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Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal



badMoon offline
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Betreff: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 28.03.2018 - 20:32 Uhr  -  
Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal

Traditonal / Folk / Weltmusik - Tuwa (Russisch-Autonome Republik) - 2009

[Navigation 2.0]

Viele Wege führen nach Rom. Meist nur wenige zu Huun Huur Tu. Einige Möglichkeiten, den Pfad zu finden gefällig? Da wäre der Hörer ähnlich ausgerichteter Musik, der beispielsweise über einen Querverweis zu Mari Boine auf den Weg geschickt wurde. Vielleicht war es lediglich ein profaner Zufallstreffer? Kinofreunde könnten über den Film Geronimo (Soundtrack: Ry Cooder ---> Train To Florida) auf die Musiker aufmerksam geworden sein. Dies war seinerzeit meine Wegbeschreibung zu Huun Huur Tu. Des Weiteren ist zu lesen, dass das Quartett auch durch Frank Zappa, den Chieftains oder Johnny ‚Guitar' Watson gebucht wurde. Gute Referenzen, wie ich meine.

Der mongolischen Kultur verwandt, handeln die Lieder der Band oft von den Weiten der Steppe, sind angereichert mit Geräuschen der Wildnis und Kultur. Gespielt wird außer mit "klassischen" auch auf traditionellen Instrumenten. Typisch für die meisten Musikstücke ist der Kehlkopf-/Obertongesang, der gleichzeitig bis zu drei Melodien erzeugen kann.

Wer zeichnet nun verantwortlich für diese traditionelle Musik, die für westlich geprägte Ohren zunächst sehr fremdartig klingt, aber doch schnell in den Bann ziehen kann?

[Die Band]

- Kaigal-ool Khovalyg (Gesang, Igil, Doshpuluur)
- Radik Tyulyush (Gesang, Byzaanchi, Igil, Flute)
- Sayan Bapa (Gesang, Doshpuluur, Igil, Gitarre)
- Alexej Saryglar (Traditional Drums and Percussion, Gesang)

- Carmen Rizzo (Synthesizers, Drums & Electronics & Various Instruments)

[Die Musik]


Wird das Klappcover der CD geöffnet und die Rückseite betrachtet, sind im linken Feld traditionelle Instrumente in einer Landschaft stehend zu sehen. Die beiden rechten Felder bilden eine karge, wolkenverhangene Steppenlandschaft ab. Rechts im Bild trägt Alexei Saryglar in der einen Hand eine große Trommel durch das weitläufige Gelände. Dominiert wird das Bild von den kargen Hügeln und der Graslandschaft, die bis an den Horizont zu reichen scheint. Wie das Bild, so scheint auch die Musik: weitläufig, Ruhe ausstrahlend und dennoch hin und wieder bedrohlich, so wie die düsteren Wolken über diesem hügeligen Naturreich.

Mit dumpfem Trommelschlag läutet Ancestors Call die CD ein, bevor das Klang- und Soundgewitter einsetzt und berauscht. Bereits im Opener wird bald der kehlige Gesang zu hören sein. Die ganze Vielfalt der Instrumente vermag ich gar nicht zuzuordnen. Synthesizergebrodel, eine in der Ferne zu scheinende Trompete weht über dem Song und ergänzt den klagenden Gesang trefflich. Erinnerung an Mari Boines' Oarbbis leat tun sich mir auf.

Es ist schade, dass die Texte nicht verständlich sind. Dass der CD keine Übersetzung zumindest ins englische beiliegt. So kann ich nur vermuten, dass der zweite Song Mother Taiga eine Liebeserklärung an die Heimat ist. Gemächlich, gefühlvoll getragen gleitet die Musik dahin wie ein Fluss. Einer der Sänger scheint eine über die Landschaft krächzende Krähe zu imitieren. Der Gesang nimmt sich etwas zurück, die durch Rizzo eingesetzten Instrumente sind sehr verhalten und verfälschen den Charakter dieser traditionellen Musik in keiner Weise.

