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Octavian



Moniek offline
DJ
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Geschlecht: weiblich
Herkunft: GERMANY  Hannover 30451
Alter: 67
Beiträge: 3276
Dabei seit: 07 / 2008
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Betreff: Octavian  -  Gepostet: 16.05.2017 - 15:10 Uhr  -  
Octavian

Als ich die Straße entlangging, kam ich auch an der Disco vorbei, die zur Zeit bei den Jugendlichen *in* war.
Ein paar Gestalten standen oder saßen vor der Tür. Die Flaschen kreisten. Da der Alkohol in dieser Disco recht teuer war, wurde vorher und zwischendurch kräftig getankt.
Ich sah in die Gesichter der jungen Leute, sie sahen so bemüht fröhlich aus, lachten überlaut und hatten wohl nichts anderes im Kopf, als um jeden Preis Spaß zu haben.
Ach so, vielleicht sollte ich mich vorstellen, mein Name ist Octavian, ein Engel in der Ausbildung zum persönlichen Schutzengel.
Dies waren jetzt meine Lehr- und Wanderjahre. Dort, wo ich gebraucht wurde, führte man mich hin, um zu wirken, so gut es ging.
Ihr müsst wissen, die Menschen sind ein wenig widerspenstig, was die Führung und Beratung durch einen Engel betrifft.
Ich schaute mich um, um erst einmal in Erfahrung zu bringen, wer meine Hilfe brauchte.
Immer wieder fiel mein Blick auf ein junges Mädchen, ein sehr junges Mädchen, das mehr am Arm eines jungen Mannes hing, als selbst auf ihren eigenen Füßen zu stehen.
In ihrem Blick sah ich einen großen Schmerz und auch, dass sie nicht betrunken war, obwohl sie die Hilflose spielte.
Vor den beiden stand ein junges Mädchen, das sehr auffällig gekleidet war und sich auch so benahm. Ständig warf sie mit einem Ruck ihre langen, schwarzen Haare zurück, schaute sich um, ob man sie auch genügend beachtete und redete ohne Pause auf die beiden ein.
Unauffällig versuchte der junge Mann, seinen Arm zu befreien, aber umso fester wurde die Umklammerung.
Sein Blick landete immer wieder bei dem attraktiven Geschöpf vor ihm.
Als ich stehen blieb, konnte ich auch Wortfetzen verstehen.
Das aufgeregte, schwarzhaarige Mädchen richtete seine Worte offensichtlich an den jungen Mann: “Party, privat, nicht für jeden ……… unbedingt mitgehen ………….!“
Der schaute ratlos auf das junge Mädchen, das sich an ihm festhielt, sie sah so zart und schutzbedürftig aus, aber nicht so auffallend, wie die Freundin.
Nun schien der junge Mann zu einem Entschluss gekommen zu sein.
Er ging langsam die Treppe hinunter, mit dem Mädchen am Arm, die sich fast ängstlich an ihm festhielt und steuerte eine der Bänke an, die in Sichtweite standen.
Das andere Mädchen sah den Beiden ratlos hinterher, aber entschloss sich dann doch, ihnen zu folgen.
Der junge Mann löste energisch die Hand des Mädchens von seinem Arm und drückte es auf die Bank. Einen Moment blieb er noch vor ihm stehen, dann drehte er sich zu dem anderen Mädchen um und sagte: „Wir können gehen.“
Er vermied es, das wie erstarrt wirkende zarte Geschöpf noch einmal anzuschauen.
Ein paar Schritte…………die Beiden stiegen in ein wartendes Taxi ……. und weg waren sie.
Hatte ich erwähnt, dass ich ein Engel bin? Ja sicher, aber auch, dass man mich nicht sehen kann?
Das wisst Ihr sicherlich….oder?
Zusammengesunken saß die Kleine auf der Bank, die Schultern hochgezogen, als wenn sie frieren würde, die langen Haare bedeckten ihr Gesicht, aber ich wusste, dass die Tränen flossen.
Ich setzte mich neben sie.
Irgendwie schien sie meine Gegenwart zu fühlen, denn für einen Moment schaute sie mich direkt an.
Inzwischen war mir klar, dass ich bei ihr bleiben musste, egal was sie noch vorhatte.
Die Minuten verstrichen, obwohl ja Zeit für mich keine Bedeutung hat, aber Euch scheint sie ja sehr wichtig zu sein.
