrechnen. da paßt doch
vieles nicht zusammen. das sie überhaupt mit einigen stücken gnade vor deinen ohren fanden,
ist schon eine positive überraschung.
Ferry mag dir vielleicht arrogant erscheinen, aber das ist er eher nicht. so wisse denn,
daß er aus einer ganz einfachen arbeiterfamilie stammt und ihm der umgang mit dem erfolg
große unsicherheiten und zweifel bescherte. damit zeigt er verhaltensmuster, wie sie für einen
engländer nicht typischer sein könnten
dazu wiederum müßte man das englische klassensystem begreifen; aber dazu müßte ich dir einen
5-stündigen vortrag halten... das wird dich doch eher langweilen.
(oder du liest: 'Watching The English' - Kate Fox; Hodder 2005; 420 seiten für'n einstieg ins thema).
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 11.08.2013 - 19:15 Uhr  ·  #16
Zitat geschrieben von badger

Ferry mag dir vielleicht arrogant erscheinen, aber das ist er eher nicht. so wisse denn,
daß er aus einer ganz einfachen arbeiterfamilie stammt und ihm der umgang mit dem erfolg
große unsicherheiten und zweifel bescherte. damit zeigt er verhaltensmuster, wie sie für einen
engländer nicht typischer sein könnten
dazu wiederum müßte man das englische klassensystem begreifen; aber dazu müßte ich dir einen
5-stündigen vortrag halten... das wird dich doch eher langweilen.
(oder du liest: 'Watching The English' - Kate Fox; Hodder 2005; 420 seiten für'n einstieg ins thema).


Nein, nein, weitergehende Infos hierzu sind für mich nicht erforderlich. Soweit in die Tiefe will ich nicht gehen. War halt nur eine persönliche Empfindung, dem Brian Ferry will ich doch nichts. Hätte es vielleicht anders umschreiben sollen... :)
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 11.08.2013 - 19:56 Uhr  ·  #17
Zitat geschrieben von Tom Cody

Zitat geschrieben von badger

Ferry mag dir vielleicht arrogant erscheinen, aber das ist er eher nicht. so wisse denn,
daß er aus einer ganz einfachen arbeiterfamilie stammt und ihm der umgang mit dem erfolg
große unsicherheiten und zweifel bescherte. damit zeigt er verhaltensmuster, wie sie für einen
engländer nicht typischer sein könnten
dazu wiederum müßte man das englische klassensystem begreifen; aber dazu müßte ich dir einen
5-stündigen vortrag halten... das wird dich doch eher langweilen.
(oder du liest: 'Watching The English' - Kate Fox; Hodder 2005; 420 seiten für'n einstieg ins thema).


Nein, nein, weitergehende Infos hierzu sind für mich nicht erforderlich. Soweit in die Tiefe will ich nicht gehen. War halt nur eine persönliche Empfindung, dem Brian Ferry will ich doch nichts. Hätte es vielleicht anders umschreiben sollen... :)


und wenn der vortrag abgekürzt würde auf das allernötigste, sagen wir mal 4 1/2 stunden;
würds dich dann interessieren? ist wirklich ein ...ahem... höllisch heißes thema.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 11.08.2013 - 20:00 Uhr  ·  #18
Ist ja auch Popmusik und kein Rock.
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 11.08.2013 - 20:20 Uhr  ·  #19
Zitat geschrieben von badger

Zitat geschrieben von Tom Cody

Zitat geschrieben von badger

Ferry mag dir vielleicht arrogant erscheinen, aber das ist er eher nicht. so wisse denn,
daß er aus einer ganz einfachen arbeiterfamilie stammt und ihm der umgang mit dem erfolg
große unsicherheiten und zweifel bescherte. damit zeigt er verhaltensmuster, wie sie für einen
engländer nicht typischer sein könnten
dazu wiederum müßte man das englische klassensystem begreifen; aber dazu müßte ich dir einen
5-stündigen vortrag halten... das wird dich doch eher langweilen.
(oder du liest: 'Watching The English' - Kate Fox; Hodder 2005; 420 seiten für'n einstieg ins thema).


Nein, nein, weitergehende Infos hierzu sind für mich nicht erforderlich. Soweit in die Tiefe will ich nicht gehen. War halt nur eine persönliche Empfindung, dem Brian Ferry will ich doch nichts. Hätte es vielleicht anders umschreiben sollen... :)


und wenn der vortrag abgekürzt würde auf das allernötigste, sagen wir mal 4 1/2 stunden;
würds dich dann interessieren? ist wirklich ein ...ahem... höllisch heißes thema.


Hey, nicht das wir uns da falsch verstehen! Das englische Klassensystem allgemein wäre schon interessant. Da ich Deine Zeilen gerne lese, würde ich auch Deinen Worten aufmerksam zu hören. Es sei denn, im Vortrag steht Herr Ferry im Vordergrund.... :)
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Re: Roxy Music - Same

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Gepostet: 12.08.2013 - 12:40 Uhr  ·  #20
Zitat geschrieben von Tom Cody

Hey, nicht das wir uns da falsch verstehen! Das englische Klassensystem allgemein wäre schon interessant. Da ich Deine Zeilen gerne lese, würde ich auch Deinen Worten aufmerksam zu hören. Es sei denn, im Vortrag steht Herr Ferry im Vordergrund.... :)


was ich eigentlich im klartext sagen wollte ist, daß das englische klassensystem eine recht
komplexe und komplizierte angelegenheit ist und einen viel größeren einfluß auf die musiker
und deren verhaltensweise hat, als es sich ein außenstehender vorstellen mag. da kommt eben
auch ein arbeitersohn aus Newcastle (oder, um genau zu sein, Co. Durham) nicht dran vorbei.
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