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rsawus-rhino´s Sammelleidenschft



Guestuser
 
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Betreff: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 11:09 Uhr  -  
Vorab: So tolle Bilder einstellen bzw. scannen wie Nobby kann ich leider nicht. Aber hoffentlich gefällt meine Schreibe dennoch dem einen oder anderen Interessierten.

Zunächst kommen die VERLAGE dran, deren Bücher ich sammle, besonders ins Herz geschlossen habe und nicht missen möchte.

STAHLBERG VERLAG KARLSRUHE


Klaro - Lokalpatriotismus zuerst. Aber was war das für ein Verlag ! Kurz nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1946 von Dr. Ingeborg Stahlberg gegründet, die damals gerade 25 Jährchen jung war - alle Achtung, mutig und voller Tatendrang ging sie an die Verlagsarbeit. 1968 begann das "schleichende" Aus für den Verlag, er wurde von der Holtzbrinck-Gruppe Stuttgart übernommen; 1970 kam dann das endgültige Aus. Pleite und Konkurs waren angesagt.

Der sicherlich berühmteste Autor des STAHLBERG VERLAGES ist ARNO SCHMIDT, der Mitte der 50-er Jahre zum Karlsruher Verlag stieß und bis zum bitteren Ende diesem Verlag treu blieb. Zu guter Letzt hat er im Jahre 1970 (da nannte sich der Verlag bereits GOVERTS KRÜGER STAHLBERG) seinen Mammut-Schinken ZETTELS TRAUM herausgebracht. Ein Monster-Werk, in der genannten Erstausgabe von 1970 limitiert auf 2.000 Stück, alle signiert und durchnummeriert. Meiner bescheidenen Meinung nach "unlesbar", auch wenn es 1970 eine Sensation auf dem Buchmarkt war und die Kritiker sich überschlugen mit Vergleichen zu Shakespeare bzw. das Werk eine hommage an James Joyce nannten. Ich denke eher, Arno Achmidt hat mit diesem Buch - wie schon häufig zuvor - alle mal wieder zum Narren halten wollen ... das ist ihm auch gelungen ! Als leidenschafts- und emotionsloser Sammler habe ich natürlich solch einen Schinken von Erstausgabe hier stehen. Übrigens - da bin ich höchstpersönlich "Zeit-Zeuge" dafür - existieren keineswegs alle 2.000 Exemplare der Erstausgabe. Nachdem zur Pleite ca. 1.400 Bücher verkauft waren (das Buch kostete damals 199,-- DM), wurde ein großer Rest, dessen konkrete Zahl aber niemand kennt, bei einem in Karlsruhe ansässigen Schrotthändler als Altpapier abgeliefert und eingestampft !!! Das habe ich später zwar einmal einem Redaktions-Schreiberling erzählt, geschrieben hat dieser indes darüber nichts ... heute habe ich es hier getan ! Dies ist also eine Art "Erstaussage schriftlicher Natur" in dieser Frage. Bin gespannt, ob nun Interview-Anfragen kommen werden; falls ja, gehen diese über das Forum, alle "Honorare", welche das Rhino erhält, bekommt unser Scheffe gleichfalls für unseren Musikzirkus.
Ich warte schon auf die ersten Anfragen ...

Daneben haben weitere bekannte Autoren beim STAHLBERG VERLAG ihre Werke herausgebracht wie: CURZIO MALAPARTE (eigentlich : Kurt Erich Suckert), der polarisierte und für Prozesslawinen in den spröden 50-er Jahren sorgte wie kein Zweiter, wobei natürlich der STAHLBERG VERLAG immer mit angeklagt (strafrechtlich) bzw. Beklagter (zivilrechtlich) war. MALAPARTE besaß doch die Dreistigkeit, in seinen Büchern (allen voran der Roman "Kaputt") die Nazizeit aufzuarbeiten und u.a. bestimmte Personen glatt mit richtigem Vor- und Nachnamen zu nennen. Mutig, mutig war das damals - und endete natürlich mit einer "Niederlage" des Verlages, wobei INGEBORG STAHLBERG eben noch einen Vergleich abschloss, über den sich MALAPARTE unheimlich empörte und ärgerte, aber selbst schon längst nicht mehr in Deutschland weilte - da läßt es sich halt durchaus leichter "meckern". Nach dem Vergleich wurden viele beanstandete Stellen "geschwärzt". Ich selbst bin in der glücklichen Lage, eines der wenigen Exemplare der Erstausgabe zu besitzen, in denen nichts geschwärzt ist !

