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ASIA Alben 1982 – 2004



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Betreff: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 11:44 Uhr  -  
ASIA Alben 1982 – 2004

Asia
(1982 - Downes, Howe, Palmer, Wetton)

Anfang der 80er Jahre war der einst so gefeierte Progressive Rock der 70er Jahre so gut wie tot. Yes hatten sich ebenso aufgelöst wie ELP und Genesis enterte die Hitparaden mit zunehmend auf Massentauglichkeit getrimmten Alben. Der amerikanische Labelbesitzer David Geffen (und spätere Mitbegründer des Filmstudios Dreamworks) hatte just Anfang der 80er Jahre die Idee, eine neue Supergruppe ins Leben zu rufen. Und super war einiges an Asia: John Wetton war u.a. ehemaliges Bandmitglied von King Crimson, Uriah Heep und UK, während Geoff Downes zuvor bei den Buggles und für ein Album als Keyboarder bei Yes gedient hatte. Dazu gesellten sich mit Steve Howe von Yes und Carl Palmer von ELP zwei Musiker, die von den einflußreichsten und besten Progressive Rock Bands der vergangenen Ära stammten. Zu guter Letzt wurde das Cover dann auch noch von keinem geringeren als Roger Dean entworfen, zusammen mit dem Asia-Logo, das bis heute überdauert hat.

Und das Kalkül von David Geffen ging auf. Asia katapultierten sich mit ihrem Debutalbum gleich in die obersten Regionen der Charts. Und was heutzutage kaum zu glauben ist: die Band, die aus vier Männern jenseits der 30 bestand, wurde auf dem damals noch recht neuen Musiksender MTV gefeiert. Asia füllten mit ihren Shows ganze Stadien. Mission also erfüllt.

Natürlich werden Progpuristen beim Namen Asia die Nase rümpfen angesichts der Kalkulation die bei der Bandzusammensetzung zugrunde lag. Und natürlich ist die Musik von Asia, trotz der Besetzung, meilenweit vom Progressive Rock der 70er Jahre entfernt. Aber dennoch: der virtuose Bombastrock weiß zu gefallen. Die Lieder schwelgen zwar nicht in Komplexität, haben aber trotzdem ihren Charme. Die meist von John Wetton und Geoff Downes komponierten Stücke streuen immer wieder mal leichte Abschweifungen ein, hier ein kleines Schlagzeugsolo, da eine hübsche Gitarreneinlage, die die Musik von Asia dann doch deutlich über den Durchschnitt des AOR und Mainstreams erheben.

Mir macht die Musik vom Debutalbum auch heute noch Spaß, einzig das etwas krumme "One Step Closer" zündet nicht so bei mir. Doch angefangen bei der fast schon notorischen 80er Jahre Hitsingle "Heat of the Moment" über die schöne Ballade "Without You" bis hin zum rockigen "Time Again" versammeln sich auf dem Album durchweg sehr hörenswerte Stücke. Die Musik ist sehr eingängig, aber nicht zu simpel, um nach wenigen Hördurchgängen langweilig zu werden.

Wer also keinen Progressive Rock erwartet und nichts gegen Melodien hat, die man auch mal mitsummen oder mitsingen kann, der kann bei der opulenten Musik von Asia nichts falsch machen. Man muß nun mal berücksichtigen, daß Musik immer auch einen kommerziellen Anstrich hat. Mit Progressive Rock war in den frühen 80ern kein Blumentopf mehr zu holen. Der Stadionrock von Asia hingegen schaffte es auf Platz 1 der Albumcharts in den USA. Anstatt also über das vergebene Potential der vier prominenten Progikonen zu lamentieren sollte man sich vielleicht am beinahe perfekt zelebrierten symphonischen Bombastrock erfreuen. Wer das nicht kann, sollte um Asia einen weiten Bogen machen. Auf jeden Fall zählt das Debutalbum von Asia für mich mittlerweile auch zu den Klassikern der Rockmusik.