Wer offen ist, tausendmal gehörte Pfade zu verlassen und sich neuen, exotischen, leicht schamanischen Klängen hinzugeben, könnte mit dieser Scheibe einen guten Einstieg finden. Hörer, die bereits Mari Boine zu schätzen wissen, kennen Huun Huur Tu vielleicht schon. Nun aber - genug der Worte. Was kann eine Musik besser beschreiben als ihr eigener Klang?

[Hörbeispiele]

Diese CD enthält Titel, die durch den Produzenten Carmen Rizzo dezent verändert, vielleicht auch modernisiert wurden. Der ursprüngliche Charakter ging dabei nicht verloren. Nachfolgend an erster Stelle die Version dieser CD, gefolgt von dem "Original" oder lediglich der Song dieser CD, sofern es kein "Original" gibt.

Diese CD: Ancestors Call
Original: Ancestors Call

Diese CD: Mother Taiga
(fast) Original: Ödugen Taiga

Diese CD: Saryglarlar Maidens
Original: Saryglarlar

Dogee Mountain

[Die Songs]

1 - Ancestors Call 5:47
2 - Mother Taiga 6:49
3 - Saryglar Maidens 5:46
4 - Saryglar Reprise 1:28
5 - Dogee Mountain (Interlude) 8:21
6 - In Search Of A Lost Past 4:59
7 - Orphaned Child 5:10
8 - Tuvan Prayer 2:21

[Die Verpackung]

Dürftig! Ein aufklappbares Digipack, die CD wird sicher in einem Plastiktray verwahrt, braucht also nicht aus einer Papphülle herausgefrickelt werden. Allerdings, und das ist sehr schade: kaum irgendwelche Informationen zur Musik, zu den Künstlern, zu den Instrumenten. Oft ist weniger mehr, hier wäre mehr allerdings besser gewesen.

[Im Web]

Deep In The Heart Of Tuva (englischsprachiger Artikel)

Huun Huur Tu - Kehlkopfgesang (Artikel des WDR)

[Mein Fazit]

Carmen Rizzo hat das Kunststück, diese Musik unseren Hörgewohnheiten zugänglich zu machen, bestens gemeistert. "Zurückhaltung" war das Zauberwort, und so konnte das traditionelle dieser Musik gewahrt bleiben. Wer Gefallen an diesen Klängen gefunden hat, dem empfehle ich, sich nach den mittlerweile rar gewordenen "Originalen" der Gruppe umzuschauen.

[Quellennachweis]

TREIBHAUS - Kulturprogramm für Stadtbenutzer---> zum Artikel
wikipedia ---> zum Artikel
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Dieser Post wurde 1 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 28.03.2018 - 20:34 Uhr von badMoon.
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Proggy offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 28.03.2018 - 22:54 Uhr  -  
Lieber Wolfgang,
ich habe lange mit mir gehadert auf Deine tolle Rezi zu antworten.
Warum?
Mir stand beim Lesen der Mund offen, ob der gelesenen Zeilen!
Ich habe im Jahr 2000 einen Monat auf der UNI in S. Petersburg verbracht und im Studentenwohnheim lebten zwei Zimmer weiter Tuwenen! Wer mich kennt weiß, daß ich in einem rel. kurzem Zeitraum Kontakt zu denen hatte! Es dauerte nicht lang, wir sprachen über Folklore, Jagd und Musik, was sonst?
Alkohol mochten die nicht, aber Ihr Gesang versetzte diese tollen Menschen in den gleichen Rausch!
Ich nahm das erste Übel!
Was will der Künstler uns damit sagen?
Niemals hätte ich geglaubt, nochmals damit konfrontiert zu werden. Danke dafür!
Diese eigenartige Musik ist Geschmackssache, aber Zappa als Vorbild wird scheinbar in der unbeschriebensten Ecke dieser Welt wahrgenommen! Nicht rausgefräst....
Danke und Chapeau!
In einer Welt der Monotonie war das für mich der Fund des "Bernsteinzimmers"!
LG aus dem Harz
"Frank hat Musik geliebt, die nicht zusammengepasst hat, und hat sie dazu gezwungen, zusammenzupassen." G.D.
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Trurl offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 28.03.2018 - 23:07 Uhr  -  
diese Band kannte ich bisher noch nicht, aber diesen Kehlkopfgesang durch den "Obertonchor Düsseldorf" schon :-)

Ich habe reingehört, ist definitiv was für meine Ohren.

