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HAWKWIND - Take me to your leader



Guestuser
 
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Betreff: HAWKWIND - Take me to your leader  -  Gepostet: 03.07.2006 - 20:03 Uhr  -  
Zwei lange lange Jahre, in welchem die Veröffentlichung des längst fertigen neuen Hawkwind Studio Albums immer wieder verschoben wurde, sind endlich vergangen. Zähe Vertragsverhandlungen, ständig andere Projekte und vieles mehr waren wohl der Grund. Aber nun ist das erste echte Studio-Album seit „Distant Horizons“ aus dem Jahre 1997 da. Es fällt auf, dass Hawkwind nun wieder, wie zu Beginn der 90er Jahre, ein Trio sind, ergänzt durch einige durchaus bekannte Gäste.

Ich beginne mit dem Fazit: Ein Klasse-Album mit einer Menge modernen Elementen und doch ganz typisch Hawkwind und wieder einem deutlichen Hang zu Songs. Eines ihrer besten Stücke, „Spirit of the age“ aus dem Jahre 1977, beginnt das Album und ist auch die erste Singleauskoppelung. Eine leicht technisierte Atmosphäre, passend zum Text um eine Liebe zu einem Androiden, und Gesang vom britischen Talk-Show-Moderator Matthew Wright, einem Hawk-Fan, der das unbedingt machen wollte, eröffnen. Gute, modernisierte Version. Hat nicht die Faszination des Originals, aber Robert Calverts extrovertierte Art zu singen war auch etwas ganz besonderes.

„Out here we are“ ist ein sphärisches, ruhiges Instrumental mit, zum ersten Mal seit dem Rauswurf von Nik Turner wieder, Saxophon auf einem Hawkwind-Studio-Werk. Der gute abgedrehte Nik hätte das wohl nie so einfühlsam gespielt wie Live-Bandmitglied Jez Huggett hier.

Mit „Greenback massacre“, einem Lied über die verheerende Wirkung des Dollars, symbolisch für die US-amerikanische Außenpolitik, kommt ein recht typischer Alan-Davey-Rocker. Ohne Zweifel ein Hawkwind-Spacerock-Song.

Fast klassisch Neuzeit-Hawkwind dagegen das sehr vorwärts treibende Dave Brock Stück „To love a machine“. Jede Wette, dass das ein neuer Favorit bei ihren Konzerten wird. Ruhige Zwischenspiele mit der akustischen Gitarre (noch ein Novum seit seeligen 70er Zeiten) unterbrechen das Lied, das vom Gesang und den schönen, melodischen Gitarrensoli Brocks immer wieder angetrieben wird. Kleine Piano-Zwischenspiele und programmierte Beats lockern den Song zusätzlich auf. Irgendwie ein für Hawkwind-Verhältnisse recht proggiges Stück, da sie den Song auch noch ganz unerwartet mit einem jazzigen Pianogeklimper und Bar-Hintergrundgeräuschen ausklingen lassen. Wie bei „Spirit of the age“ und „Angela Android“ geht’s dabei übrigens um die Liebe zu Maschinen in Form von Androiden. Überhaupt hat es ihnen diesesmal textlich die Beziehung Mensch zu Maschine in jeder Form angetan.

Das instrumentale Titelstück beginnt mit Drum'n'Bass-Rhythmen, die danach von einer Spacerock-Atmosphäre mit verhallter Gitarre und flirrenden Synthies überlagert werden. Das Stück setzt plötzlich aus, ein Herzschlag ertönt und Dave Brock spricht von viel Echo und Effekten überlagert einen Text in guter alter Hawkwind-Spoken-Voice-Tradition. Findet man ja so ziemlich auf jedem ihrer Alben seit den 80er Jahren. Dann übernimmt mutmaßlich Alan Davey mit einer höheren Stimme den Gesang, während phaserartige Klänge auf den Beats sowie ein pulsierendes Geräusch aus den Synthies zu hören sind. Mein Lieblingsstück auf dem Album. Sehr modern, sehr technoid, moderner Spacerock-Sound. Schade nur die plötzliche Ausblendung des für mich viel zu kurzen Stücks.

