Afenginn - Lux

Folk aus Dänemark....., der nicht nur nach Dänemark klingt...

 
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Afenginn - Lux

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Gepostet: 07.03.2013 - 08:02 Uhr  ·  #1
Afenginn - Lux


Es kommt nicht nur Käse aus Dänemark. Auch gute Musik stellt sich schon seit sehr vielen Jahren immer wieder zur Diskussion.
Im Jahre 2002 formierte sich diese Band. Seit einer ersten EP aus dem Jahr 2003 liegt mit nun "Lux" der fünfte Longplayer dieser ungewöhnlich klingenden Formation vor. Der Name Afenginn soll im altnorwegischen Sprachgebrauch so etwas wie 'Kämpfen wie im Rausch' bedeuten, auf Island gilt es als Bezeichnung für einen bestimmten Grad eines Rausch- oder Euphoriezustandes.

Folk aus Skandinavien, vermischt mit stark hervorstechenden Elementen aus Klezmer und überhaupt Musik aus dem Balkan, verbunden mit Anklängen an Ska und Polka... das ist schon eine irre Kombination. Hauptinstrument ist die Klarinette in verschiedenen Variationen. Gelegentlich fällt auf, dass Rasmus Krøyer auf seinem Instrument die Wege des Jazz beschreitet und, wie auf "Kostbar", der Klang auch einmal so richtig rau und kratzig werden kann. Genau dies macht den Reiz von "Lux" auch aus.
Ansonsten treffen wir auf Musik, die sich in weiten Räumen bewegt, schwebt und dahingleitet, Aufforderung für Assoziationen mit Landschaften und Stimmungen bietet. Mir geht es so, dass ich Stimmungen wie etwa 'verträumte Verlorenheit' oder ein 'Sich-Fallen-Lassen' erlebe. Beispielsweise beim Titelsong, wo zarte Violinenklänge verbunden mit einer Stimmung, die an Musik auf Orffschen Instrumenten erinnert, erzeugt werden, wenn eine Marimba oder das Waterphone zum Tragen kommen. Aber genau dann fällt mir dazu auch die Musik vom Penguin Cafe Orchestra ein.
Sehr oft werden bei mir auch Erinnerungen an die Third Ear Band wach gerufen - ein Soundtrack zu "Macbeth" wäre also gar nicht so abwegig.

Lux = Licht, damit scheint sich die Musik thematisch zu beschäftigen, obwohl mir scheint, dass entgegen der Helligkeit von Licht oftmals Schatten geboten werden - nicht hinsichtlich der Qualität, sondern hinsichtlich der oft melancholisch und manchmal gar eher düsteren Stimmung.
In der Pressemitteilung wird erwähnt, dass die Band bekannt für ihre punkartige Power sei. Nun, davon höre ich hier gar nichts, außer, dass es zum Beispiel auf "Septem Turbido (Höstvisa II)" und teilweise bei anderen Titeln etwas zupackender vonstatten geht. Doch letztlich hat die ruhige, verspielte und akustische Ausrichtung die Oberhand.

Alles in Allem ist dieses sehr ungewöhnliche Musik abseits bekannter Pfade - Musik, die es verdient, 'entdeckt' zu werden. Wer das Besondere sucht, dem empfehle ich, hier zuzugreifen.
Ach ja, das Cover/Booklet kann man auch schön falten und erhält so etwas wie eine kleine Box für ein Teelicht - Licht, genau…
Besetzung:

Rasmus Krøyer (clarinet, bass clarinet, contra bass clarinet)
Niels Skovmand (violin)
Kim Rafael Nyberg (mandolin)
Erik Olevik (contrabass)
Rune Kofoed (drums, percussion)
Bent Clausen (marimba, vibraphone, waterphone, percussion)
Mats Hyhne (trombone)
Nikolaj Busk (grand piano - #9)

Titel:

01:Lux (3:28)
02:Kostbar (5:16)
03:Höstvisa I (2:41)
04:Septem Turbido (Höstvisa II) (5:50)
05:Obscare (4:34)
06:Waldhotel Solitaire (6:09)
07:Paxima (5:00)
08:Comma (2:38)
09:Autumnus Elegia (3:18)
10:Missa Tripus (7:00)
11:Lumir (9:08)
(all music composed by Kim Rafael Nyberg)


http://www.afenginn.com/

Wolfgang

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Re: Afenginn - Lux

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Gepostet: 07.03.2013 - 13:49 Uhr  ·  #2
Ich habe mal reingehört...leider spielt dort mein Kindheitstraumainstrument - die für mich gar nicht so nette Klarinette - mit...

...deshalb esse ich wegen diesem Haar in der Suppe diese wirklich sehr lichtdurchflutete Musik nicht...
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