Einige Zeit hörte ich das Mädchen flüstern, sie sprach mit sich selbst, ihre Stimme klang verzweifelt, immer von Schluchzen unterbrochen.
Dann stand sie auf und entfernte sich mit müden, langsamen Schritten.
Ich begleitete sie, immer zwei Schritte hinter ihr und manchmal auch an ihrer Seite, wenn es die Situation erforderte.
Was sie vorhatte, war mir nicht bewusst, aber ich hatte das Gefühl, dass ich sie nicht allein lassen durfte.
Wir überquerten belebte Straßen und sie schien die Autos nicht zu registrieren, sondern ging, ohne zu schauen, hinüber. Ich hatte alle Mühe und brauchte meine ganze Kraft, um einen Schutzring zu schaffen, der sie umhüllte, damit nichts passieren konnte.
Ihr müsst wissen, dass das sehr anstrengend ist. Bevor wir zu diesem Mittel greifen, versuchen wir erst, auf den Menschen einzuwirken, über die Gedanken und Gefühle.
Hier war aber nichts zu machen, das Mädchen hatte sich in sich selbst verkrochen und war nicht ansprechbar.
Auch das wütende Hupen der erbosten Autofahrer, denen sie in die Quere kam, schien sie nicht zu beeindrucken oder aus ihrer Erstarrtheit aufzuwecken.
Scheinbar ziellos ging sie auf eine Brücke zu, die über den Fluss führte.
In der Mitte blieb sie stehen, ich stand dicht neben ihr.
Als sie das Geländer mit beiden Händen umfasste, machte ich mich bereit, einzugreifen.
Auf einmal zögerte sie, schaute mich direkt an und sagte: “Keine Angst, ich werde keine Dummheit machen. Auf dem Weg hierher ist mir Einiges klar geworden.“
Sie konnte mich also sehen, vielleicht auch nur meine Gegenwart spüren.
Konnte sie mich auch hören?
Das wollte ich gleich einmal testen und sprach sie an.
„Ich bin heute Nacht schon eine ganze Weile an Deiner Seite, mein Name ist Octavian.“
Ob sie mich gehört hatte, wusste ich nicht, aber ich konnte Gedanken mit ihr austauschen.
Ihre ganze Geschichte sprudelte aus ihr heraus,
Marie, so hieß sie, hatte David in der Schule kennen gelernt, gleichzeitig mit ihrer *Freundin* Sarah.
Erst interessierte sich Sarah nicht für David, aber als er sich mit Marie verabredet hatte, drängte sie sich dazwischen und wollte unbedingt mitgehen.
David war von der attraktiven Sarah beeindruckt und stimmte sofort zu. Marie hatte schon gar keine Lust mehr, mit den Beiden etwas zu unternehmen.
Es würde ablaufen, wie immer, wenn sich ein Junge für sie interessierte.
Ihre Freundin, wenn man sie so nennen kann, spielte sich sofort in den Vordergrund und lenkte die Aufmerksamkeit der Jungen auf sich.
Dieses Mal aber war Marie richtig verliebt und wollte sich nicht so einfach an die Seite schieben lassen.
Deshalb auch die gespielte Schwäche, die ihr letztendlich nichts genutzt hatte.
David fühlte sich geschmeichelt, dass sich die schöne Sarah um ihn bemühte. Er merkte gar nicht, wie oberflächlich das Mädchen war.
Vergessen waren die interessanten Gespräche mit Marie, die Übereinstimmung in vielen Dingen und die langsam wachsenden Gefühle füreinander.
Alles weggeworfen an einem einzigen Abend ……….. wofür?
Marie hatte beschlossen, nach Hause zu gehen. In die Disco wollte sie nicht zurückkehren.
Ich begleitete sie bis zu ihrem Haus.
Die Nacht verlief ruhig, wenigstens für Marie. Sie schlief an dem folgenden Tag, einem Sonnabend, bis in den Vormittag.
Sie sah zwar noch zarter aus, als sonst, aber sie wirkte sehr ruhig.
Bis zum Abend ereignete sich nichts Besonderes, aber ich hatte das Gefühl, als wenn sie auf etwas wartete.
Einen Besuch? Einen Anruf?
Auch am Sonntag blieb sie zu Hause, meistens in ihrem Zimmer, lesend oder nur auf dem Bett liegend und vor sich hinstarrend.
