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Der Engel neben mir



Moniek offline
DJ
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Betreff: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 18.09.2017 - 21:53 Uhr  -  
Der Engel neben mir

Ich wachte auf, aber öffnete noch nicht die Augen. Ich wollte den köstlichen Moment des Erwachens noch ein wenig genießen, die Erinnerung an eine Nacht voller Zärtlichkeit und wunderschöner Träume.
An meiner Wange spürte ich einen Hauch, wie ein sanfter Atem.
Ich lächelte und tastete mit meiner linken Hand nach meiner Traumfrau .
Als ich merkte, dass meine Hand in Leere griff, schaute ich neben mich und sah nur einen Abdruck auf dem Kopfkissen, eine zerwühlte Bettdecke und sonst nichts,
Hatte ich nicht eben noch ihren Atem an meiner Wange gespürt?
War sie eben aufgestanden und ins Bad gegangen?
Ich sprang aus dem Bett und suchte in der ganzen Wohnung nach ihr.
Nirgendwo fand ich sie und auch keinen Beweis, dass sie wirklich und real die Nacht mit mir verbracht hatte, außer dem benutzten Bett neben mir.
Ratlos und verwirrt saß ich am Küchentisch, starrte vor mich hin und merkte gar nicht, dass die Zeit verging und ich schon längs an meiner Arbeitsstelle hätte sein müssen.
Angestrengt dachte ich nach und überlegte, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass wir bei mir zuhause gelandet waren, mit allem, was danach folgte.
Eigentlich bin ich ziemlich schüchtern.
Ich hatte sie immer mal wieder gesehen, sie war wunderschön, mit langen dunklen Haaren und einem Lächeln, welches sich auch in den Augen wiederspiegelte.
Und eben dieses Lächeln schenkte sie mir ab und zu.
In Gedanken nannte ich sie meinen Engel, denn wenn ich sie traf, wurde der Tag schön und ich hatte einfach mehr Erfolg und ein Glücksgefühl, was man nicht beschreiben kann.
Gestern Abend also traf ich sie wieder und sie wirkte ein wenig hilflos, wie sie da vor dem Fahrkartenautomaten stand und offensichtlich nicht wusste, wie sie ihn bedienen musste.
Hier sah ich meine Chance sie anzusprechen und bot ihr meine Hilfe an. Als Autofahrer hatte ich aber selbst keine Ahnung und schlug vor, sie nach Haus zu fahren.
Zu meiner Überraschung war sie auch sofort einverstanden.
Wir unterhielten uns, als wenn wir uns schon lange kennen würden. Dann sagte ich so nebenbei, dass ich noch nichts gegessen hatte und mein Kühlschrank ziemlich leer war.
Als ich bei meinem Lieblingsitaliener vorbeikam, hielt ich und schaute sie fragend an.
Sie verstand sofort, was ich meinte und nickte mit dem Kopf.
Wir aßen köstliche Sachen, aber ich müsste lügen, wenn ich nachher noch sagen könnte, was es war. Ich versank in ihren schönen blauen Augen, die so gar nicht zu dem dunklen Haar zu gehören schienen und doch so perfekt dazu passten.
Jetzt hätte ich sie ja eigentlich nach Hause bringen müssen, aber irgendwie war der Abend noch nicht zu Ende, das hatte ich im Gefühl.
Beim Bezahlen ließ ich mir noch eine Flasche Rotwein mitgeben und wir stiegen wieder ins Auto, um nach Hause zu fahren.
Von dem Zeitpunkt ab, handelte ich wie ferngesteuert, alles war selbstverständlich, wie einstudiert und alles war richtig und gut.