14/15 Punkte

Alpha
(1983 - Downes, Howe, Palmer, Wetton)

Nach dem grandiosen Erfolg des Debutalbums machten sich Asia sogleich an eine Fortsetzung. "Alpha" schlug dabei aber eine etwas andere Richtung ein als das Debut, das noch Bombastrock in Reinkultur zelebriert hatte. "Alpha" befuhr schon deutlich seichtere Gewässer und bewegte sich damit schon mehr in Popgefilden, die vielen Balladen auf dem Album tragen dem Rechnung.

John Wetton und Geoff Downes hatten bereits für das Debut den Großteil der Songs komponiert. Gitarrist Steve Howe, einst immerhin eines der wichtigsten Mitglieder von Yes, hatte hier und da noch etwas beisteuern dürfen. Für das zweite Album jedoch wurde sein Anteil deutlich zurückgefahren. Nicht nur, daß Howe sich kompositorisch so gut wie gar nicht mehr beteiligte, wurde auch die Gitarre deutlich in den Hintergrund gemischt und geht jetzt im Bandsound doch sehr unter. Carl Palmer hatte bei ELP gewiß auch einen aufregenderen Job gehabt. Durfte er auf dem Debut ebenfalls noch etwas glänzen, beschränkte sich seine Arbeit leider zunehmend darauf als Metronom zu dienen.

Keine Frage: "Alpha" kann mit dem Debut nicht mithalten. Aber trotz aller Kritik haben Asia mit ihrem zweiten Album immerhin ein mehr als anständiges Popalbum abgeliefert. Natürlich wird man als Fan von Yes und ELP angesichts der Musik, die Howe und Palmer hier spielen, seine Haare raufen, findet man sich mit dieser Tatsache aber ab, bietet "Alpha" ein durchgängiges Niveau. Über das kann man zwar streiten, Pophasser werden die Musik schrecklich finden, aber nichtsdestotrotz ist "Alpha" durchaus hörenswert. Wer keine Popmusik mag sollte sowieso - wie auch schon beim Debut - einen weiten Bogen um Asia machen, ansonsten sind die ersten beiden Alben von Asia auf jeden Fall ihr Geld wert. Und wer heute geringschätzend auf Asia hinabblickt darf nicht vergessen, daß die Band auch mit "Alpha" noch recht großen Erfolg genoß. Und im Vergleich zum programmierten Hitparadenmaterial der Neuzeit ist das 1983er Werk von Asia ein Ausbund an Kreativität und Virtuosität.

Letztlich ist "Alpha" ein Album mit schönen Pop/Rocksongs geworden, die niemandem weh tun, die nicht unbedingt nachhaltig begeistern, die mit ihren vor Herzschmerz triefenden Texten manchmal auch die Kitschgrenze überschreiten - aber das mir persönlich einfach gefällt.

11 Punkte


Astra
(1985 - Downes, Meyer, Palmer, Wetton)

Nach dem 1983er Album "Alpha" drehte sich bei Asia das Personalkarussel. Steve Howe, der bei Alpha eigentlich nur noch eine Statistenrolle eingenommen hatte und nicht mehr mit John Wetton klar kam, verließ folgerichtig die Band und verfolgte wieder eigene Pfade, die ihn Mitte der 80er Jahre schließlich mit seinem Namensvetter von Genesis, Steve Hackett, zu GTR führten, die den Faden der ersten Asia-Alben fortsetzten. John Wetton seinerseits verließ unter nicht ganz geklärten Umständen (angeblich wollte das Plattenlabel personelle Veränderungen sehen, weil "Alpha" nicht den erwünschten Erfolg erzielt hatte) auch vorübergehend Asia und wurde von Greg Lake ersetzt, der u.a. auch beim Konzert von Asia im Budokan in Tokio mitwirkte, das von MTV damals übertragen wurde und immerhin 20 Millionen Zuschauer fand. Greg Lake hatte aber nur ein sehr kurzes Gastspiel bei Asia. John Wetton kehrte wieder zurück und Asia machten sich daran, ihr drittes Album einzuspielen.