Gegen Abend nahm sie auf einmal entschlossen ihr Handy und tippte eine SMS ein.
Wenn sie eine Antwort erwartet hatte, wurde sie enttäuscht.
Kurz vor 20 Uhr rief auf einmal Sarahs Mutter an und fragte nach ihrer Tochter.
Marie antwortete wahrheitsgemäß, dass sie sie seit Freitag nicht mehr gesehen hatte.
Am nächsten Morgen fehlten Sarah und David. Sie waren beide nicht zum Unterricht erschienen.
Kurz nach dem Läuten kam der Rektor in die Klasse und mit ihm eine Frau und ein Mann, die niemand kannte.
Sie stellten sich als Polizisten vor und begannen, den Schülern Fragen zu stellen.
Es stellte sich heraus, dass Marie die Letzte war, die die beiden Vermissten zuletzt gesehen hatte.
Die Polizistin ging mit ihr in einen leeren Klassenraum und forderte sie auf, alles zu erzählen, auch Kleinigkeiten könnten wichtig sein.
Dabei machte sie sich Notizen.
Das Mädchen gab sich Mühe, alles in der richtigen Reihenfolge zu erzählen und auch die Dialoge korrekt wiederzugeben.
Die Beamtin fragte auch nach dem Auto, mit dem die Beiden weggefahren waren und war ganz enttäuscht, als sie hörte, dass es sich um ein Taxi handelte.
Aber…….. Moment mal………… es war kein gewöhnliches Taxi, erinnerte sich auf einmal Marie, sondern ein ziemlich großes, in dem bis zu sieben Personen mitfahren können.
Auch die Farbe, es war ein schwarzes Fahrzeug, mit gelber Schrift, war nicht üblich.
Die Polizistin gab ihr die Hand und bedankte sich für die Auskünfte. Fragen nach dem Verbleib von Sarah und David beantwortete sie nicht.


Als Sarah und David in das Taxi gestiegen waren, saßen dort noch 3 andere junge Leute, zwei Mädchen und ein junger Mann, alle in ihrem Alter.
Niemand wusste, wohin sie fuhren und wer die Party veranstaltete.
Ein älterer Mann, der neben dem Fahrer saß, reichte zwei Flaschen nach hinten und die fünf nahmen ein paar kräftige Schlucke.
Der Alkohol war ganz schön hochprozentig und die Stimmung wurde immer ausgelassener.
Etwas außerhalb hielt das Auto vor einem großen Haus. Nichts deutete auf eine große Feier hin, nur der Weg und der Eingang waren hell erleuchtet.
Kein Lärm oder laute Musik war hier draußen zu hören.
Ob sie hier wohl richtig waren?
Der ältere Mann bezahlte den Fahrer und das Taxi fuhr davon.
Ein bisschen mulmig war den jungen Leuten schon.
Auf einmal öffnete sich die Tür und ein Butler ließ die Besucher eintreten.
Er führte sie ohne Umwege in den Keller.
Als er die Kellertür öffnete, blieb ihnen doch vor Staunen der Mund offen stehen.
Sie betraten einen großen, schön eingerichteten Raum. Ausgestattet mit einer Bar,
gemütlichen Sitzecken und im Hintergrund konnte man durch eine halb offene Schiebetür ein Schwimmbecken sehen.
Andere Gäste sahen sie nicht, auch wenn alles dafür vorbereitet schien.
Auf einem langen Tisch an der Seite standen Schüsseln und Platten mit leckeren Sachen und eine Menge alkoholischer Getränke.
Die fünf blieben dicht beieinander, so ganz wohl fühlten sie sich nicht.
Nach kurzer Zeit tauchte der Butler wieder auf und nötigte die jungen Gäste zum Essen.
Auch der ältere Mann aus dem Taxi war wieder da.
Unentschlossen und ein wenig ratlos schauten sich die Eingeladenen an, zögerten noch, zuzugreifen, da öffnete sich die Tür erneut und ein älterer Mann trat ein.
Er stellte sich als Georg vor und war ihr Gastgeber.
Mit seinem blauen Glitzerjackett wirkte er wie ein Paradiesvogel.
Unwillkürlich wanderten die Blicke der jungen Leute immer wieder zur Tür.
Schließlich fragte David, wann denn die anderen Gäste kämen.
Georg erklärte ihnen, sie wären die einzigen Gäste.
