Yossi Sassi - Roots And Roads

So wird "Roots And Roads" ferner als eine musikalische Reise beschrieben, verschiedene Kulturen aufgreifend auf dem Weg, so dass dem Hörer dieser Platte ermöglicht sei, dieses zu reflektieren.

 
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Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 15:47 Uhr  ·  #1
Yossi Sassi - Roots And Roads


Der am 5.Februar 1975 geborene, aus Israel stammende Yossi Sassi versuchte stets traditionelle und zeitgenössische Musik zu einen, unter anderem entwickelte er ein Saiteninstrument namens Bouzoukitara. So gilt er als einer der Pioniere des orientalisch geprägten Prog-Rock und war eine Zeit lang auch Mitglied der israelischen Metal-Band Orphaned Land. 2012 erschien sein Debüt-Album, und "Roots And Roads" ist die dritte Platte des Musikers.

In der Pressemitteilung hierzu lese ich: »You are a unique blend of your roots and the choices that you make. Each and every person is a delicate mixture of his/hers past and the roads he or she chooses to follow.« So wird "Roots And Roads" ferner als eine musikalische Reise beschrieben, verschiedene Kulturen aufgreifend auf dem Weg, so dass dem Hörer dieser Platte ermöglicht sei, dieses zu reflektieren.

"Wings" ist ein Einstieg nach Maß. Ein Sack voller Harmonie wird geöffnet, orientalische Wehmut vereint sich mit wuchtigem und gleichzeitig leichtfließendem Prog Rock, dann sich mit den Instrumenten harmonisch vereinender Gesang, so läuft einem das Wasser gleich im Mund zusammen. Von orientalischem Schlagwerk eingeleitet folgt die Instrumentalnummer "Palm Dance", ein wenig mehr Härte wurde darübergelegt und ein vielschichtiger Sound fliegt durch den Raum, sehr geschmeidig und sich dehnend, durch die kraftvollen Drums am Boden gehalten. Dennoch scheint der Song zum Ende hin fast abzuheben, Sassi entfacht ein Feuerwerk auf den Saiten.

Der grundsätzlich allein singende Künstler wird auf "Root Out" von Diana Golbi begleitetet, die im Mix ein wenig mehr Prominenz vorweist und Yossi eher als Background-Sänger stehen lässt. Ganz wunderbar ist es jedoch, wenn, wie auch bei diesem Song, immer wieder orientalische Momente durch entsprechende Instrumentaleinschübe entstehen und dadurch für viel Abwechslung und erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt wird. Wenn dann noch eine so sehnsüchtig wirkende Einleitung wie auf "Mr. NoSoul" auftritt, dann fühlt man sich, als sei man auf eine Reise gegangen und säße in der romantisch untergehenden Abendsonne irgendwo am Mittelmeer und ließe seine Gedanken angenehm treiben. Nach diesem gut zweiminütigen Zwischenspiel landen wir jedoch schon bald wieder dort, worauf diese Musik abzielt, auf kraftvollen Rock, der neben zahlreichen Ethno-Elementen auch schon einmal in Gefilde von Jazz Rock abtauchen kann. Meist gelingt das am besten auf den fünf reinen Instrumentaltiteln, obgleich die Songs mit Texten offensichtlich nicht so sehr den Schwerpunkt der Aussage der Musik bilden, obgleich die zwei von Sapir Fox gesungenen Songs durchaus ihren Reiz haben, fügt sich die Sängerin doch sehr geschmeidig und gelungen in die Atmosphäre der Musik ein.

Oft wirkt die Musik sehr breitflächig, auch durch die hoch ausgesteuerten und satt streuenden Gitarren, so manche Hinwendung zum Metal dringt durchaus durch. Mir selbst gefallen die orientalischen Elemente ausgesprochen gut, ob sie nun das Metall anreichern oder mit filigranem mediterranen Flair dahinschweben. Zum Schluss mag sich jeder die Frage nach dem rechten Weg stellen, wie auch im Booklet:

»Roads, there are so many.
How can you choose which
is right and which is wrong,
if you don't know your song?«

Und so denke ich, dass Jede/r einen Lieblingssong auf der Platte finden mag, der für sie/ihn der rechte Weg sein wird.


