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Altan - Gleann Nimhe - The Poison Glen

gut wie immer

firebyrd offline
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Betreff: Altan - Gleann Nimhe - The Poison Glen  -  Gepostet: 22.12.2013 - 16:42 Uhr  -  
Altan - Gleann Nimhe - The Poison Glen

Es war 1975, als ich von einem Virus infiziert wurde. Dieser blieb bis heute unheilbar und brachte mich anlässlich eines Schottlandaufenthalts mit der schottischen Folklore in Berührung, mit der Folge, dass diese wie auch die irische oder keltische Folklore grundsätzlich meinen musikalischen Forscherdrang anregte.

Angefangen hatte es mit der schottischen Band Silly Wizard, eine äußerst virtuose Formation, und schon bald zählte auch die irische Band Altan zu meinen Auserwählten der Ersten Liga. Mairéad Ní Mhaonaigh und Frankie Kennedy gründeten die Band im Jahr 1988. Das Ehepaar hatte ein Jahr zuvor ihr zweites Album als Duo veröffentlicht, und nannten es "Altan". So war der Name der Band geboren, nachdem man sich um einige weitere Musiker verstärkt hatte.

Dieses Urgestein der irischen Folkszene feierte im Jahre 2009 sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen mit einer speziellen Doppel-CD und Songs, die zusammen mit dem RTÉ Concert Orchestra eingespielt wurden - wunderschöne Orchestrierungen der Folkstücke. Drei Jahre mussten wir also warten, bis 2012 ein neues Album erschien - jetzt wieder mit klassischer folkloristischer Instrumentierung. Klassisch ist auch die Aufteilung der Stücke. So wechseln sich Tänze und (gesungene) Balladen ab, also Jigs & Reels sowie kleine Geschichten dazwischengestreut.

Wie nicht anders zu erwarten, erklingt die Musik meisterlich. Die Musiker sind halt Profis und alles läuft wie geschmiert, vielleicht schon zu perfekt, weil neue Impulse fehlen? Aber kann man von Musikern erwarten, dass sie sich einer ständigen Entwicklung unterwerfen müssen? So steht die Band weiterhin zu ihren Wurzeln und trotz ihrer langen Existenz klingen sie weiterhin frisch und engagiert. So scheint sich die Ausdehnung ihres Spiels nicht zu den Seiten ereignet zu haben, sondern eher in die Tiefe. Seitdem das Gründungsmitglied Frankie Kennedy 1994 tragisch an Krebs verstarb, ist Mairéad Ní Mhaonaigh der Mittelpunkt der Band geworden. Frankies Flötenspiel war Hauptbestandteil der Musik und er wurde sehr vermisst. Der Gruppensound musste sich neu etablieren und ist mit diesem Album immer noch in alter Stärke da. Hervorragend in den Gesangsstücken ist die bezaubernde Stimme von Mairéad, unterstützt von herrlichen Harmony Vocals.

Unbestritten sind auch die musikalischen Leistungen an den Instrumenten. Noch immer steht der akustische Klang im Vordergrund - allen möglichen Elektrifizierungen hat man tapfer widerstanden. So sind es die weibliche Stimme, das Akkordeon und die Fiddle, die Zeichen setzen, unterstützt von Gitarre, Bouzouki und gelegentlich eingesetzter Perkussion. Bei vier Titeln gibt es noch die Flöte zu hören, die trefflich von Harry Bradley gespielt wird.

Im Booklet, das übrigens ganz ohne Plastik auskommt, gibt es kurze Erläuterungen und Stellungnahmen zu den einzelnen Songs. So erfahren wir von der Historie einzelner Lieder und welche Begebenheiten dahinter stecken. Die langsamen Songs sind es dann auch, die das Herz mit ihrer ganz herzlichen Ausprägung wärmen und bei mir löst das dann immer so etwas wie Fernweh aus. Fernweh nach irgendeinem Ort an der irischen oder schottischen Küste mit einem ruhigen und nachdenklichen Blick auf das Meer. Man kann bei solchen Titeln schon schnell in eine gewisse Melancholie abtreiben. Gut, dass man dann von schnellen Jigs und Reels wieder herausgerissen wird mit dem Drang, das Tanzbein schwingen zu wollen.

"The Lily Of The West" ist eine amerikanische Ballade in der Version einer gälischen Sängerin, die mit diesem Song eine ihrer wenigen englischsprachigen Titel vorlegte. Die Ergänzung mit der Snare Drum und den darauf verwendeten Schlagzeugbesen gibt diesem Stück eine beschwingte Heiterkeit innerhalb seiner grundsätzlichen Melancholie.

Wieder einmal hat die Band bewiesen, dass sie in der Spitzengruppe des irischen Folks ihren berechtigten Platz hat. Sie weiß dies durch ihre elegante und würdevolle Spielweise zu untermauern. Ein Album ohne Schwachstellen ist es geworden. Wer allerdings Innovation und Entwicklung erwartet, der vermag diesem Album möglicherweise nicht viel abgewinnen und zu dem Schluss kommen, dass ein Altan-Album wie das andere klingen mag. Nun, dann sollte man vielleicht ebenfalls in die Tiefe gehen und sich die Zeit zum Hören nehmen. Dann wird sich zeigen, dass es einfach Musik ist, die fesselt und mit der man sich in schönen Träumen angenehm verlieren kann. Und das zeugt doch von Güte und Qualität, oder?

Mairéad Ní Mhaonaigh (fiddle, vocals)
Ciaran Tourish (fiddle, whistle, vocals)
Ciarán Curran (bouzouki, mandolin)
Mark Kelly (guitar, bouzouki, vocals)
Dermot Byrne (accordion)
Dáithí Sproule (guitar, vocals)
Jim Higgins (bodhrán - #1,2,4,6,8,10, snare drum - #9, percussion - #10,12)
Harry Bradley (flute - #1,4,6,13)

01:A Fig For A Kiss/The Turf Cutter (Slip Jigs) (2:47)
02:Seolta Geala (4:01)
03:The Ardara Girls/The Backdoor Highlands/Fáscadh Mo Léine (The Wringing Of My Shirt)/Reel In A/Ciaran Tourish's Reel (6:05)
04:An Ghealóg (4:58)
05:Caitlín Triall (3:23)
06:The New Rigged Ship/Eddie Curran's Monaghan Twig/Kitty The Hare (Reels) (4:27)
07:The Blackest Crow (4:50)
08:The Lancers Jig/The Further In The Deeper (3:12)
09:The Lily Of The West (4:35)
10:The Wheels Of The World (Reel) (4:05)
11:Cailín Deas Crúite Na mBó (4:25)
12:Tommy Potts' Slip Jig (2:50)
13:The House On The Corner (2:33)

...und ich empfehle, auch hier einmal hinein zu schauen:

http://www.rocktimes.de/
http://www.musikansich.de/review.php
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