Er sei immer so alleine und würde ab und zu junge Menschen einladen, mit ihm ein wenig zu feiern.
Da setzte auch schon die Musik ein, alles, was sie gerne hörten und wonach sie nächtelang tanzten.
Der Butler reichte Tabletts mit vollen Gläsern herum und allmählich taute das Eis.
Sie aßen, tranken und tanzten und nach einigen Drinks kam jemand auf die Idee, mal eben in den Pool zu springen.
Kreischend und lachend folgten ihm noch zwei andere, Sarah auch.
Die Stimmung wurde immer ausgelassener.
Aus dem Wasser heraus, drängten sich die jungen Leute wieder auf die Tanzfläche, nun war auch Georg mitten unter ihnen.
David ging langsam um das Becken herum, sah in einige Nebenräume, die Türen standen ein wenig offen. Es waren 5 Räume, alle mit Betten ausgestattet und dezenter Beleuchtung.
Die ganze Sache gefiel ihm überhaupt nicht.
Was wollte ihr Gastgeber wirklich von ihnen?
Der einzige Zugang schien die Tür zu sein, durch die sie gekommen waren und dort hielt sich ständig der ältere Mann aus dem Taxi auf.
Wir sitzen in der Falle………….der Gedanke schoss David durch den Kopf und ließ ihn nicht mehr los.
Er tat, als wenn er kräftig mitfeiern würde, rührte aber keinen Alkohol mehr an.
Die anderen hielten sich aber nicht zurück und becherten kräftig.
Geraucht wurde auch, bestimmt nicht nur Zigaretten.
So vergingen ein paar Stunden und David wurde immer unruhiger.
Georg fing an, die jungen Leute zu betatschen und dabei war es ihm egal, ob er gerade ein junges Mädchen vor sich hatte oder einen jungen Mann.
Die fanden das auch noch lustig und ließen ihn gewähren.
David sah, dass es Sarah nicht gut ging, sie torkelte mehr, als dass sie ging und suchte die Toilette.
Er nahm ihren Arm und begleitete sie.
Sie musste sich mehrfach übergeben und war danach nicht mehr in der Lage, allein zu gehen.
Auf einmal stand der Butler neben ihm und half ihm, das Mädchen in das nächstgelegene Zimmer zu bringen.
Auch dort hörte das Erbrechen nicht auf, bis sie schließlich total erschöpft, blass und zitternd zusammengekauert auf dem Bett lag.
Ihr Gastgeber schaute einmal kurz zur Tür herein und wandte sich dann angewidert ab. Sofort stürzte er sich wieder auf die Tanzfläche, zog das nächstbeste Mädchen zu sich heran und versuchte sie zu küssen.
Die lachte nur albern und drehte sich ein wenig zur Seite, so dass er nicht zum Ziel kam.
Wieder und wieder wurde nachgeschenkt und allmählich setzte sie den Annäherungsversuchen keinen Widerstand mehr entgegen.
Dann zog sich Georg mit den drei übrig gebliebenen jungen Gästen in eins der Schlafzimmer zurück, dort wurde nur noch gekichert und David wollte gar nicht wissen, was da vor sich ging.
Sarah bekam davon gar nichts mit.
Sie döste ein wenig vor sich hin und wimmerte ab und zu.
Nichts war mehr übrig von dem selbstbewussten und selbstverliebten jungen Mädchen.
Die ganze Zeit überlegte David, wie er hier herauskommen könnte, denn dass man ihn nicht freiwillig gehen lassen würde, war ihm schon klar.
Als er mal einen Blick aus der Tür warf, sah er aber, dass der große Raum verlassen war.
Vorsichtig schlich er zur Tür, im Vorbeigehen nahm er ein Glas, um eventuelle Beobachter zu täuschen und fasste die Klinke an,
Natürlich war die Tür verschlossen, er hatte auch nichts Anderes erwartet.
Die Gedanken rotierten in seinem Kopf.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich seit geraumer Zeit hier anwesend war?
Ich, Octavian, versuchte auf die jungen Leute einzuwirken. Der einzige, bei dem es mir gelang, war David.
Es war ihm aber nicht bewusst, dass ich die Zweifel in ihm geweckt hatte, dass das alles hier mit rechten Dingen zuging.
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ihn direkt anzusprechen, über seine Gedanken.
Wenn er auch nicht so offen reagierte, wie Marie, so befolgte er doch die Anweisungen, die ich ihm gab.