Yossi Sassi (vocals, guitars [electric, nylon-string, acoustic, 7-strings], bouzoukitara, bouzouki, charango, oud, saz, chumbush, keyboards - #5, 9)
Or Lubianiker (electric bass)
Shay Ifrah (drums)
Ben Azar (guitar solos 2 and 3 -#2)
Sapir Fox (vocals -#9, 11, choir -#1)
Roei Fridman (percussion)
Zaher Zorgati (vocals -#6)
Ron 'Bumblefoot' Thal (guitar solos 1 and 4 -#2)
Diana Golbi (vocals - #3)
Roy Zu-arets (piano)
Yoav Efron (keyboards -#1, 6, 8, 10)
Bob Katsionis (Hammond and additional keyboards - #10)
Ariel Qassis (kanun)
Daniel Hoffman (violins)
Itzhak Ventura (Arabic, Turkish and Persian ney)
Danielle Sassi (flute)
Yankale Segal (fretless bass -#11)
Assaf Perelmuter (lap steel, Diddley bow)
Harel Shachal (clarinet)
Dan Piloni Kark, Jonathan Jacobi, Liron Schaffer (choir - #1)


01:Wings (4:58)
02:Palm Dance (4:52)
03:Root Out (6:14)
04:Mr. NoSoul (2:15)
05:Madame TwoSouls (4:03)
06:The Religion Of Music (4:53)
07:Winter (8:20)
08:Thundercloud (2:24)
09:Road Less Travelled (5:37)
10:Rizes Kai Dromoi (3:53)
11:Bird Without A Tree (3:56)
12:Stronger Than Ever (3:34)
(All music & lyrics by Yossi Sassi)





http://yossisassi.com/

Wolfgang
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 17:07 Uhr  ·  #2
Mit der Scheibe liebäugel ich schon einige Zeit. "Orphaned Land" (daher kenne ich ihn) mag ich gern, und was man so über diese CD lesen kann, macht mich ebenfalls neugierig.
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 18:11 Uhr  ·  #3
Wie sich der Musikstil von Yossi Saharon Sassi im Laufe der Jahre doch gewandelt hat. Zu Beginn der Karriere frönten Orphaned Land noch einen kernig europäisch geprägten Metal mit dem typischen Growlgesang. Das war im Jahre 1994. Danach streuten sie in ihrer Musik immer mehr orientalische Klänge bei, was ihre Musik einzigartig machte im Vergleich zu anderen Metalbands dieser Zeit. Auf ihrer letzten Platte 2013 war ihre Musik bereits sehr zugänglich und die typischen räudigen Elemente waren fast verschwunden. Trotzdem spielten sie eine perfekte Klinge und jeder Musiker war ein Könner auf seinem Instrument. Nur den bisweilen bombastischen Touch ihrer Musik hätten sie nie so in den Vordergrund rücken müssen.

Die jetzt von dir vorgestellte Platte "Roots and roads" von Yossi Sassi geht wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und es wird wieder authentischer orientalisch geprägter Rock oder auch Metal gespielt. Gerade die Beigabe der uns zum Teil völlig unbekannten Instrumente verleiht dieser Musik den Flair, der man gerne folgt. Und die Produktion ist perfekt, so dass auch die vermeintlich leisen Passagen so in den Mittelpunkt gerückt werden und gleichberechtigt neben den kernigen Ausbrüchen stehen.

Durch deine Rezi bin ich wieder auf Yossi Sassi gestoßen, den ich bereits seit längerem aus den Augen verloren hatte. Danke für die aussagekräftige Rezi; trotzdem hätte ich metalangehauchte Musik von firebyrd so nicht erwartet.


LG Kraut-Brain :e:
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 18:15 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von kraut-brain

trotzdem hätte ich metalangehauchte Musik von firebyrd so nicht erwartet.

LG Kraut-Brain :e:


...rechne stets mit dem Unerwarteten! :D
Du weisst - man sollte offen sein...
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 22:38 Uhr  ·  #5
Das klingt toll firebyrd muss ich mir mal anhören und dann wohl auch zuschlagen, danke!
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 21.08.2016 - 22:45 Uhr  ·  #6
http://yossisassi.com/discography/
das komplette Album & seine Vorgänger!
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 22.08.2016 - 07:42 Uhr  ·  #7
So, mal auf Spotify reingehört. Ohne die orientalischen Elemente wäre es mir auch zu beliebig. So aber wird die Musik tatsächlich sehr interessant!
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Gepostet: 19.09.2016 - 19:44 Uhr  ·  #8
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 19.09.2016 - 21:04 Uhr  ·  #9
Was ist denn das hier für eine Werbung?
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 19.09.2016 - 22:30 Uhr  ·  #10
Lass ihn doch, Thread und Art passen doch!
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Re: Yossi Sassi - Roots And Roads

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Gepostet: 15.10.2016 - 13:09 Uhr  ·  #11
So, Konzert verpennt, CD gegönnt 8)

Ganz kurz: Nicht schlecht, aber ICH habe mir mehr davon versprochen.
Die CD hat Längen. Die Instrumentaltitel, und davon gibts einige, sind teilweise eher Volksmusik als (Hard)Rock. Die rockigen Sachen gefallen mir.
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