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Electric Prunes - Rewired (DVD); Artifact (CD); California (CD)



badger offline
Musiklexikon
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Betreff: Electric Prunes - Rewired (DVD); Artifact (CD); California (CD)  -  Gepostet: 13.08.2014 - 10:47 Uhr  -  
so, auch den nachfolgenden beitrag habe ich von 'guestuser' wieder unter meine eigene id
kopiert, wo er hingehört.

ein paar infos wurden aktualisiert.

kann also an anderer stelle gelöscht werden!


die originalband veröffentlichte 1967 'I Had To Much To Dream Tonight' und 'Underground' zwei
klassiker, die garage und psychedelia aufs beste vereinten und die bei einschlägigen fans bis
heute allerhöchste wertschätzung genießen; leicht verständlich, denn die Prunes gehörten zu
den urhebern und nicht zu den nachäffern.

nach diesen beiden lps zerfiel die band; zwei weitere unter ihrem namen veröffentlichte lps
(Mass In F-Minor; Release Of An Oath) werden sowoh von originalband als auch deren fans
strikt abgelehnt; es ist übles zeugs darauf.

mit 'Stockholm 67' wurde 30 jahre später (!), also 1997 eine live-lp (mitschnitt des schwedischen
radios) veröffentlicht; sie gilt unter genrefans als sensationelles artefact; denn ähnliche live-
aufnahmen aus jenen 'dunklen' tagen der aufnahmetechnik gibt es von garagen-, bzw.
psych-bands so gut wie nicht (ein andere ausnahme wäre die live-cd von HP Lovecraft...)
tatsächlich; stockholm 67 bietet eine überragende klangqualität und zeigt die Prunes zudem in
allerbester verfassung.
ein MUSS für jene, die sich für dieses genre begeistern.



Als sich die Electric Prunes 2001 überraschend zurückmeldeten, waren die tragenden Bandmitglieder
und Songschreiber aus den Anfangstagen wieder mit dabei;

James Lowe - vocals, guitar, harmonica,
Mark Tulin - bass guitar;
Ken Williams - lead guitar,

unterstützt durch:
Joe Dooley - drums, Mark Moulin -rhythm guitar und James' Sohn Cameron Lowe - keyboards.
Zusätzlich half das ex-Moby Grape Mitglied Pete Lewis an den Gitarren aus.

Der erste große Auftritt beim Vintage Gear Expo & Music Festival, Riverside verlief so erfolgreich, daß man sich entschloß, eine CD nachzuschieben.

Das auf dem bandeigenen erschienene Artifact war aber von vorneherein limitiert und nur als
Sammlerstück gedacht.
15 Stücke gibt es und die Überraschung gleich vorweg, die Prunes langen darauf noch um einiges psychedelischer, als zu ihrer besten Zeit; verzerrte Gitarren (und zwar jede Menge davon), wabernde
Keyboards, lange Intros, dichte Rhythmen und die leicht überdreht nörgelnde Stimme von James prägen diese 65 Minuten.
Mit Lost Dream geht es los, als seien die (20 Jahre jüngeren) Fuzztones diesmal der Ideenegeber gewesen, was übrigens gut möglich wäre, denn: Rudi Potrudi gehörte zu den großen Unterstützern der Prunes-Reunion. Ob man das viel zu oft gecoverte 7 & 7 Is hier nocheimal verbraten mußte, sei dahingestellt (es ist recht nett gespielt), aber schon mit einer quasi-Fortsetzung ihres größten Hits,
The Dream I Had Last Night hebt man wieder in die Fuzz-Sphären ab. Garagenhaften Einflüsse im Sinne der 60s findet man wenig (Bullet Through The Backseat), selbst hier aber entsteht durch den
Einsatz moderner Keyboards und digitaler Instrumente ein sehr jetztzeitiger Sound.

Immer wieder geht man den Zeitlupengang (Phone Won't Ring) mit langanhaltenden Gitarrennoten,
zwecks Erzeugung einer intensiv verfremdeten Atmosphäre, kann jedoch auch immer noch losrocken
(All About Wires).
Unterm Strich Artifact als das bis dato psychedelischste Werk der Prunes zu bezeichnen.

Drei Jahre später wurden sie mit California (PruneTwang 2004) sogar noch eine Spur deutlicher.
Auf 13 Stücken (58 Minuten) lassen sie sich mit gebührender Entrücktheit aus zum Thema 'so spielt man zeitgemäße Psychedelia'. Auch hier wieder viel, sehr viel Gitarre in den üblichen fuzz und verzerrten Varianten, auch mit jeder Menge schräger Keyboards (leider auch manchmal mit Synthies) und erneut mit dieser völlig abgefahrenen Stimme James Lowes. Der ebenfalls sehr abgefahrene Pete Lewis gehört jetzt zum festen Ensemble.



