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Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2

feine Unterhaltung

firebyrd offline
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Betreff: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 23.02.2008 - 13:11 Uhr  -  
Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2008

Endlich einmal wieder Jazz, das war sicher der hauptsächliche Beweggrund, wieder einmal den Weg in das alterwürdige Pumpwerk zu finden.

Denn außer dem Namen war mir Cécile Verny bislang nicht bekannt.

Geboten werden sollte laut Ankündigung eine Melange aus Jazz, zeitgenössischer Popmusik, afrikanischer und Latin-Elemente, dazu Spuren französischen Chansons.
Na, da kann man natürlich neugierig werden.

Was mir vorab fehlte, war die Präsenz eines Saxophons oder auch einer Trompete, weil ich grundsätzlich nicht der Freund reiner Pianotrios bin.

Denn so fand der Auftritt statt, Verny mit einem Trio, bestehend aus

Andreas Erchinger, piano
Bernd Heitzler, bass
Torsten Krill, drums, percussion.

Vorab, grundsätzlich war ich nicht enttäuscht von diesem Konzert, aber eines in einer bereits langen Reihe von "highlights" war es dann auch nicht.

Jeder mag das auch anders empfinden, aufgrund subjektiv unterschiedlicher Ansprüche und Eindrücke.

Daher zunächst der Versuch einer weitestgehend wertfreien Darstellung des Geschehens.

Grundlage des Konzerts die neue CD "Amoureuse", dazu einige "alte" Stücke aus früheren Platten und Konzerten.
Der Grundstein für diese Formation wurde vor bereits etwa 20 Jahren in Freiburg geschaffen, diese Besetzung besteht seit 2001.

Verny stammt von der Elfenbeinküste, dort 1969 geboren, wuchs in Frankreich auf(seit 1981) und lebt nun in Freiburg(seit 1989).

Geboten wurden ausschließlich Eigenkompositionen, im wesentlichen von Erchinger, zweimal Stücke des Schlagzeugers, einmal von Heitzler.
Texte, die nicht von Verny stammen, wurden gern aus Gedichten solcher Autoren wie z.B. William Blake verwendet, sehr tiefgehende
Betrachtungen über das Leben oftmals, eine gute Auswahl.

Die vorgetragenen Stücke verfügten allesamt über sehr dichte Strukturen, viel Raum für Improvisation war im allgemein nicht gegeben.
Neben swingenden Stücken gab es reichlich "Romantisches", dem Chanson durchaus naheliegende Interpretationen, gelegentlich dann ein Hauch Fusion, und ein oder zwei "Ausflüge" nach Afrika, wobei dieses durch den Schlagzeuger Krill mittels Verwendung afrikanischer Originalinstrumente untermauert wurde.
Gesungen wurde in Englisch, Französich und in entsprechender afrikanischer Sprache. Daneben nutzte Verny als "zusätzliches Instrument" oft die Kunst des Scatgesanges.

Aus meiner Sicht hatte die Künstlerin die Fäden ziemlich dicht in der Hand, leitete das Ensemble wie mit unsichtbarer Kraft. Die Band spielte sehr dicht zusammen und man schien sich sehr gut zu verstehen, was nach so langer Zeit des Zusammenspiels nicht verwundert.

Und genau das ist mein erster kritischer Ansatz, denn durch dieses oft sehr straffe Arrangement kam die Improvisation einfach zu kurz, auch wenn sowohl Erchinger, Heitzler und Krill immer wieder Gelegenheit hatten, ihr Können zu präsentieren, aber immer dann, wenn sich aus meiner Sicht eine Spannung aufgebaut hatte, der treibende Swing Energien freizusetzen schien, um in "Gänsehaut-Feeling" überzugehen, näherte sich Cécile Verny wieder dem Zentrum der Bühne und man wußte, nun geht es wieder "zur Tagesordnung" über.
Schade, denn gern hätte ich den mich sehr überzeugenden Pianisten einmal "ausflippen" sehen.....(der Flügel, auf dem er spielte, hatte schließlich schon viel "Geist geatmet" solcher Größen wie Cecil Taylor(wobei man um den Bestand des ehrwürdigen Yamaha-Flügels schon fast bangen mußte), Alexander von Schlippenbach u.v.a., ach, auch der selige Charles Mingus hatte auf ihm gespielt...., aber das schweift jetzt in ein anderes Thema ab...).
So aber blieb es bei seinen relativ kurzen Ausflügen, stets voller Ideen gespickt, mit rollenden Momenten, mehr "europäisch" klingend, manchmal mußte ich an Bobo Stenson denken ; auch Heitzler am Bass entwickelte zweimal ein feines Solo, daß er noch länger hätte vorführen können.
Und der in den Stücken stets flexibel agierende Schlagzeuger(der mich übrigens auch an die "Skandinavier" bei ECM erinnerte) kam dann erst zum Ende des Konzerts zu einem Solo, in das er versuchte, eine Menge hineinzubringen, und hätte er mehr Zeit gehabt, wäre es dem Aufbau des an sich guten Solos sehr zupaß gekommen.

Bei Cécile Verny selbst fiel mir auf, daß ihr Stimmenumfang begrenzt ist in den hohen Lagen. Sie bewegte sich so mehr in mittleren Tonlagen bis hin in tiefe Stimmungen. Ihre Stimme setzte sie jedoch innerhalb dieses Spektrums sehr gefühlvoll und "geschmeidig" ein, besonders in den Balladen kam dieses dann wieder sehr gut zum Tragen, die gelegentlich eine leichte bluesige Variante aufwies.