Leider kann "Astra" nicht mehr an den Erfolg der ersten beiden Alben anknüpfen. Die Lieder sind unglücklicherweise nocht seichter geworden, wobei sie versuchen, im Bombast zu schwelgen, heraus kommt zuckersüßer Kitsch und eine sterile Produktion, die seltsam leer und hohl klingt, eine Krankheit, die viele Alben der mittleren und späten 80er Jahre befiel. Und der neue Gitarrist Mandy Meyer füllt endlich die Rolle aus, die Steve Howe nicht mehr spielen wollte: als Statist im Hintergrund der fast unmerklich die Saiten zupft.

Spärlich gesäte Höhepunkte des Albums sind noch "Go", das pompöse "Rock and Roll Dream", das gleich mit ganzem Orchester daherkommt, und "After the War". Dem gegenüber stehen dann solche Totalausfälle wie "Love Now Till Eternity". Asia hatten Mitte der 80er Jahre ihren Zenit leider überschritten. Man konzentrierte sich zu sehr auf potentielle Radiohits und vergaß dabei die Virtuosität und den schwelgerischen Bombast, der noch das Debut vor allem ausgezeichnet hatte. Wenn Asia auf "Astra" versuchen, diese Elemente einzubauen, wirkt es nur noch wie der kraftlose Versuch, irgendwie den Erfolg der ersten beiden Jahre zu wiederholen. Was allerdings mißlang. "Astra" dümpelte in den unteren Regionen der Charts vor sich hin. Die logische Konsequenz war, daß Asia sich trennten und damit das erste Kapitel der Bandgeschichte abgeschlossen war.

"Astra" ist somit nur Asiafans zu empfehlen. Der Charme, der die ersten beiden Alben auszeichnete, fehlt fast völlig, auch wenn die Musik dabei nicht wirklich mißlungen ist. Aber begeistern kann sie auch nicht. Es ist eben uninspiriert und endgültig zu simpel geraten.

8 Punkte


Aqua
(1992 - Downes, Howe, Palmer, Payne, Pitrelli)

Nach dem Niedergang von Asia Mitte der 80er Jahre und einem gescheiterteten Reunion-Versuch mit John Wetton wollte Geoff Downes noch nicht gänzlich das Handtuch werfen. Es dauerte einige Jahre, dann holte er als neuen Kreativpartner John Payne hinzu, der zuvor Begleitmusiker u.a. von Van Morrison gewesen war. Anfang der 90er Jahre war es dann schließlich soweit: nach sieben Jahren Pause gab es ein neues Asia-Album. Geoff Downes hatte auch wieder Carl Palmer und Steve Howe an Bord geholt, wobei auf dem Album aber auch zwei Gastschlagzeuger (u.a. Simon Phillips) mitwirken und Steve Howes Rolle eher der eines mal eben ins Studio reinschauenden Gastmusikers ist. Er zupft nur bei wenigen Liedern die Akustikgitarre (auf der damaligen Tournee wurde mit ihm groß geworben). Neuer Leadgitarrist ist Al Pitrelli.

Die Musik von Asia zeigt sich auf "Aqua" geradliniger als noch in den 80ern. Man spielt nun eher gewöhnlichen AOR. Der schwelgerische Bombast der frühen Jahre gehört der Vergangenheit an. An seine Stelle tritt solider Melodic Rock. "Aqua" kann dabei leider für mich nicht den Reiz der frühen Asia wiederbeleben. Die Musik hat keine Überraschungen. Es gibt gelegentlich schöne Momente, das ruhige Akustikgitarrenintro von Howe z.B. zählt zu diesen, doch der Mehrzahl der Lieder fehlt eine gelungene Melodie. Die Songs plätschern deshalb für mich eher so dahin. Asia unterscheiden sich auf "Aqua" nicht mehr sonderlich von anderen AOR-Bands.

"Aqua" ist eines dieser Alben, die man nicht haben muß. Die Musik ist grundsolider Durchschnitt. Man erkennt manchmal noch leichte Anklänge an den früheren Sound, was den Vergleich mit dem Debutalbum vor allem nur noch unvorteilhafter werden läßt. Die Musik auf "Aqua" begeistert nicht, sie nimmt den Hörer nicht mit. Man hätte sich einen besseren Neuanfang für Asia gewünscht.