Gleich mit 'Sideshow Charade' wird der erste Trip eingeworden,
'49 Song's ist dann eine von psychedelischen Refrain-Chören unterstützte Perle, wie man sie von Plasticland erwarten würde.
Soll heißen, die Prunes haben all jene Einflüsse ab der Mid-80er aufgenommen und IHR Ding draus gemacht. Jeder Song ist noch etwas intensiver als das Pendant auf Artifact es gewesen wäre, ist auch intensiver, als die Neo-Gragen und Neo-Psych Vorbilder es hinbekommen hätten; wieder wechseln sich Zeitlupensongs (Ocean Blue) mit guten Rockern (I Never Knew What You Wanted, I'll Drag You Home) ab.
Es gibt hier keine schwache Stelle, nicht mal eine einzige. California ist der perfekte neuzeitliche Trip.

Man hätte die Prunes in diesem Stadium unbedingt live erleben müssen, aber sie spielten nur ganz wenige Konzerte hier in Europa (darunter im legendären Paradiso, Amsterdam).
Für alle, die nicht dabeisein konnten, hinterließen sie eine DVD mit Konzertausschnitten, Interviews und Hintergrundinformationen:
Rewired (Snapper, 2003) mischt Songs der Frühphase mit Stücken von Artifact und ist ein schier unglaublicher Trip geworden. Natürlich gestattet ihnen die digitale Technik, hier allerlei psychedelische Effekte einzubauen; es gibt sehr viel Farbe, das Bühnenbild ist super, der Klang kann nicht mehr verbessert werden, es stimmt alles.

Tracklisting der dvd:
01 Lost Dream
02 You Never Had It Better
03 The Great Banana Hoax
04 Ain't It Hard
05 I Had Too Much to Dream (Last Night)
06 I Happen To Love You! Got My Mojo Workin'
07 Little Olive
08 Long Days Flight (Till Tomorrow)
09 Devil's Candy
10 Bullet Thru The Backseat
11 Hideaway
12 Castaway
13 Get Me To The World On Time

Während 'Artifact' mittlerweile gestrichen ist und laut Angaben der Band eine Neuauflage nicht geplant ist, kann man die 'California' und die DVD immer noch leicht bei Amazon einkaufen (und
sollte es als Fan der Band unbedingt tun).

2006 folgte gar eine weitere hervorragende cd im alten stil: 'Feedback'; und auch hier gilt;
selten knüpften alterswerke so nahtlos an die glorreiche vergangenheit an. erneut ein 'muß' für
den Prunes-fan.



obwohl Mark Tulin kürzlich verstarb, hatte er mit James Lowe noch an einer weiteren neuen
cd gearbeitet; 'Was' erschien in diesem jahr; wie sie klingt, kann ich noch nicht sagen.
allerdings dürfte es die letzte cd der band gewesen sein; Tulin wird man nicht ersetzen können
oder wollen.

es ist wirklich unglaublich, daß die Prunes ihren zwei hervorragenden lps aus der gründerzeit
mehr als 30 jahre später noch weitere vier cds folgen ließen, die qualitativ auf gleicher stufe
anzusiedeln sind.
dachse die bellen, beißen auch!
Dieser Post wurde 1 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 13.08.2014 - 10:47 Uhr von badger.
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frimp offline
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Betreff: Re: Electric Prunes - Rewired (DVD); Artifact (CD); California (CD)  -  Gepostet: 13.08.2014 - 19:07 Uhr  -  
Eine prima Truppe. Überrascht hat mich die "Feedback" - die streckenweise m.E. recht britisch klingt - eine Prise The Clash vielleicht? Aber echt gut, danke für den Reminder.
"I can never make up my mind if I'm happy being a flute player, or if I wish I were Eric Clapton."
--Ian Anderson
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badger offline
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Betreff: Re: Electric Prunes - Rewired (DVD); Artifact (CD); California (CD)  -  Gepostet: 13.08.2014 - 19:55 Uhr  -  
Zitat geschrieben von frimp

Eine prima Truppe. Überrascht hat mich die "Feedback" - die streckenweise m.E. recht britisch klingt - eine Prise The Clash vielleicht? Aber echt gut, danke für den Reminder.


ein interessanter neuer blickwinkel... The Clash...,
na ich denke, daß Joe Strummer die Prunes schon in seinen jugendzeiten gehört hat.
er war ja mein baujahr und hat bestimmt dieselben musikalischen inspirationen gehabt.
dachse die bellen, beißen auch!
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