P.S..Wo gibt es die Originale, die finde ich noch spannender

NACHTRAG: habe doch schon was von denen

nämlich diese

The Bulgarian Voices Angelite & Huun Hun Tu - Fly fly sadness

The Bulgarian Voices Angelite & Huun Hun Tu - The Bulgarian Voices Angelite & Huun Hun Tu - Mountain Tale

The Bulgarian Voices Angelite & Huun Hun Tu - Legend

spannend, wenn man im Strom danach sucht, hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, das die hier stehen, lol, man hat zuviel. Hatte ich mir im Rahmen des Moscow Art Trios gekauft, die fand ich neben dem Frauenchor spannend

trurl
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Danzelot von Silbendrechsler


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Dieser Post wurde 4 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 28.03.2018 - 23:45 Uhr von Trurl.
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badMoon offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 11:18 Uhr  -  
Zitat geschrieben von Proggy

Lieber Wolfgang,
ich habe lange mit mir gehadert ...
... im Studentenwohnheim lebten zwei Zimmer weiter Tuwenen! Wer mich kennt weiß, daß ich in einem rel. kurzem Zeitraum Kontakt zu denen hatte! Es dauerte nicht lang, wir sprachen über Folklore, Jagd und Musik, was sonst?...
In einer Welt der Monotonie war das für mich der Fund des "Bernsteinzimmers"!
LG aus dem Harz


Hier ist mir doch tatsächlich der Beweis dafür, dass das nicht einfach nur "Geschwafel" ist, ins Haus geflattert. Gerne teile ich meine Freude über die damalige Begegnung.



Vielen Dank für Deinen Beitrag :happy:
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badMoon offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 11:26 Uhr  -  
@Trurl,

leider ist es tatsächlich so, dass die Alben sehr selten oder sehr teuer zu erwerben sind. Zum Anhören empfehle ich diese Seite:

Huun Huur Tu auf "Soundcloud"

Bezüglich der Alben wird man meines Wissens auf dieser Seite am besten (und günstigsten :'-( ???) fündig:

Discogs

Bei discogs habe ich einige Scheiben zu meiner Suchliste hinzugefügt. Angebote zu den Musikern flattern allerdings nur sehr selten ins Haus. Möglicherweise habe ich meine Chance nun um -1 verringert :lol:
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Trurl offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 11:52 Uhr  -  
@badMoon: ich lass Dir den Vortritt :-) ich steige in meinem Fundus eh nicht mehr durch, bin aber momentan zu faul, da mal klar Schiff zu machen :-)

Discogs ist eh ne gute Adresse, da habe ich schon einige tolle Sachen relativ preiswert abgegriffen


LG trurl
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Danzelot von Silbendrechsler


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badMoon offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 17:13 Uhr  -  
Gerade sehe ich, dass ein Artist bereits im Jahr 2006 von seinem Liveerlebnis in der Allerheiligen-Hof-Kirche, München berichtete. Geführt als "Guestuser", aber unterschrieben mit "Jerry", nehme ich an, dass es sich seinerzeit um den User Jerry Garcia handelte.

zum Livebericht
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frimp offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 17:19 Uhr  -  
Erinnert tatsächlich etwas an Mari Boine. Auch von ihr gibt es "modernisierte", aufbereitete bzw. remixte Versionen. Damit klingt das Ganze dann etwas zugänglicher.
Also mal kann ich das hören, aber es geht mir dann aber nach 10 Minuten fix auf den Zeiger. Aber das tut auch Status Quo ;-)
"I can never make up my mind if I'm happy being a flute player, or if I wish I were Eric Clapton."
--Ian Anderson
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Ziggy offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 18:27 Uhr  -  
Danke Wolfgang für die spannende Beschreibung der spannenden Musik, die mir bislang unbekannt war. Mari Boine steht bei mir ganz hoch im Kurs und ich kann tatsächlich auch hier und da Ähnlichkeiten entdecken. Immer kann ich diese Art Musik nicht hören, aber es gibt Zeiten, da gibt es kaum besseres!
LG, Ziggy
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 19:34 Uhr  -  
Danke für die Vorstellung!

