Cream – Fresh Cream

frische Sahne

 
Labelboss
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Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 10:10 Uhr  ·  #1
Cream – Fresh Cream

Cream lernte ich 1967 innerhalb der damaligen „Hitparadenlandschaft“ durch „I feel free“, die im Dezember 1966 veröffentlichte Single, kennen.
Ehrlich gesagt, so richtig habe ich diesen Song nicht gemocht.

Mit der Single, ihrer zweiten übrigens, kam auch die hier vorgestellte LP in die Läden.

Durch das damals mich eher „abschreckende“ Beispiel mit „I feel free“ lernte ich Cream dann erst kennen durch das knapp ein Jahr später veröffentlichte Album „Disraeli Gears“, das schnell zu einem meiner „Lieblinge“ avancierte.

Dadurch erst kam ich auf „Fresh Cream“, ein Album, das so ganz anders war als „Disraeli Gears“.

Hier war der Sound noch „unfertiger“, rauer und bluesbetonter, wie sich aus den Titeln der Platte auch erahnen lässt.

Unter dem musikalischen Hintergrund der 3 Musiker

· Eric Clapton - guitar, vocals
· Jack Bruce - bass, harmonica, lead vocals
· Ginger Baker - drums, percussion, vocals

wurde hier Musik geschaffen, die Blues, Rock, Pop und ein wenig die jazz- und R’n’B-orientierte Vergangenheit von Bruce und Baker reflektierte. Gerade Bruce und Baker boten hier daher einen flexiblen Hintergrund für Clapton’s Improvisationen, die jedoch noch stark an seinem letzten Engagement bei John Mayall anlehnend bluesgetränkt waren.
Mit einem anderen Gitarristen hätte Cream mit Baker und Bruce sicher auch eine andere Richtung einschlagen können und wären vielleicht eine der ersten Jazz-Rock-Bands geworden. Aber.....

In Hinblick, was noch an Studioalben kommen sollte, hatte die Band hier noch nicht ihren Stil vollends gefunden

Hier zunächst die Stücke:

1. "I Feel Free" (Jack Bruce, Pete Brown) – 2:51
2. "N.S.U." (Bruce) – 2:43
3. "Sleepy Time Time" (Bruce, Janet Godfrey) – 4:20
4. "Dreaming" (Bruce) – 1:58
5. "Sweet Wine" (Ginger Baker, Godfrey) – 3:17
6. "Spoonful" (Willie Dixon) – 6:30
7. "Cat's Squirrel" (Traditional, arr. S. Splurge) – 3:03
8. "Four Until Late" (Robert Johnson, arr. Eric Clapton) – 2:07
9. "Rollin' and Tumblin'" (Muddy Waters) – 4:42
10. "I'm So Glad" (Skip James) – 3:57
11. "Toad" (Baker) – 5:11

Mit „I feel free“ war die 2. Single enthalten, ebenso die Rückseite „N.S.U.“ (nicht die Automarke, sondern wohl eine Abkürzung für „Non-Specific Urethritis").
Die erste Single, „Wrapping Paper“ fehlt hier, jedoch nicht die damalige Rückseite, „Cat’s Squirrel“.
Es gab jedoch andere Versionen der Platte inklusive „Wrapping Paper“.

Vorwiegend wurde hier Blues geboten, sei es das lasziv und betörend vorgetragene „Sleepy Time Time“, das hypnotische „Spoonful“, das später live noch beachtlich in der Länge ausgewalzt werden sollte, hier mit 6:30 aber auch schon gut vertreten ist, und das enorm druckvolle „Rollin’ and tumblin“.

Die von Bluesern geschriebenen Stücke „Four until late“ und „I’m so glad“ wurden hier m.E. jedoch ihres ursprünglichen Bluesfeelings „beraubt“, und während das erste eigentlich nur so dahinplätschert, sollte „I’m so glad“ für Cream später nur noch als Thema herhalten müssen, auf dem man lange Liveimprovisationen aufbaute.

Mehr „eigenständige“ Stücke stellen für mich „N.S.U.“ und „Sweet Wine“ dar, beides Titel, die für mich ein besonderes Feeling verbreiten...

Mit „Dreaming“ hatte ich nie etwas „am Hut“, es war eine magere Vorstufe dessen, was Bruce nachher solo zur wirklich guten Vollendung bringen sollte, hier eben nur der „Rohbau“, für mich überflüssig an dieser Stelle.

„Toad“, hier erstmalig ein Feature für Baker, in so kurzer Form nur bedingt darstellend, was der gute Ginger so draufhatte..., aber ein Novum in der damaligen Rockwelt.

„Cat’s Squirrel“ , ein Instrumental, dass in den Gesamteindruck zwar passt, aber das für mich „weder Fisch noch Fleisch“ ist, ganz nett, aber nicht mehr...(da gefällt mir die Version von Jethro Tull besser)

...und „I feel free“ ist noch immer nicht mein Liebling geworden, obwohl heute weiß ich die komplexe und abwechslungsreiche Komposition besser zu schätzen!

Fazit : Ein Debüt einer „Supergroup“, das die Welt nicht aus den Angeln hob, aber inmitten der damaligen Zeit sicher ein Album, das den Anspruch erheben darf, bei der Gestaltung einer Musikrichtung, nämlich des Hardrocks oder Bluesrocks, einige Impulse beigetragen zu haben.(meine bescheidene Meinung). Vielleicht auch dadurch, dass bereits hier Cream-typische Liveelemente, nämlich der langen Improvisationen, vorhanden waren, ein Vorreiter in Sachen Jam Rock.