Ich machte ihn auf das Glitzerjackett aufmerksam, dass über eine Sessellehne gelegt worden war.
Georg musste sich wohl sehr sicher sein, dass niemand versuchte, zu fliehen, darum hatte er auch den Butler und den anderen Mann weggeschickt.
David fasste in die Tasche des Jacketts und wurde auch sofort fündig, er hielt einen Schlüssel in der Hand und hoffte nur, dass er auch zu dem Schloss passte.
Nun musste es ganz schnell gehen.
Er schlich sich wieder zur Tür und probierte den Schlüssel aus und siehe da, er passte.
Ganz langsam und leise schloss er die Tür auf, dann schlich er wieder zu Sarah, sie würde er unter keinen Umständen hier zurücklassen.
Er war zwar groß und kräftig, aber Sarah war in ihrem jetzigen Zustand nicht in der Lage, allein zu gehen.
Er schaffte es, sie ein wenig aus ihrer Lethargie zu wecken und schleifte sie mehr oder weniger zur Tür.
Zum Glück sagte sie nichts, ab und zu stöhnte sie leise, hoffentlich musste sie sich nicht gerade jetzt übergeben.
Als er sie mit viel Mühe die Treppe hinaufgezogen hatte, wurde es ein wenig leichter.
Den Schlüssel hatte er noch in der Hand und hoffte nur, dass er zur Haustür passte.
Auch das gelang ihm und ich legte ihm nahe, die Tür wieder abzuschließen und den Schlüssel mitzunehmen.
Draußen angekommen schlich er durch den Garten und überlegte nun, wie es weitergehen sollte.
Sarah würde nicht lange durchhalten, das war ihm klar, also musste er ein Versteck in der Nähe finden, in dem sie erst einmal bleiben konnten.
Inzwischen war schon der Morgen angebrochen und sie mussten so schnell wie möglich weg von der Straße, denn man würde sie bald vermissen.
Also erst einmal in den Wald.
Das Mädchen jammerte und beklagte sich, bis er sie schroff anfuhr, da war sie still.
Sie tat ihm jetzt auch wieder leid, aber sie hatten keine Zeit zu verlieren.
Wie lange sie durch den Wald gestolpert waren, wussten sie nicht, aber endlich sahen sie durch die Bäume eine Wiese und darauf eine große Scheune.
Da die Sonne schon hoch am Himmel stand, musste es wohl gegen Mittag sein.
Zum Glück war das Scheunentor offen und sie schlüpften schnell hinein.
Es gab auch Heu und todmüde ließen sie sich hineinfallen, um auf der Stelle einzuschlafen.
Als sie wieder aufwachten, Sarah auch wieder klar und ansprechbar, war es stockdunkel draußen.
David half ihr, die Erinnerungslücken zu schließen und im Nachhinein schauderte sie bei dem Gedanken, was hätte alles passieren können.
Aber noch war die Gefahr ja nicht vorüber.
Man würde nach ihnen suchen, soviel war schon mal sicher.
Hier kannten sie sich auch gar nicht aus, also blieben sie schön in ihrem Versteck, bis der neue Tag anbrach.
Das war jetzt der Sonntag. Die Eltern würden sie sicher vermissen, aber sich wohl noch keine Sorgen machen, weil sie ab und zu auch bei Freunden übernachteten.
David musste immer häufiger an Marie denken. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er sie einfach im Stich gelassen hatte.
Ab und zu schauten sie vorsichtig aus dem Tor, aber weit und breit war kein Mensch zu sehen, den sie um Hilfe bitten konnten.
Sie hatten Hunger und Durst.
Als es wieder dämmerte, schlich sich David zu einem steinernen Trog, der auf der Wiese stand und pumpte aus dem Brunnen frisches Wasser, dass er gierig aus den Händen schlürfte.
Auch Sarah musste ihren Durst auf diese Art stillen, es gab kein Gefäß, was sie hätten benutzen können.
Eine weitere, lange Nacht lag vor ihnen. Sie schliefen ein wenig, aber immer auf Geräusche von draußen horchend.
Am Montag wollte David sich zum nächsten bewohnten Haus durchschlagen, um Hilfe zu holen. Er wartete, bis es hell geworden war und lief dann los.
Das erste Auto, was er zu Gesicht bekam, gehörte dem Tierarzt, der auf dem Weg zu dem Bauern war, dem die Scheune gehörte.