Die Band geistert ja seit Gründung Anfang der 90er immer wieder durchs Feuilleton bzw. hochgelobt durch die Konzertsäle der Welt. Zu einem Kauf irgendeiner CD der Band hat es bei mir nie gereicht, so folkloristisch bin ich dann doch nicht angehaucht. Die Musik hört sich gut an, keine Frage. Aber die „Originale“ gefallen mir besser, die „bearbeiteten“ Stücke sind dann doch mehr für „westliche“ Ohren aufbereitet, so, als ob man den Hörern gute Musik schmackhaft machen müsste. Aber so war die Zeit damals – und heute eben auch noch. Der Begriff „Weltmusik“ war/ist in aller Munde und Ohren (böse Zungen sprechen auch von musikalischem Ethnokolonialismus) und wurde/wird arg strapaziert.

Die Hörbeispiele erinnerten mich zuerst an Musik von Lázló Hortobágyi,



(Die einzige CD von ihm bei mir!)

obwohl der aus einer ganz anderen Ecke kommt (1950 in Ungarn geboren, ab 1967 Studium indischer Musik in – ja, Indien!), dann natürlich auch an Marie Boine, der hierzulande wohl bekanntesten Vertreterin genuiner Volksmusik, die für unsere Ohren mit dem Rockrhythmus ziemlich genial aufbereitet wird.

Interessant ist noch der Querverweis, als Qualitätsbeweis?, in Richtung Frank Zappa, der so ja überhaupt nicht stimmt. Nachlesen kann der geneigte Hörer dies in Barry Miles Zapp Biografie auf den Seiten 431 – 434. Meiner Gehirnwindung schwante da doch etwas, schließlich bin ich seinerzeit dem Hinweis Zappa – Chieftains nachgegangen und wurde tatsächlich fündig. Die Kollaboration kann man hier nachhören



Allerdings ist die Kollaboration im Januar 1993 dergestalt, dass die Chieftains „lediglich“ ein paar Stück in Zappas Studio aufnahmen (die auf der CD noch nicht mal direkt gekennzeichnet sind); Zappa selbst konnte aufgrund seiner fortgeschrittenen Krankheit wenig dazu beitragen. Und nicht Zappa fragte die Chieftains an sondern sie ihn und es kam noch zu einer späteren Aufnahme mit Tom Jones in Zappas Studio für die CD „The Long Black Veil“.

Aber zu Huun Huur Tu, deren Musik und Gesang Zappa gefiel, bzw. drei von ihnen, die waren nämlich zu Gast bei einer der sog. „Freitags-Mageritas“ im Hause Zappa. Im Januar 1993 (Zappa starb am 6.12.1993) war Zappa aber schon zu schwach um alles zu managen und die geladenen Gäste entsprechend zu betreuen. An einem Abend im Januar 1993 gehörten neben Phil Abrahams (Amazing Bubble Man), Chris Sykes (Dokumentarfilmer) „ein Trio tuvenischer Obertonsänger aus Süd-Sibirien (Kaigal-ool Khovajgy, Anatoly Kuular und Kongar-ool Ondar von der Gruppe Huun-Huur-Tu samt Übersetzern (Huun-Huur Tu waren erstmalig auf USA-Tournee) dazu. Zappa spielte Huun Huur Tu Aufnahmen ihrer Stimmen vor, die er ein paar Tage vorher auf dem Synclavier gesampelt hatte. Sie bekamen die Aufnahmen auf Tonband und zusätzlich noch einen Solotrack von Anatoly Kuular, von Spence Chrislau mit Funk-Bass und Drums unterlegt. Später ließ Zappa noch im Studio die Tuvenen zu einem „Heavy Metal Stück“ von ihm improvisieren; das Experiment verlief allerdings ohne großen Erfolg, wie Miles berichtet.