7 Punkte


Aria
(1994 - Downes, Payne, Pitrelli, Sturgis)

Asia hatten sich als Band mit Geoff Downes und John Payne neu gefunden, nachdem das ursprüngliche 80er Jahre Projekt mit Wetton, Howe und Palmer eher ein - wenn auch ungemein erfolgreiches - Retortenprodukt gewesen war.

Leider aber konnten Downes und Payne auch mit ihrem zweiten Album nicht den Geist und vor allem die musikalische Qualität der frühen Asia-Alben einfangen. Das Personal für das zweite Album zeigt sich beinahe unverändert. Allein Carl Palmer ist wieder von Bord gegangen. Aber genau wie Steve Howe war er auf "Aqua" auch eher nur Gast gewesen.

Die Musik zeigt sich im Vergleich zu "Aqua" unverändert: die Asia der 90er Jahre spielen gewöhnlichen AOR mit Anklängen von Bombast. Aber Virtuosität und Mut vermißt man völlig bei den Liedern. "Aria" reiht sich in die Riege konturloser Alben ein, die man so im Hintergrund hören kann, die bei bewußtem Zuhören aber sofort verlieren. Die Melodien bleiben nicht hängen und wenn man etwas von Asia hören will, wird man sofort auf die ersten beiden Alben zurückgreifen.

Leider ist also auch der zweite Versuch der neuen Asia nur Durchschnitt.

7 Punkte


Arena
(1996 - Downes, Payne, Randall, Sturgis)

Neuauflage Asia, 3. Versuch. Nachdem die beiden vorangegangen Alben sich eher der gepflegten Langeweile hingaben kann "Arena" endlich auf sich aufmerksam machen. Geoff Downes und John Payne haben ein paar neue Elemente in ihre Musik aufgenommen. Das instrumentale Intro "Into the Arena" z.B. hat ein lateinamerikanisches Flair und gereicht einem Carlos Santana alle Ehre. Auch sind die Stücke wieder etwas bombastischer geworden und die Melodien haben zumindest teilweise bessere Qualität. Echte Höhepunkte sind das bereits erwähnte "Into The Arena", das überlange "The Day Before The War", auch "U Bring Me Down" und "Turn It Around" können gefallen. Das sind Glanzlichter, die auf den beiden vorherigen Alben fast gänzlich gefehlt haben. Asia befanden sich also auf einem richtigen Weg. Doch leider gibt es auch auf "Arena" die Songs, die allenfalls Dutzendware sind und mit ihrer gnadenlosen Durchschnittlichkeit den Hörer frustieren, weil man immer spürt, daß die Jungs doch eigentlich mehr draufhaben müßten, zumal sie es ja auch auf einer handvoll Lieder auf "Arena" endlich auch mal wieder ansatzweise zeigen.

Letztlich gelingt es "Arena" nicht, das Niveau zu halten. Es wäre Asia zu diesem Zeitpunkt zu wünschen gewesen, daß sie endlich wieder an das Können alter Tage anknüpfen. Aber vielleicht fehlt dafür auch das Personal. "Arena" ist immerhin wieder ein guter Schritt in die richtige Richtung. Unausgegoren zwar und der langweilige Durchschnitt zieht die paar sehr gelungenen Momente nach unten, aber es gibt Hoffnung. Anhänger der ursprünglichen Asia sollten auf jeden Fall viel Geduld mitbringen und ein dickes Fell haben, wenn sie sich auf "Aqua", "Aria" und "Arena" einlassen wollen. Man fragt sich bei jedem Album aufs neue, warum die Band es nicht schafft, ein paar ordentliche Melodien hinzubekommen, die ansatzweise begeistern können. Es plätschert und plätschert und plätschert…

8 Punkte


Aura
(2000 - Downes, Payne)