„Digital Nation“, ein Song von Drummer Richard Chadwick, behandelt Computerspiele und die Gefahr, sich darin zu verlieren. Chadwick ist selbst erklärter Fan solcher Spiele und hatte diese Problematik des öfteren beobachtet, sagt er. Musikalisch wieder ein richtiger Song, wohl von Chadwick selbst gesungen. Hier gibt’s eine verspielt begleitende Flöte über einem schaukelnden Beat sowie richtig eingängigen Gesang. Könnte ich mir fast auch als unplugged Song vorstellen. Lediglich ein markanter Refrain fehlt dem Song, sonst würde es sich fast zwingend als Single anbieten.

Arthur Browns Song „Sunray“ ist dann schon fast klassisch Früh 80er New Wave. Leider ist Browns Gesang etwas sehr in den Hintergrund gemischt. Ein klasse Hybrid zwischen Wave und Spacerock, der mich im Sound immer wieder sehr an David Bowies „Heroes“ erinnert.

Nach einem hawkwindtypischen instrumentalen Zwischenspiel aus Synth-Waves plus Sprachsamples ("Sighs") geht es mit „Angela Android“ in den nächsten, sehr New-Wave artigen Song. Lene Lovich, eine Ikone dieser Musiksparte, singt und kiekst ihre berühmten Kiekser hier. Über einem sehr stampfigen Rhythmus erklingt Lovichs Gesang durch den Vocoder verfremdet. Auch hier wieder schöne Sax-Einlagen. Später dann noch Gesang ohne Vocoder.

Mit einem schön ungewöhnlichen Stück beenden sie das Album. „A letter to Robert“ ist ein fiktiver Brief/Gespräch zwischen Arthur Brown (von ihm auch sprechend vorgetragen) und dem verstorbenen Robert Calvert. Dahinter pulsieren die Synthies und sonstigen Effektgeräte oder überlagern auch mal den Text. Leider ist derselbige nicht abgedruckt, aber Arthur Brown hat darin wohl recht treffend den sehr schwierigen Charakter des verstorbenen Hawkwind-Sängers nachgezeichnet.

Hawkwind sind zurück, das kann man durchaus so ausdrücken. Während immer mehr Spacerock-Bands sich auf den typischen rockigen Hawkwind-Sound stürzen und ihn teils recht angenehm kopieren, gehen sie selbst einfach einen Schritt weiter und integrieren immer mehr Elemente aus der modernen Elektronik-Szene in ihre Musik. Das lockert das Hörerlebnis nicht nur angenehm auf, sie sind damit auch ohne Zweifel weiterhin die Speerspitze dieses Untergenres der psychedelischen Musik.

Das Album ist übrigens als limiterte Edition auch mit einer DVD erhältlich, auf welcher Interviews und Liveausschnitte zu finden sein sollen.

P.S: Hawkwind haben laut Interview-Aussagen auch noch ein weiteres neues Album fertig. Gedichte, von Robert Calvert in den 70ern und 80ern vorgetragen, und von ihnen jetzt mit Musik vertont. Man darf gespannt sein auf das „The Calvert Project“ (so der Titel) und wann es denn erscheinen wird

Jerry
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hmc offline
Produzent
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Betreff: Re: HAWKWIND - Take me to your leader  -  Gepostet: 03.07.2006 - 20:34 Uhr  -  
Hast Du gut beschrieben, also muss ich wohl meine Sammlung erweitern.

Gibbet die auf normalem Wege?
Meine Punktvergabe bedeutet: 10 - 11 ordentlich; 12 - 13 gutes Album; 14 - 15 sehr gut bis überrragend.
Müssen in Gefängnissen auch Fluchtwege aushängen?
His Majesty Coels
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Guestuser
 
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Betreff: Re: HAWKWIND - Take me to your leader  -  Gepostet: 03.07.2006 - 22:31 Uhr  -  
Ganz normal, ja. Gibts auch als CD+DVD Version. Ich hab aber nur die einfache Ausgabe.

Jerry
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Tom Cody offline
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Betreff: Re: HAWKWIND - Take me to your leader  -  Gepostet: 04.06.2011 - 17:21 Uhr  -  
Interessante Vorstellung - ohne Zweifel! :8) Muß mich mit dem Album dann wohl auch mal beschäftigen! :)
Dead End Street - The Place For Good Music !
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