Schnell holten sie Sarah und der Autofahrer brachte sie in die nächste Stadt direkt zum Polizeirevier.
Als die Beiden ihre Aussage gemacht hatten, wurde ein Einsatzkommando zur Villa geschickt, wo die anderen jungen Leute immer noch gefangen gehalten wurden.
Den Schlüssel hatte David der Polizei übergeben, so war die Überraschung perfekt und sie konnte Georg und seine beiden Angestellten festnehmen.
Sie leisteten keinen Widerstand.
Die drei jungen Leute brachte man erst einmal ins Krankenhaus, wo sie sorgfältig untersucht wurden.
Es war mittlerweile später Vormittag.
Die Eltern von David und Sarah waren schon informiert und auf dem Weg, ihre Kinder abzuholen.
Auch die Schule bekam einen Anruf. Es ging wie ein Lauffeuer durch das Gebäude, dass die Beiden gefunden worden waren.
Einzelheiten waren noch nicht bekannt.

Marie war sehr erleichtert, wenn auch immer noch traurig und enttäuscht über das Verhalten von David.
Ja….und David?
Marie einfach anzurufen traute er sich nicht und auch Sarah meldete sich nicht bei ihr, denn sie sah wohl ein, dass sie nicht richtig gehandelt hatte.
Als die drei sich wieder begegneten, es war inzwischen Donnerstag geworden, gab sie ihnen die Hand sagte nur, dass sie sehr froh wäre, dass alles zu einem guten Ende gekommen wäre.
David und Sarah waren nur noch befreundet, das gemeinsam Erlebte hatte sie zwar enger zusammengeschweißt, aber eine Beziehung wurde nicht daraus.
David suchte wieder Maries Nähe und auch Sarah, die ja *eigentlich* ihre beste Freundin war, würde sich gerne mit ihr aussprechen.
In der nächsten Zeit ging sie ihnen jedoch aus dem Weg.
Da musste ich mir doch mal etwas einfallen lassen.
Alle drei mussten noch einmal zur Vernehmung ins Polizeirevier und dann auch die drei Männer identifizieren.
Marie wartete inzwischen draußen.
Die Beiden waren so aufgewühlt, als sie Verbrecher wieder sahen, dass sie blass und still den Raum verließen.
Marie konnte nicht anders, sie umarmte Sarah und tröstete sie. Dann gingen sie zusammen hinaus und ganz von selbst nahm David ihre Hand und ließ sie nicht mehr los.
Meine Aufgabe war hiermit beendet und ich machte mich wieder auf den Weg.
Es grüßt Euch Octavian
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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White Bird offline
Sammler
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 19.05.2017 - 17:03 Uhr  -  
Liebe Moni,

ich bin sprachlos. Eine wunderschöne Geschichte hast mit verschiedenen Wendungen beschrieben, so dass man als Leser immer gespannt war, welche Richtung die Handlung nun nehmen wird. Es hat wieder richtig Spaß gemacht, der beschriebenen Handlung zu folgen.

Dafür nochmals vielen, vielen Dank.

LG Beate :happy:
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.
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Tom Cody offline
Labelboss
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 19.05.2017 - 17:19 Uhr  -  
Moni, danke für deine Zeilen. Eine interessante und kurzweilige Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. :)
Dead End Street - The Place For Good Music !
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Moniek offline
DJ
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 20.05.2017 - 00:40 Uhr  -  
Dankeschön :happy:
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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kraut-brain offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 20.05.2017 - 12:06 Uhr  -  
Und wieder beglückst du uns mit einer wahrlich kurzweiligen Geschichte, die durch viele Facetten besticht. Das Schmöckern hat richtig Spaß gemacht.

Moni, Danke dafür. :)
Ein Tag ohne Musik ist kein schöner Tag!
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Moniek offline
DJ
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 20.05.2017 - 19:57 Uhr  -  
Dankeschön :D
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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sunny offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 28.05.2017 - 16:59 Uhr  -  
Mensch Moni, da brauch ich mehr Zeit um die Zeilen durchzulesen.
Nun vorab, danke für die Geschichte.
rockige Grüße Sunny
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Moniek offline
DJ
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Themenstarter
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Betreff: Re: Octavian  -  Gepostet: 30.05.2017 - 19:50 Uhr  -  
Bitte gerne, Sunny
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