Noch ein paar mehr oder weniger bekannte Autoren, die zum STAHLBERG VERLAG hielten und dort verlegen ließen : ROGER PEYREFITTE, GABRIEL CHEVALLIER, der mit seinen hohen Auflagen des Romans "Clochmerle" und der Folgeromane für Geld in der Kasse des Verlages sorgte. Noch wesentlich höhere Auflagen erzielte aber der bereits benannte CURZIO MALAPARTE, das eigentliche finanzielle Zugpferd des Verlages, der dessen Romane dann sogar teilweise als Taschenbücher ( ! ) herausbrachte; beispielsweise den Roman "Die Haut", der auf über 318.000 verkaufte Exemplare kam !!! Und das in den 50-er Jahren, meinen Respekt !
Ferner möchte ich noch an Autoren anführen : HENRI TROYAT, GEORGES PEREC, JULES ROMAINS, RAYMOND QUENAU und ANDRÉ PIERRE DE MANDIARGUES, deren Bücher heute noch - bei anderen Verlagen - herausgegeben werden und immer noch einen beachtlichen Leserkreis erreichen.

Der STAHLBERG VERLAG legte sehr großen Wert auf eine hervorragende und qualitativ hochwertige Herstellung seiner Bücher; Leinen und Fadenheftung waren selbstverständlich. Etwas ganz besonderes waren und sind bis heute auch die SCHUTZUMSCHLÄGE der Bücher, welche moderne Grafiken, abstrakte Kunst oder ähnliches aufzeigten, wobei die "Schrift" (also Autor und Buchtitel) häufig integriert waren. Das ginge meist sogar heute noch als modern und kunst-gerecht durch !

Zu erwähnen ist noch, dass der AMADIS VERLAG KARLSRUHE ab 1963 bis zum bitteren Ende 1970 sozusagen als zweiter Verlag aus dem STAHLBERG VERLAG entsprungen ist und dort ausschließlich französische Prosa erschien. Insbesondere "Klassiker" der etwas schlüpfrigen-französischen-Lebensart, wie beispielsweise von DENIS[/b ] [b]DIDEROT"Die Nonne", ROBERT CHASLES "Die illustrierten Französinnen" oder von EMILE ZOLA "Der Liebestrank" sowie "Die Schnapsbude". Die Verkaufszahlen lagen so in etwa zwischen 600 und 1.300 Exemplaren.

... demnächst geht es mit einem oder mehreren anderen Verlagen weiter !
Rhino-Reiner
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nobbygard offline
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 11:42 Uhr  -  
Jo - fein!

So ein Studiosus Juris Prudentiae kann natürlich viel klüger schreiben als ich :lol:

Feine Darstellung und ich habe es sehr gerne gelesen, obwohl Du mir ja die heißesten Stories bereits am Telefon erzählt hast. Zum Glück bin ich nicht mit Neid gesegnet, aber bei vielen würde er aufflammen, wenn sie das lesen würden!

Ich freue mich schon auf die nächste Folge!

Nobby
:rudi_test:
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 13:13 Uhr  -  
Zitat geschrieben von nobbygard


So ein Studiosus Juris Prudentiae kann natürlich viel klüger schreiben als ich


Nobby, See senn ein Flechel - nöhmen See das unverzüchlich zurück, sonst schreibe ich hieer nüscht meehr :8) :lol:
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nobbygard offline
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 14:22 Uhr  -  
http://de.wikipedia.org/wiki/Zettels_Traum

Schau mal Reiner, da ist der Stahlberg Verlag noch rot, da könntest Du doch direktemang die Lücke schließen. So ein Lexikon wird ja nahezu wertlos, wenn es einen der wichtigsten Nachkriegsverlage nicht erwähnt.

Wie viele Verlage, die nur kurz existiert haben, haben doch der Literatur etwas Großes gegeben!?

Nobby
:prost:
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 20:31 Uhr  -  
@ Nobby:

Na so was, da hat ja NIEMAND "Zettels Traum" tatsächlich auch nur angelesen ... aber wie ich schrieb: Ich finde das Buch auch UNLESBAR.

Der "Rest" bei wiki ist das, was man überall nachlesen kann. Das hat wohl jemand gleich nach Erscheinen des Buches 1970 auf der Frankfurter Buchmesse geschriebselt ... und dann hat kein Aas mehr etwas dazu gelegt :blaugrins: :blöd: :blaugrins:

Den Arno würde das aber nicht freuen ...
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Guestuser
 
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 20:33 Uhr  -  
NACHTRAG:

Ach Herr je, über den STAHLBERG VERLAG rein gar nichts bei wiki ?!?!?!

Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht "schwach" werde, so eine LÜcke darf eigentlich nicht sein !!!

Ähhmm, wie wird man denn eigentlich "Schriebsler" bei wiki ???

Rhino-Reiner
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nobbygard offline
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Betreff: Re: rsawus-rhino´s Sammelleidenschft  -  Gepostet: 06.02.2008 - 20:40 Uhr  -  
Ganz einfach anmelden und losschreiben, es wird gut erklärt!

Nobby
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