Grundsätzlich gab es insofern eine bunte Mischung verschiedener Elemente, die mich aber nicht immer überzeugen konnte.

Ohne mit Vorurteilen zu agieren, aber aus Erfahrung sprechend, hatte sich auch nicht ein "typisches Jazz-Publikum" eingefunden, sondern eher ein solches, daß mehr der Kleinkunst frönt, so sah ich wenig "wippende Beine" und "swingend-wackelnde Köpfe"....

In einer solchen Atmosphäre entwickelt sich vielleicht auch aus dem Blickwinkel eines Betrachters oder Zuhörers etwas, was in die Stimmung einfließt.
So hatte ich im ersten Set den Eindruck , als ginge die Band auf das Publikum ein, waren doch einige der ersten Stücke so "brav", daß sie mitunter Langeweile erzeugen konnten.
Das Titelstück der aktuellen CD konnte mich dann sogleich zum Abschluß des ersten Sets eines Besseren belehren.

Endlich einmal brach die Band aus, endlich wurde der Spruch "It don't mean a thing, if it ain't got that swing" Realität, der Knoten schien geplatzt, einige im Publikum mögen vielleicht schockiert gewesen sein, wie einige freie Plätze nach der Pause vermuten ließen.

So gefiel mir der zweite Set besser, und trotz ruhiger Momente kam nun eine größere "Einheit" zum Vorschein, Harmonie, Energie und Swing bildeten eine bessere Übereinkunft.

Im Grunde genommen eine Musik für viele unterschiedlich Interessierte, für jene, die "Lounge" für sich entdeckt haben, eine Wohltat, für den puristischen Jazzfreund einige swingende Momente, für Liebhaber von Chansons "gepflegte Augenblicke", für den Freund schöner Stimmen eine mal andere Variante, nur wer auf sehr ausdrucksstarken und emotional vordergründigen Jazz steht, der auch mal "explodieren" darf, kein Großereignis.

Fazit : Es war gut, es hat mich jedoch nicht "gepackt".

Wolfgang
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Guestuser
 
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 23.02.2008 - 13:27 Uhr  -  
Sehr schöne Konzertkritik, danke Wolfgang. Ich glaube, dass mich die Künstlerin aber nicht so interessiert nach deiner Beschreibung.
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firebyrd offline
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 23.02.2008 - 20:07 Uhr  -  
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Sehr schöne Konzertkritik, danke Wolfgang. Ich glaube, dass mich die Künstlerin aber nicht so interessiert nach deiner Beschreibung.


aber die Stimmlage könnte Dir liegen, glaube ich....
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nobbygard offline
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 23.02.2008 - 20:26 Uhr  -  
Fleißig geschrieben und sehr genau beschrieben.

Danke Wolfgang!

Nobby
:daumen:
Hier bin ich Mensch, hier will ich sein.

Hier jetzt auch - vor allem Vinyl: Nobby's Vinylladen
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 24.02.2008 - 11:25 Uhr  -  
Zitat geschrieben von firebyrd
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Sehr schöne Konzertkritik, danke Wolfgang. Ich glaube, dass mich die Künstlerin aber nicht so interessiert nach deiner Beschreibung.


aber die Stimmlage könnte Dir liegen, glaube ich....


Ja ? Wie kommst du drauf ? Hat die dich an eine erinnert bei der ich sagte das ich die mag ?
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firebyrd offline
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 24.02.2008 - 12:16 Uhr  -  
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Zitat geschrieben von firebyrd
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Sehr schöne Konzertkritik, danke Wolfgang. Ich glaube, dass mich die Künstlerin aber nicht so interessiert nach deiner Beschreibung.


aber die Stimmlage könnte Dir liegen, glaube ich....


Ja ? Wie kommst du drauf ? Hat die dich an eine erinnert bei der ich sagte das ich die mag ?


Mir war nur irgendwie in Erinnerung, daß weibliche Gesangsstimmen, die sich richtig "auspowern", nicht so Deine Welt sind.

Und bei CV ist das dann doch eher geschmeidig und zurückhaltend, so kam ich darauf.....
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Betreff: Re: Cécile Verny Quartett - Pumpwerk Wilhelmshaven, 22.Februar 2  -  Gepostet: 24.02.2008 - 12:18 Uhr  -  
Zitat geschrieben von firebyrd
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Zitat geschrieben von firebyrd
Zitat geschrieben von Jerry Garcia
Sehr schöne Konzertkritik, danke Wolfgang. Ich glaube, dass mich die Künstlerin aber nicht so interessiert nach deiner Beschreibung.


aber die Stimmlage könnte Dir liegen, glaube ich....


Ja ? Wie kommst du drauf ? Hat die dich an eine erinnert bei der ich sagte das ich die mag ?


Mir war nur irgendwie in Erinnerung, daß weibliche Gesangsstimmen, die sich richtig "auspowern", nicht so Deine Welt sind.

Und bei CV ist das dann doch eher geschmeidig und zurückhaltend, so kam ich darauf.....


Starke Stimmen mag ich schon sehr gerne auch bei Sängerinnen, aber keine Frauen die männlicher als Männer sein wollen, eben so wie ich Rumpf oder Joplin empfinde. Von daher kannst du dann schon recht haben mit deiner Annahme.
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