Nun aber! Nachdem die ersten beiden Asia-Alben nach dem Neuanfang dem Durchschnitt huldigten und das dritte Werk immerhin schon gute Ansätze zeigte, wollten es Geoff Downes und John Payne mit dem insgesamt siebten Asia-Album wohl endlich wissen: nicht nur, daß das Cover von Roger Dean stammt, der in den glorreichen 80ern sowohl das Logo der Band entworfen, als auch die ersten drei Cover gestaltet hatte, ist nun als Gastmusiker auch wieder Steve Howe dabei. Weitere Gitarristen sind Ian Crichton von Saga, Elliott Randall, der auf dem letzten Asia-Album mitgewirkt hatte und Pat Thrall. Den Bass zupft kein geringerer als Tony Levin und auf die Schlagzeugfelle hauen immerhin Simon Phillips, Vinnie Colaiuta und der bisherige Drummer Michael Sturgis.

"Aura" kann jedoch die Versprechen nicht einhalten. Asia in Form von Geoff Downes und John Payne versuchen zwar mit allen Mitteln, bombastischen AOR zu spielen, die Musik leidet aber nachwievor daran, daß den beiden einfach keine wirklich beeindruckende Melodie hinbekommen. So sind die Stücke zwar durchaus üppig arrangiert, aber es bleibt wenig bis gar nichts hängen. Die Asia ohne John Wetton, Steve Howe und Carl Palmer bemühen sich redlich, schaffen es aber nicht, markante Lieder zu schreiben, die im Gedächtnis bleiben oder irgendwie wirklich begeistern können. Und auch die groß angekündigten Stars wie Steve Howe, Ian Crichton oder Tony Levin entpuppen sich leider nur als kurze Gastauftritte.

Immerhin zählt das opulente Werk "Free" zu den Höhepunkten des Albums, von denen es wenigstens ein paar auf dem Album gibt. Es kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß Asia auch im vierten Versuch nach dem Neubeginn wenig bis nichts mit den Asia aus den 80er Jahren zu tun haben. Die 80er Jahre Formation war zwar aus Kalkül zusammengestellt, aber immerhin brachte man einige großartige Lieder zustande. Die Formation um Geoff Downes und John Payne verdient zwar den Namen "Band" weitaus mehr, dafür schaffen es die beiden viel zu selten, großartige Musik zu schreiben. So hat man bei Asia immer das Gefühl, daß etwas fehlt, daß dieser letzte Funken noch vorhanden sein müßte, um das solide Fundament der Lieder über den Meerespiegel der Durchschnittlichkeit zu erheben. Schade, Asia.

8 Punkte

Silent Nation
(2004 - Downes, Govan, Payne, Slade)

Das achte Studioalbum Asias bricht auf den ersten Blick mit einigen Traditionen. Zum einen fällt dem Fan der Band auf, daß das Album "Silent Nation" die bisherige Titelkonvention bricht - hatten doch bis dato alle Albentitel mit dem Buchstaben "A" angefangen und aus einem Wort bestanden. Zum anderen schlägt das Cover auch neue Wege ein. Statt der gewohnten Fantasylandschaften sticht dem Betrachter nun ein retuschiertes Photo ins Auge, das eine graue Straße zeigt, die sich in einer x-beliebigen amerikanischen Großstadt befinden könnte. Die Leute auf den Straßen haben alle keine Münder - eine stumme Nation eben, was auf den roten Faden hinweist, der thematisch das Album durchzieht. Der Mensch zerstört sich und seine Umwelt und es ändert sich nicht wirklich etwas daran. Einer Tradition bleibt das Cover dann übrigens doch treu: das Asia-Logo ist geblieben.

Wer nun anhand der ersten Eindrücke denkt, Asia wollten sich neu erfinden, der irrt sich allerdings. Ganz im Gegenteil: Geoff Downes, John Payne und Kollegen wollen sich viel mehr wieder stärker auf die Wurzeln Asias besinnen. Nach der Reihe letzter Alben die zwischen Pomp und Langeweile pendelten, soll "Silent Nation" die Tradition der glorreichen und fast vergessenen 80er Jahre fortführen, als die Musik Asias zwar ebenfalls pompös war, dabei aber auch virtuos und mit meist guten Melodien gesegnet. Nachdem Asia vor allem auf den letzten beiden Alben "Aura" und "Arena" neue Elemente in ihre Musik aufgenommen hatten und manchmal - durchaus hörenswert - eher wie die Carlos Santana Band klangen, soll es jetzt keine Experimente geben.