Es war jedenfalls ein Schritt vorwärts.

Neben „Wrapping Paper“ gab es dann noch Versionen mit dem Titel „The Coffee Song“.

Wolfgang
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krautprog
 
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 10:23 Uhr  ·  #2
schönes album mit sehr guten nummern, aber auch nicht so guten nummern, wie eigentlich alle cream-alben von einigen übernummern lebten, wärend der rest eher durchschnittlich war.
aber trotzdem MUST HAVE (schon musikhistorisch gesehen) ;)
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 10:30 Uhr  ·  #3
firebyrd:
Zitat
Ein Debüt einer „Supergroup“, das die Welt nicht aus den Angeln hob, aber inmitten der damaligen Zeit sicher ein Album, das den Anspruch erheben darf, bei der Gestaltung einer Musikrichtung, nämlich des Hardrocks oder Bluesrocks, einige Impulse beigetragen zu haben.


Der Meinung bin ich auch.

krautprog:
Zitat
schönes album mit sehr guten nummern, aber auch nicht so guten nummern, wie eigentlich alle cream-alben von einigen übernummern lebten, wärend der rest eher durchschnittlich war.
aber trotzdem MUST HAVE (schon musikhistorisch gesehen


Und auch hier Konsens.
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 10:31 Uhr  ·  #4
da geht es mir ähnlich wie den Vorschreibern.

Musikhistorisch sicher wichtig, aber recht durchwachsen.

I Feel Free, Sweet Wine, Sleepy Time Time und vielleicht noch Spoonful finde ich sehr gut, der Rest berührt mich nicht so .
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 11:15 Uhr  ·  #5
Granatenstarkes Debut dieser Top-Band.Ich find alles sehr gut.Vor allem der sich andeutende Spagat zwischen diesen scharfen Blues-Rock Nummern,die absolut auf den Punkt gespielt sind und den ausufernden Livestücken,deuten an welche furioses Debut hier eingespielt wurde!
hmc
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 13:23 Uhr  ·  #6
Habe nur die "DISARELL GEARS", das mir aber auch sehr gut gefällt und eine "Best of".
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 17:08 Uhr  ·  #7
Für mich eine Hammerscheibe, ebenso wie "Disraeli Gears". Ich finde hier alle Songs sehr stark, besonders "N.S.U." und "Sweet Wine".
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 12.06.2008 - 18:00 Uhr  ·  #8
Ich habe von CREAM die komplette BOX, und die Scheiben alle noch als LPs. Ich mag I feel free sehr, die bluesigen Sachen sind allerdings nicht so mein Ding. DISREALI GEARS bleibt mein Favorit.

TRurl
Rainer The Mage
 
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 27.10.2011 - 23:41 Uhr  ·  #9
Für mich das beste Album, sicher ist die 2te auch sehr gut, war ja eh meine erste, aber hier ist alles drauf, was die Band so stark machte.
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 28.10.2011 - 08:30 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Rainer The Mage
Für mich das beste Album, sicher ist die 2te auch sehr gut, war ja eh meine erste, aber hier ist alles drauf, was die Band so stark machte.


das sehe ich eben nicht so.

"Fresh Cream" war ein 'Rohling', einer, der zielgerichtet war auf das, was die Band nachfolgend stark machte, nämlich einerseits ein Hinweis auf die Liveversionen mit den improvisatorischen Ausflügen und andererseits auf die dichten Kompositionen, die sich mit "Disraeli Gears" etablierten.

Wolfgang
ForbiddenPlanet
 
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 28.10.2011 - 09:25 Uhr  ·  #11
Jep, für mich auch teilweise unausgegoren, trotz einiger guter Momente. Ein "grosses" Album bzw. ein Meilenstein der britischen Musikhistorie ist das sicher nicht, eher ein Hinweis auf das, was noch dann noch folgen sollte.
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 28.10.2011 - 10:28 Uhr  ·  #12
Fresh Cream ist ja erschienen als viele hier im Forum noch gar nicht das Licht dieser Welt erblickt hatten - ich war damals 17 und meinen Freund Clapton kannte ich durch seine tollen Songs von den Bluesbreakers kurz vorher....

I Feel Free war ganz einfach grossartig - aber den Song gab es nur auf der US Ausgabe - bei uns war dafür der schöne Coffee Song mit auf dem Album

Fresh Cream war ja ein recht nettes Album aber der grosse Wurf kam dann mit Disraeli Gears

aber der Spruch von damals gilt auch heute noch :

Cream was about to be born, and the world of music would never be the same.
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 17.04.2013 - 20:00 Uhr  ·  #13
Für alle...... :happy:
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 18.04.2013 - 15:30 Uhr  ·  #14
gefällt mir immer noch
Meister Proper
 
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 18.04.2013 - 17:55 Uhr  ·  #15
Es gibt wohl so gut wie keine Rockfans die Cream nicht toll finden.

Enttäuschend fand ich persönlich eigentlich nur die Live-Scheibe von 2005.
Mir war dass einfach zu viel Blues(bin nicht so der Fan von) und zu viel altersbedingter Gesang.
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Re: Cream – Fresh Cream

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Gepostet: 18.04.2013 - 21:00 Uhr  ·  #16


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