Vor meiner Haustür parkte ich den Wagen und wie gingen hoch in den zweiten Stock, wo ich meine Wohnung hatte.
Und dies zauberhafte Wesen zögerte nicht eine Minute, sich mir anzuschließen.
Was danach folgte, war so innig und zärtlich und nicht eine Minute der Fremdheit war zwischen uns.
Als wir viel später aneinander gekuschelt einschliefen, war ich so glücklich, wie noch nie in meinem Leben und beim Erwachen glaubte ich noch, meine Traumfrau gefunden zu haben.
……….und dann der Schock.
Ich rief in meiner Firma an und meldete mich krank. Nicht einen klaren Gedanken hätte ich fassen können.
Wo war sie????
Ich nannte sie jetzt nur noch meinen Engel, da ich ja nicht einmal ihren Namen wusste.
Meine Gedanken rotierten in meinem Kopf.
Warum war sie heimlich hinaus geschlichen??
War sie vielleicht gebunden??
Wollte sie nur ein Abenteuer??
Gegen Abend knurrte mein Magen und ich kam auf die Idee, bei meinem Italiener vorbeizugehen um mir eine Pizza zu holen.
Hier war ich ein ziemlich regelmäßiger Gast (ich muss zugeben, ich hatte oft keine Lust zu kochen) und man kannte mich recht gut.
Zu meinem Glück war auch Danilo wieder hier, der uns gestern bedient hatte.
Bevor ich ihm eine Frage stellen konnte, die die Identität des Mädchens betraf, sagte er zu mir : „Cheffe“, so nannte er mich, weil ich, wenn ich nach Feierabend dort auftauchte, oft noch einen Anzug mit Hemd und Krawatte trug. Also: „Cheffe, du musst dir mal eine Frau suchen, alleine essen macht keinen Spaß:“
Ich machte schon den Mund auf, da redete er weiter und ich wusste, das etwas Unglaubliches geschehen war :“.. vorgestern alleine gegessen, gestern alleine gegessen und heute schon wieder alleine, das ist nicht gut, Cheffe !“
Ich nickte mit dem Kopf und sagte nur: „ Du hast ja recht, Danilo.“
Fast widerwillig würgte ich die knusprige Pizza hinunter, eigentlich Danilo zu Gefallen, der manchmal einen Blick herüberwarf.
Der Gute meinte dann beim Verabschieden: “Bald kommt meine Nichte aus Italien, um hier ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen. Sie ist ein nettes Mädchen.“
Ich erwiderte nichts darauf, so ließ er das Thema auch fallen.
Nachdenklich ging ich nach Hause. Konnte das sein, was ich gestern erlebt hatte oder hatte ich das nur geträumt?
Mit einer Flasche Rotwein im Magen kommen wahrscheinlich die Geister aus den Tiefen hervor und necken dich.
In dieser Nacht schlief ich sehr unruhig, rief im Traum nach meinem Engel und wachte erschöpft auf.
Trotz allem schleppte ich mich zur Arbeit, doch als die Chefin einen Blick auf mich geworfen hatte, meinte sie nur, ich solle meine Erkältung lieber zu Hause auskurieren, als hier die Mitarbeiter anzustecken.
„Erkältung“ ???????? Ja, wenn es das nur wäre.
Ich lief ziellos durch die Straßen und fand mich am Fahrkartenautomaten wieder, an dem ich meinen Engel angesprochen hatte.
Natürlich begegnete ich ihr nicht.
Sobald eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren auftauchte, schlug mein Herz schneller, doch die Enttäuschung war jedes Mal groß, wenn sich herausstellte, dass sie es nicht war.
Ob ich sie jemals vergessen kann?
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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White Bird offline
Sammler
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 19.09.2017 - 10:59 Uhr  -  
Es hat wieder Spaß gemacht, deiner Geschichte zu folgen. Und ja, gewisse Phantasien, Wünsche und Vorstellungen begleiten auch uns bisweilen. Trotzdem ist es schön, in die Welt der Träume einzutauchen, auch wenn die Wirklichkeit zum Teil andere Geschichten schreibt.

Moni, nochmals Danke für deine wunderbare Geschichte. :happy:
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.
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Tom Cody offline
Labelboss
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 20.09.2017 - 19:55 Uhr  -  
Träume und Phantasien umgeben doch einen jeden. Um so erschreckender ist es manchmal, wenn einen die Realität wieder einholt.

Liebe Moni, vielen Dank für diese schöne Geschichte, die Du wieder einmal in beeindruckende Worte gekleidet hast. :)
Dead End Street - The Place For Good Music !
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Moniek offline
DJ
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Themenstarter
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 20.09.2017 - 22:30 Uhr  -  
Dankeschön :D
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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sunny offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 27.09.2017 - 18:58 Uhr  -  
danke Moni, schöne Geschichte die du wunderbar verpackt hast. :D
rockige Grüße Sunny
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Moniek offline
DJ
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Themenstarter
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 28.09.2017 - 10:46 Uhr  -  
Danke Sunny
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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kraut-brain offline
Toningenieur
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 28.09.2017 - 15:21 Uhr  -  
Moni, du bist ein unendlicher Quell an immer neuen lesenswerten Geschichten. Was wären wir ohne unsere Fantasien. Das Leben ist doch nahbar genug. Insofern ist das träumerische Element ein schöner, aber nicht immer realistischer Begleiter.

Nochmals, Danke für deine neuerliche Geschichte ..... :)
Ein Tag ohne Musik ist kein schöner Tag!
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Moniek offline
DJ
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Betreff: Re: Der Engel neben mir  -  Gepostet: 28.09.2017 - 20:23 Uhr  -  
Dankeschön :D
Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.
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