Und in der Tat: "Silent Nation" gehört sicherlich zum besten, was Asia seit der Neuformierung gemacht haben. Zwar kann auch dieses Album vor allem dem immer noch überragenden Debut nicht das Wasser reichen, aber auf "Silent Nation" tummeln sich trotzdem eine ganze Reihe guter Songs, die klassischen Melodic Rock zelebrieren. Die Lieder überraschen nicht, es gibt nichts neues, aber nach den sehr ambitionierten und ebenso durchschnittlichen Alben der letzten Jahre war es wohl genau die richtige Entscheidung der Band, nicht erneut unzählige berühmte Sessionmusiker und ehemalige Asia-Ikonen ins Studio zu holen oder die Lieder künstlich aufzuplustern.

"Silent Nation" ist also ein grundsolides Album geworden, das ganz entfernte Anklänge an Progressive Rock aufweist. Geoff Downes haut mehr in die Orgeltasten als zuvor, was schön anzuhören ist, Gitarrist Guthrie Govan bekommt ausreichend Gelegenheit gepflegte Soli einzustreuen und die Melodien, die in der Downes/Payne-Ära bisher für mich eher ein Schwachpunkt waren, sind zwar immer noch nicht so schön wie ehedem, aber gehen trotzdem gut ins Ohr. Und ehe man sich versieht summt man plötzlich "What About Love" mit, das erste Stück der CD.

Asia wollen auch im Konzert den Bogen zur Vergangenheit schlagen. Es soll auf der Tour hauptsächlich Material der ersten beiden Klassiker und vom neuen Album geben. Und live wird "Silent Nation" gewiß voll einschlagen. Wer in den letzten Jahren den Glauben an Asia verloren hatte sollte jetzt bei "Silent Nation" mal wieder einige Hördurchläufe riskieren. Die Band bedient ihre Fans so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich jedenfalls war positiv überrascht.

10 Punkte


Long Way From Home (Single)
(2004 - Downes, Govan, Payne, Slade)

Nachdem das aktuelle Album "Silent Nation" der Bombastrocker und ehemaligen Supergroup Asia sicherlich das beste ist, was Asia nach der Neuformation aufgenommen haben, gibt es jetzt mit "Long Way From Home" eine Single-CD.

Die CD bietet vier Tracks, "Long Way From Home" als Single- und als Akustikversion, dazu noch "What About Love" als Singlefassung und "Silent Nation" als weitere Akustikversion. Nichts wirklich neues also für jemanden, der das aktuelle Album bereits besitzt, aber in Form der beiden Akustikversionen gibt es immerhin interessante Varianten der bekannten Lieder.

Zur Musik selbst: sowohl "What About Love" als auch die neue Single "Long Way From Home" sind bodenständige Rocksongs, die ohne weiteres auch im geneigten Formatradio laufen könnten, ohne allzu großes Stirnrunzeln zu verursachen.

Bei "What About Love" finde ich den Refrain nach wie vor klasse und das Lied funktioniert hervorragend als Kurzfassung, "Long Way From Home" zeigt sich da etwas biederer und farbloser, zumal auch in der um fast 2 ½ Minuten kürzeren Singleversion.

All die kleinen Feinheiten, die ehemalige oder auch neue Asiafans und Progressive Rock Anhänger an "Silent Nation" lieben können, fehlen beinahe zwangsweise auf den Singles, dafür gibt es mit den beiden Unpluggedliedern den netten Beweis, daß das aktuelle Songmaterial auch mit wenig auskommt, weshalb die CD durchaus auch etwas für Asiafans ist, die das aktuelle Studioalbum bereits besitzen.