Eine zweite derartige Begegnung fand wiederum im Januar 1993 statt, diesmal mit von der Partie eben jene auch anfangs erwähnten Chieftains, Johnny „Guitar“ Watson, + Lakshmirnarayna Shankar, + Terry Bozzio und wiederum Huun-Huur-Tu. Als Gäste, nicht von Zappa oder gegenseitig gebucht! An diesem Abend wurde eine Doku für eine Late-Night-Show gedreht. Musikaufnahmen fanden an diesem Abend nicht statt, Zappa war schlicht und einfach zu erschöpft, ließ sich lediglich von Paddy Moloneys Uillean Pipe und Tin Pipe aufmuntern.

So viel dazu, @Zappa als Richtigstellung durch den selbsternannten Zappalogen und Berufsnörgler. Der Musik von Huun-Huur-Tu tut dies natürlich keinen Abbruch, aber es gibt eben auch andere Baustellen. Und zu wenig Geld.

radiot grüßt! 8)
"Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören." - "Der Mensch", in "Die Weltbühne", 16. Juni 1931, S. 889f Kurt Tucholsky
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Proggy offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 29.03.2018 - 23:10 Uhr  -  
Die "Freitags- Margeritas" waren diese sogenannten "Salat-Partys".
Matt Groening, wie jeder weiß Zappa-Fan vor dem Herrn machte die Kehlkopfsänger, auch "DeepThroat" genannt dem Meister bekannt! Dieser hatte natürlich gerade seine UMRK ( Utility Muffin Research Kitchen) angeworfen und sofort Aufnahmen mit diesen exotischen Typen gemacht!
Diese sind teilweise auf der 2015 vom Trust herausgebrachten CD "Dance me this" zu hören!
Er hatte diese Scheibe noch fertig bekommen, konnte sie aber nicht mehr heraus bringen!
Im Zappakatalog kommt sie als 100 und gilt als sein letztes Studioalbum, für die Statistiker!

Fazit: Ich verstehe nicht soviel wie die Zappa-logen, aber interessieren tut es mich doch!

Hier die Kehlköpfe mit Ober- und Unterton!

https://www.youtube.com/watch?v=VHns_UnyWZQ

LG Proggy

Anmerk. d. Red.: UMRK - Zappas Studio im Haus
Zappakatalog - Numerierung der CD nach Erscheinung
Zappa himself - Genie

...und um das genauso zu verpacken wie der Selbsternannte, hier noch die Scheibe


Music is the best

P.S. ...und den Miles, lieber radiot, den kannste sowieso vergessen!
Wie können Menschen Bücher über Menschen schreiben, welche sie eigentlich von Grund auf hassen?
"Frank hat Musik geliebt, die nicht zusammengepasst hat, und hat sie dazu gezwungen, zusammenzupassen." G.D.
Dieser Post wurde 2 mal bearbeitet. Letzte Editierung: 29.03.2018 - 23:31 Uhr von Proggy.
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holger_fischer offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 01.04.2018 - 20:57 Uhr  -  
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für diese interessante Vorstellung. Die Band kannte ich vorher nicht bzw. die ganze Musik nicht. Sehr beeindruckend. Ob es jetzt zu einem Kauf reicht, weiß ich noch nicht. Aber das Stück Ancestors Call hat mir sehr, sehr gefallen!
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badMoon offline
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Betreff: Re: Huun Huur Tu & Carmen Rizzo - Eternal  -  Gepostet: 12.04.2018 - 08:08 Uhr  -  
Zitat geschrieben von frimp

Erinnert tatsächlich etwas an Mari Boine. Auch von ihr gibt es "modernisierte", aufbereitete bzw. remixte Versionen. Damit klingt das Ganze dann etwas zugänglicher.
Also mal kann ich das hören, aber es geht mir dann aber nach 10 Minuten fix auf den Zeiger. Aber das tut auch Status Quo ;-)


Hallo frimp,

...das kommt mir (allerdings nicht bei dieser CD) bekannt vor. Beziehe ich mich auf den oben verlinkten Livebericht, sieht es allerdings anders aus: oft bin ich trotz "Konservenaversion" von einem Konzert begeistert. Die Begeisterung reicht meist bis nach Hause, dann noch zwei bis drei Hörduchgänge mit der Liveerinnerung, und dann ist die Begeisterung wieder futsch. Selten wurde ich zu einem Dauerhörer.
Kenn ich nicht - muss gut sein.
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