Bleibt abzuwarten, ob es Asia irgendwie schaffen, mit "Long Way From Home" in die Charts zu kommen. Sonderlich schwer ist es heutzutage ja nicht mehr, mit wenigen hundert verkauften Exemplaren in den Verkaufslisten aufzutauchen. Das sollte doch irgendwie zu schaffen sein. Und wer weiß: vielleicht wird dann ja auch mal das Radio und, so Gott und Viacom will, auch die einstigen Gönner der Band, MTV, auf Asia wieder aufmerksam.

Dazu gehen Asia im Januar/Februar 2005 auch auf Deutschlandtour, zusammen mit Barclay James Harvest featuring Les Holroyd (seit dem überraschenden Tode Mel Pritchards im Januar 2004 nur noch 25% von BJH, während John Lees und der reaktivierte Woody Wolstenholme ihre Version von BJH zelebrieren). Etwas krude und seltsame Mischung vielleicht, aber man soll sich ja auch immer überraschen lassen.

9 Punkte
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firebyrd offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:07 Uhr  -  
Volle Zustimmung zu dieser sehr schönen Vorstellung der Band und der Alben! :D

War ich damals, noch als LP-Käufer, mit den ersten 3 Platten dabei, kam später als CD-Ergänzung nach gereiftem Verständnis auch nur noch die erste Platte in Frage, und hier besteht gar keine Frage, denn das ist ein MUSS!!! (hallo Horst, haste die schon? :wink: )

Das ist wahrhaft majestätische Musik, die von mir die volle Punktzahl erhält. Das ist "Pomp und Prunk" , wie ich ihn liebe!

Wolfgang :D
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wolf offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:11 Uhr  -  
bei Asia hab ich mittlerweile den Überblick verloren . Jede Menge Live Ramsch und irgendwelche Best Of CD's.
pfeif auf die Zukunft , wir hatten wenigstens eine Vergangenheit

";schließlich hat er mir schnell helfen können und nett ist er auch";
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hmc offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:23 Uhr  -  
firebyrd, zu Befehl Sir?
Meine Punktvergabe bedeutet: 10 - 11 ordentlich; 12 - 13 gutes Album; 14 - 15 sehr gut bis überrragend.
Müssen in Gefängnissen auch Fluchtwege aushängen?
His Majesty Coels
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:25 Uhr  -  
Ich kenne nur "Heat Of The Moment". Das hat mich immer davon abgehalten, mich mit dieser Band zu beschäftigen.
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firebyrd offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:31 Uhr  -  
Zitat geschrieben von hmc
firebyrd, zu Befehl Sir?


JAWOLL!

kannste Dir noch gerade leisten(?) :wink: :

http://www.amazon.de/gp/offer-...405&sr=1-3

Sir Wolf :D
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hmc offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 12:32 Uhr  -  
Ist erledigt. Hatte ich mal als LP, aber ist mittlerweile verschütt gegangen.
Meine Punktvergabe bedeutet: 10 - 11 ordentlich; 12 - 13 gutes Album; 14 - 15 sehr gut bis überrragend.
Müssen in Gefängnissen auch Fluchtwege aushängen?
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Trurl offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 18:20 Uhr  -  
ne, mich schüttelt ob dieses schmalzigen hohlen Bombastsounds, den sie da verzapfen. Das ist nicht perfekt zelebrierter Bombastrock, das ist Zuckerwatte hoch drei - und gerade weil zumindest Downes und Howe es auch anders können (wie bei DRAMA gezeigt - bei den anderen beiden bin ich mir da nicht so sicher, trotz aller spielttechnischen Qualität) ärgerte ich mich damals in Grund und Boden. Da schielt jede Note nach dem Dollar, das verursacht bei mir wirklich nur Würgereiz (sorry, meine Damen). Fast so schlimm sind ja YES in der Rabin-Ära., aber gegen ASIA machten die grandiose Mucke :-)

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Tom Cody offline
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Betreff: Re: ASIA Alben 1982 – 2004  -  Gepostet: 15.05.2008 - 18:24 Uhr  -  
Kenne auch nur "Heat of the Moment". Habe mich dann auch nicht weiter mit der Band beschäftigt.
Dead End Street - The Place For Good Music !
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